Trockenheit gemeinsam meistern
Die anhaltende Trockenheit stellt viele bäuerliche Betriebe in Kärnten heuer vor große Herausforderungen ( siehe Trockenheit und Hitze fordern die Kärntner Landwirtschaft). Um Bäuerinnen und Bauern bestmöglich zu unterstützen, hat die Landwirtschaftskammer ihre vielfältigen Service- und Informationsangebote gebündelt. Der folgende Überblick bietet einen raschen Zugang zu wichtigen Informationen, Beratungsangeboten und Unterstützungsmaßnahmen, die Betrieben in der aktuellen Situation zur Verfügung stehen.
Partnerschaft Futterzwischenfrucht
Für Betriebe, die in Zwischenfruchtanbau und Futterversorgung kooperieren wollen, haben die Landwirtschaftskammer und das Biozentrum ein freiwillig zu verwendendes standardisiertes Vertragsmuster zur Verfügung gestellt. Interessierte Betriebe, die Flächen anbieten oder Futterbedarf haben, können sich an ihre zuständige Außenstelle der Landwirtschaftskammer wenden. Dort liegt eine Vermittlungsliste auf, über die passende Kooperationspartner zusammengeführt werden.
Weitere Infos: Partnerschaft Futterzwischenfrucht: Versorgung sicherstellen
Weitere Infos: Partnerschaft Futterzwischenfrucht: Versorgung sicherstellen
Futtermittelplattfomen nutzen
Zusätzlich zur Vermittlung von Futterzwischenfrucht-Partnerschaften stellen die Landwirtschaftskammer und Bio-Austria den Betrieben kostenfreie Plattformen zur Verfügung, auf denen Futter angeboten oder gesucht werden kann. Die Kontaktaufnahme erfolgt direkt zwischen Anbieter und Interessent.
Bereitstellung von Silomais
Neben Zwischenfrüchten kann auch Silomais einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Grundfutterversorgung leisten. Ackerbaubetriebe werden daher verstärkt aufgerufen zu prüfen, inwieweit sie ihren Körnermais zur Nutzung als Silomais zur Verfügung stellen können (bspw. über LK-Futtermittelplattform).
Weitere Informationen: Richtpreise Silomais ab Stamm 2026
Weitere Informationen: Richtpreise Silomais ab Stamm 2026
Erleichterter Futterzukauf für Biobetriebe
Die LK Kärnten fordert eine befristete Ausnahme zum Zukauf von konventionellem Grundfutter für Biobetriebe, welchen die Biobestimmungen im Katastrophenfall ermöglicht. Derzeit befindet man sich dazu in intensiven Gesprächen mit den zuständigen Behörden. Sobald nähere Informationen vorliegen, wird dazu umfassend berichtet.
Dürreversicherung als Sicherheitsnetz für Betriebe
Bis zum 10. August entstand durch die Trockenheit ein Gesamtschaden in der Kärntner Landwirtschaft in der Höhe von 70 Millionen Euro. Die Österreichische Hagelversicherung (ÖHV) unterstützt die Landwirte bei der Absicherung gegen das Risiko Dürre mit zwei Versicherungsmodellen – der Dürreertragsversicherung und der Dürreindex-Versicherung. Die Versicherungsprämien werden zu 55% von Bund und Land Kärnten bezuschusst (siehe Dürreversicherung: Sicherheitsnetz für Betriebe).
Einzelbetriebliche Maßnahmen
Pflanzenbau
- Trockenheit mähen oder abwarten
- Futterreserve vom Acker: Zwischenfrüchte gegen die Futterlücke
- Silierung von dürregeschädigtem Silomais
- Dürreschäden im Grünland: Welche Nachsaatstrategie ist sinnvoll
- Bodenbearbeitung unter trockenen Bedingungen
- Zukunftsfähige Grünlandsorten und -mischungen im Alpenraum
- Klimawandel: Erwärmung trifft Almen besonders
Tierhaltung
- Grundfuttermangel – Maßnahmen in der Fütterung
- Futtermittelzukauf - Herkunft dokumentieren
- Hitze im Rinderstall
- Hitzestress auf der Weide
Biologische Landwirtschaft
- Futtermangel durch Trockenheit: Welche Möglichkeiten hat der Biobetrieb
- Freigabe für den konventionellen Grundfutterzukauf für Biobetriebe
Forstwirtschaft
- Waldbrand - Ein unterschätztes Risiko
- Borkenkäferschäden vorbeugen
- Borkenkäfersituation und Borkenkäfer-Dashboard
Lebensqualität Bauernhof
Beratungsangebot nutzen
Die Landwirtschaftskammer Kärnten unterstützt ihre Mitglieder bei der Suche nach durchdachten, individuellen und standortangepassten Lösungen mit einem breiten, unabhängigen Beratungsangebot, das von der kurzfristigen Problemlösung bis zur langfristigen Anpassung des Betriebes reicht.
Weitere Infos: Gut beraten in Zeiten von Trockenheit und Dürre
Allgemeine Informationen zur Klimawandelanpassung in den Bereichen Ackerbau, Grünland, Rinder- und Schweinehaltung durch das LFI Österreich stehen auf der Website www.klimafittelandwirtschaft.at zur Verfügung
Weitere Infos: Gut beraten in Zeiten von Trockenheit und Dürre
Allgemeine Informationen zur Klimawandelanpassung in den Bereichen Ackerbau, Grünland, Rinder- und Schweinehaltung durch das LFI Österreich stehen auf der Website www.klimafittelandwirtschaft.at zur Verfügung
Förderverpflichtungen – Bei Trockenheit zu beachten
Erleichterungen bei Förderauflagen erreicht. Aufgrund der anhaltenden überregionalen Trockenheit und der damit verbundenen Herausforderungen für die Landwirtschaft hat das BMLUK österreichweit zusätzliche Regelungen für das ÖPUL 2023 beschlossen. Diese ergänzen die bereits bekannt gegebenen Ausnahmen.
Alle wichtigen Hinweise und aktuelle Informationen zur Einhaltung der Förderauflagen und Meldepflichten vor dem Hintergrund der aktuellen Trockenheit gebündelt auf einem Blick:
Förderverpflichtungen - Bei Trockenheit zu beachten
Dürre 2026: Weitere Erleichterungen in der ÖPUL-Förderabwicklung
Alle wichtigen Hinweise und aktuelle Informationen zur Einhaltung der Förderauflagen und Meldepflichten vor dem Hintergrund der aktuellen Trockenheit gebündelt auf einem Blick:
Förderverpflichtungen - Bei Trockenheit zu beachten
Dürre 2026: Weitere Erleichterungen in der ÖPUL-Förderabwicklung
Veranstaltungshinweis: Webinar "Futtermangel - Was Tierhaltungsbetriebe jetzt tun können"
Termin: Donnerstag, 13. August 2026, 19:30 bis 21:00 Uhr
Ort: Online via Zoom
Teilnahme: kostenlos
Hier geht's zur Anmeldung
Downloads zum Thema
Links zum Thema
- Temperaturrekorde werden in Österreich fast täglich nach oben korrigiert, und der Begriff Hitzetage, d. h. Temperaturen über + 30 °C, ist nun auch jedem bekannt.
- Für Betriebe, die in Zwischenfruchtanbau und Futterversorgung kooperieren wollen, steht nun ein freiwillig zu verwendendes standardisiertes Vertragsmuster zur Verfügung.
- Trockenheit und knappe Futtervorräte erschweren die Preisfindung. Die aktuellen Richtpreise für Silomais, Heu und Stroh bieten dafür eine wichtige Orientierung.
- Um die Versorgung der Tiere sicherzustellen, wurden sowohl auf behördlicher Ebene als auch von einzelnen Vermarktungspartnern Erleichterungen geschaffen beziehungsweise angekündigt.
- Trockenheit, Ernteausfälle und Futtermangel haben für Bäuerinnen und Bauern auch soziale Folgen. Klimatische Veränderungen machen auf vielen Betrieben Anpassungen erforderlich.
- Mit steigenden Temperaturen beginnt die Aktivität des Buchdruckers (Ips typographus). Besonders an gefährdeten Standorten ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten.
- Der Waldbrand, der Ende April im Lesachtal eine über 100 ha große Fläche betroffen hat, sollte jeden Waldbesitzer und jede Waldbesitzerin wachrütteln und an eine entsprechende Versicherung denken lassen.
- Eine hohe Flugaktivität des Buchdruckers und die anhaltende Trockenheit erhöhen das Befallsrisiko. Regelmäßige Kontrollen und rasches Handeln bleiben jetzt entscheidend.
- Trockenperioden treten infolge des Klimawandels immer häufiger auf und stellen Betriebe vor große Herausforderungen.
- 1 Milliarde Euro Gesamtschaden in der Landwirtschaft aufgrund der Dürre; Wissenschaft sieht menschengemachten Klimawandel als Treiber der jüngsten Hitzewellen.
- Im Oktober 2025 fand an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein das Alpenländische Expertenforum zum Thema „Grünlandsorten und -mischungen für die Zukunft“ statt.
- Der Klimawandel verändert die Almen im Alpenraum spürbar. Mit einer angepassten Bewirtschaftung lassen sich die Folgen abfedern und die vielfältigen Funktionen der Almen langfristig sichern.
- Aufgrund der anhaltenden überregionalen Trockenheit und der damit verbundenen Herausforderungen für die Landwirtschaft hat das BMLUK österreichweit zusätzliche Regelungen für das ÖPUL 2023 beschlossen. Diese ergänzen die bereits bekannt gegebenen Ausnahmen.
- Aufgrund der massiven Dürreschäden und der damit verbundenen Ernteausfälle wird seitens der zuständigen Landesbehörde, auf Basis der EU-Bestimmungen zu Katastrophenfällen eine Ausnahme für den konventionellen Grundfutterzukauf für Biobetriebe gewährt.