Futterreserve vom Acker: Zwischenfrüchte gegen die Futterlücke
Stoppelsaaten
Die Stoppelsaaten werden nach der Ernte der Hauptfrucht (z. B. Getreide, Erbse, Ackerbohne oder Silomais) angebaut. Frühe Stoppelsaaten werden Sommerzwischenfrüchte (z.B. Einsömmerige Kleegrasmischung, Einjähriges Raygras, Italienisches Raygras) genannt. Die werden noch heuer im Herbst genutzt. Die Aussaat muss Ende Juli bis Anfang August erfolgen. In acht bis zehn Wochen nach der Aussaat kann mit einer Nutzung gerechnet werden, wenn ausreichende Niederschläge vorhanden sind. Besonders Gräser sind auf die Niederschläge angewiesen. Späte Stoppelsaaten (z. B. Sommerfutterraps) werden im Spätsommer angebaut (bis max. Anfang September) und im Spätherbst (Ende Oktober, Anfang November) genutzt.
Überwinternde Zwischenfrüchte werden Mitte September bzw. Anfang Oktober angebaut und im nächsten Frühjahr genutzt.
Überwinternde Zwischenfrüchte werden Mitte September bzw. Anfang Oktober angebaut und im nächsten Frühjahr genutzt.
Futterkonservierung von Zwischenfrüchten
Die Grünverfütterung der Zwischenfrüchte ist im Herbst immer ein Problem bezüglich der Bodenbefahrbarkeit. Eine Beweidung ist auch möglich, allerdings soll diese schonend erfolgen. Ansonsten kann das Futter nur mehr in Form von Silage konserviert werden. Sommer- und Winterfutterraps sind die klassischen Zwischenfrüchte für die Grünfütterung. Eine Silierung hat wegen des hohen Wassergehaltes wenig Sinn. Für die Grünfütterung und Silierung eignen sich Raygräser, Kleegras, sowie Landsbergergemenge, das einsömmerige Kleegras, der Wiesenschweidel sehr gut. Bei unsicherer Wasserversorgung ist ein Kleeanteil in der Mischung immer ratsam.
Grünschnittroggen und Grünhafer (Vorsicht Rostgefahr bei ungebeiztem Saatgut) können bei früher Aussaat noch im selben Jahr genutzt werden. Ansonsten kann der Grünschnittroggen bis Ende September bzw. Anfang Oktober angebaut werden, wobei die Nutzung im kommenden Frühjahr (Ende April bis Anfang Mai) vor den Silomaisanbau erfolgt.
Mehr Informationen zu den Saatgutmischungen, siehe Tabelle 1, bzw. Feldbauratgeber – Herbstanbau 2026, ab Seite 36.
Grünschnittroggen und Grünhafer (Vorsicht Rostgefahr bei ungebeiztem Saatgut) können bei früher Aussaat noch im selben Jahr genutzt werden. Ansonsten kann der Grünschnittroggen bis Ende September bzw. Anfang Oktober angebaut werden, wobei die Nutzung im kommenden Frühjahr (Ende April bis Anfang Mai) vor den Silomaisanbau erfolgt.
Mehr Informationen zu den Saatgutmischungen, siehe Tabelle 1, bzw. Feldbauratgeber – Herbstanbau 2026, ab Seite 36.
Futterpflanzen für den Zwischenfruchtbau
| Futterpflanze | Saat-Menge | Saat- | Saatzeit | Ernteangabe |
| in kg pro ha | tiefe | |||
| in cm | ||||
| Alexandrinerklee | 30 – 35 | 01. Feb | A Juli – E Juli | Schnitt vor der Blüte durchführen |
| Bastardraygras | 30 – 40 | 01. Feb | August | Sehr gute Futterqualitäten |
| Einsömmerige Kleegrasmischung | 35 | 01. Feb | Juli – Mitte August | Sehr gute Futterqualitäten |
| (ÖAG-Qualität) | (einjähriges Raygras,Perser-und Alexandrinerklee | |||
| Neu: Rotkleegras-mischung für ein Hauptnutzungsjahr (RS) | 35 | 01. Feb | Juli – Mitte August | Sehr gute Futterqualitäten |
| (Bastard Raygras, Englisches Raygras, Italienisches Raygras, Knaulgras und Rotklee | ||||
| Inkarnatklee | 35 | 01. Feb | August – A September | Mit Landsberger Gemenge, da Bestandteil. |
| Perserklee | 25 | 01. Feb | A Juli – E Juli | Schnitt gegen Blühende vornehmen |
| Rotklee | 20 | 01. Feb | Juli – Mitte August | Gute Futterqualitäten, meistens im Gemenge |
| Sommerfutterraps | Okt 15 | 01. Feb | Juli – September | für Futternutzung Juli / August 10 kg/ ha Aussaat, geht im Ansaatjahr nicht in Blüte |
| Winterfutterraps | Okt 15 | 01. Feb | Juli – Sep-tember | für Futternutzung Juli / August 10 kg/ ha Aussaat, geht im Ansaatjahr nicht in Blüte |
| Italienisches Raygras (Welsches Weidelgras) | 30-40 | 01. Feb | Juli – August | überwintert in milderen Lagen, guter N – Verwerter |
| Landsberger Gemenge | 60 | 01. Feb | Juli – September | spätsaatverträgliche Saatgutmischung mit guter Vorfruchtwirkung, 30 – 40kg/ha, wäre auch als Rotationsbrache möglich |
| Grünschnittroggen | 130 | 01. Feb | August - September | Gute Bestockung. Besonders gute Frühjahrsschnitte (vor den Silomaisanbau) möglich |
| Einjähriges Raygras (Westerwoldisches Raygras) | 40 | 01. Feb | Juli - August | nicht winterhart, |
| schnellwüchsig | ||||
| Wiesenschweidel | 30 | 01. Feb | Juli - August | Mehrjährig, Kreuzung zwischen Wiesenschwingel und Raygras, Kreuzungen mit italienischen Raygras wachsen schneller z.B.: Sorte Felopa, Perun) |
| Samena Solide W20T Kleegras | 40 | 01. Feb | Juli – Mitte August | überjährige Zwischenfruchtkleegrasmischung |
| (Ital. Raygras betont), raschwüchsig, schmackhaftes Futter | ||||
| Futterprofi EI Saatbau Linz | 30 – 40 | 01. Feb | Juli – Mitte August | schnelles Wachstum |
| als überjährige Nutzung in allen Lagen geeignet | ||||
| sichert Futtererträge auch in trockensten Jahren | ||||
| sehr gute Eignung als Folgefrucht nach Wintergetreide |
Quelle: Feldbauratgeber - Herbstanbau 2026
Bodenbearbeitung und Aussaat
Eine oberflächliche Bodenlockerung bewirkt ein Unterbrechen der Kapillarwirkung und damit eine verminderte Wasserverdunstung über den Boden. Sandböden (leichte Böden) weisen ihr bestes Wasserspeichervermögen auf, wenn sie nur gering gelockert werden. Sie müssen unter Umständen wieder rückverfestigt werden. Tonböden verfügen nur bei starker Lockerung über größere, pflanzenverfügbare Speichermengen an Wasser. Jede Lockerung verbraucht Wasser, da die oberen Bodenschichten abtrocknen. Bei geringen Niederschlagsmengen soll der Boden nur wenig gelockert werden. Die Zwischenfruchtanlage mit Grubber bzw. Kreiselgrubber, Kreiselegge, Rototiller plus Sämaschine wären hier ratsam.
Die Drillsaat hat sich bei trockenen Bedingungen gut bewährt, die optimale Saattiefe beträgt 2 cm. Ansonsten wird der Feldaufgang negativ beeinflusst. Die Breitsaat ist vor allem bei ausreichenden Niederschlägen zu empfehlen. Wichtiges Kriterium für die Saatzeit sollte der Bodenzustand sein. Dieser sollte soweit abgetrocknet sein, dass dieser ohne Verdichtungsschäden bearbeitet werden kann.
Das Anwalzen nach dem Sävorgang muss gewährleistet werden, damit die Futterverschmutzung so gering wie möglich gehalten wird. Bei zu trockenem Boden und bei hohen Temperaturen sollte mit der Anlage und Aussaat der Futterzwischenfrucht noch zugewartet werden.
Die Drillsaat hat sich bei trockenen Bedingungen gut bewährt, die optimale Saattiefe beträgt 2 cm. Ansonsten wird der Feldaufgang negativ beeinflusst. Die Breitsaat ist vor allem bei ausreichenden Niederschlägen zu empfehlen. Wichtiges Kriterium für die Saatzeit sollte der Bodenzustand sein. Dieser sollte soweit abgetrocknet sein, dass dieser ohne Verdichtungsschäden bearbeitet werden kann.
Das Anwalzen nach dem Sävorgang muss gewährleistet werden, damit die Futterverschmutzung so gering wie möglich gehalten wird. Bei zu trockenem Boden und bei hohen Temperaturen sollte mit der Anlage und Aussaat der Futterzwischenfrucht noch zugewartet werden.
Düngung
Bei einer Futter-Zwischenfrucht mit einem Leguminosenanteil von über 60 % sind 40 kg Reinstickstoff pro Hektar ausreichend. Futter-Zwischenfrüchte mit einem Leguminosenanteil von unter 60 % können mit 80 kg Reinstickstoff pro Hektar gedüngt werden. Vor dem Anbau können Wirtschaftsdünger optimal eingesetzt werden. Nach dem Aufgang kann mineralischer Stickstoff die Ertragsleistung verbessern. NAPV zieht vor SGD, das heißt es sind ab der Ernte der Kultur im Herbst zu Zwischenfrüchten max. 60 kg N ab Lager/ha möglich.
Mischungsempfehlungen
- Landsberger Gemenge (Kosten ~ 250 – 290 €)
- Komponenten: Raygras, Inkarnatklee, Winterwicke; Aussaatmenge rund 50 – 80 kg/ha
- 3 Mischungspartner, 2 Pflanzenfamilien
- Einsömmerige Kleegrasmischung (Kosten ~ 175 €)
- Komponenten: Einjähriges Raygras, (Bastardraygras), Alexandrinerklee, Perserklee; Aussaatmenge rund 25 kg/ha
- 3-4 Mischungspartner, 2 Pflanzenfamilien
- TL FutterGreen einjährig (Kosten ~ 165 €)
- Welsches Weidelgras, Inkarnatklee, Winterwicke, Rotklee, Bastardweidelgras, Schwedenklee, Aussaatmenge rund 40 kg/ha
- 6 Mischungspartner, 2 Pflanzenfamilien
- Rotkleegrasmischung RS
- Bastardraygras, Englisches Raygras, Italienisches Raygras, Rotklee; Aussaatmenge rund 27kg/ha
- 4 Mischungspartner, 2 Pflanzenfamilien
- Grünschnittroggen lt. Saatgutgesetz in Reinsaat (z.B. Beskyd, Chrysanth Hanserroggen, Lunator, Powergreen usw.); (Kosten ~350 €)
- Aussaatmenge rund 150 kg/ha
- (Var. 6 oder System IG als ZWFR nach dem 20. Sept. bis 15. Oktober in Reinsaat, (möglich wäre hier auch noch Zumischung von abfrostenden Komponenten)