„Jede Stimme stärkt die Bauern“
Herr Kammeramtsdirektor, was machen Sie am 25. Oktober?
Stall gehen, Kirche gehen, wählen gehen! (lacht). Im Ernst – ich gehe am Sonntag nach der Messe gemeinsam mit meiner Frau wählen und werde dann am Nachmittag ins Bildungshaus Schloss Krastowitz fahren, um den Wahlabend zu organisieren. Ab 18 Uhr wird’s spannend, da verkündet der Leiter der Landeswahlbehörde, Mag. Mario Flackl, die Wahlergebnisse.
Warum sollen die Wahlberechtigten zur LK-Wahl gehen, es vertreten ja ohnehin alle wahlwerbenden Listen die gleiche Zielgruppe?
Jede Stimme, die bei der LK-Wahl abgegeben wird, ist ein Auftrag dafür, die Interessen der Bäuerinnen und Bauern und der bäuerlichen Grundeigentümer zu verteidigen. Jede Stimme verleiht der LK Kärnten Gewicht in der Auseinandersetzung mit all jenen, die uns einschränken, bevormunden und gängeln wollen: Wolfs-Befürworter, Umwelt-Fanatiker, Bürokraten und Konzern-Lobbyisten. Diese Kräfte wünschen sich eine schwache Kammer. Denn eine starke Kammer kann ihnen Paroli bieten. Deshalb ist eine hohe Wahlbeteiligung bei der LK-Wahl wichtig. Jede Stimme zählt. Und deshalb bitte ich alle Wahlberechtigten: Machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch, und gehen Sie zur LK-Wahl.
Welchen Mehrwert bietet die Kammer eigentlich ihren Mitgliedern?
Ein Blick in unseren aktuellen Leistungsbericht zeigt, dass wir ein verlässlicher Partner für die Betriebe sind. Bei der Interessenvertretung vom Wolfs-Management über die praxistaugliche Lagerung von Siloballen bis hin zu fairen Entschädigungssätzen bei Breitband, Stromleitungen oder Mountainbike-Strecken. Unser Rechtsgutachten zum Kärntner Erbhöfegesetz ist ein Meilenstein, der die Jungbauern vor horrenden Erbschaftszahlungen auf Basis der Verkehrswerte schützt. Auch wenn es darum geht, der Bevölkerung mit Kampagnen zu zeigen, was die Bäuerinnen und Bauern täglich für dieses Land leisten, haben wir geliefert. Bei der MFA-Abgabe vertrauen 95 % der Betriebe der Kompetenz unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Es gäbe noch viel mehr zu sagen. Was mich aber am meisten freut, ist die hohe Kundenzufriedenheit, da liegen wir im Vergleich der Bundesländer ganz weit vorne.
Sind LK, WK, AK und die vielen kleineren Kammern mit Pflichtmitgliedschaft noch zeitgemäß? Braucht es diese überhaupt noch?
Absolut. Denn ohne die solidarische Mitgliedschaft hätten wir amerikanische Verhältnisse – große Betriebe, die genug Geld haben, um sich Rechtsanwälte zu leisten, würden es sich richten, die kleineren Betriebe kämen unter die Räder. Und wenn dann ein Sektor nicht mehr mit einer Stimme spricht, dann ist es für die Politik leicht, Anliegen zu ignorieren. Nicht zu vergessen: Ohne gesetzliche Mitgliedschaft wären wir gezwungen, Mitarbeiter abzubauen, Außenstellen zusammenzulegen und für alle Leistungen – von der Rechtsberatung bis zur MFA-Abgabe – ab der ersten Sekunde einen kostendeckenden Tarif zu verrechnen.
Bei jeder LK-Wahl kommt das Familienwahlrecht in die Kritik. Können Sie dieser Kritik was abgewinnen?
Nein, kann ich nicht. Weltweit ist die Agrarindustrie auf dem Vormarsch. Wir kämpfen 365 Tage im Jahr für den bäuerlichen Familienbetrieb. Wir bieten Bildung, Beratung, Service und Interessenvertretung für alle, die am Hof leben und mitarbeiten – vom Bauer über die Bäuerin bis hin zu den Jungen und den Hofübergebern. Es ist würdig und recht, dass alle über ihre Vertretung mitentscheiden dürfen, die Verantwortung für den Hof tragen, getragen haben oder in Zukunft tragen werden.
Vor der letzten LK-Wahl wurde der Zukunftsprozess „Landwirtschaft 2030“ gestartet. Wurde dieser nach der Wahl noch ernsthaft weiterverfolgt? Was wurde umgesetzt, was steht noch an?
Wir haben in einem intensiven Prozess, an dem mehr als 2000 Bäuerinnen und Bauern, Fachexperten, Funktionäre und auch die Wissenschaft beteiligt waren, mehr als 150 Maßnahmen erarbeitet. Bislang haben wir bereits mehr als 60 % davon in Angriff genommen oder umgesetzt. Dazu zählen zum Beispiel unsere Projekte zur Sicherung der Tierärzte-Versorgung, viele Fördermaßnahmen wie die Grünlandnachsaat, die Notstromversorgung etc. bis hin zum Schutz unserer heimischen Lebensmittel vor Laborfleisch. „Landwirtschaft 2030“ bleibt weiterhin die Richtschnur unserer Arbeit mit dem Ziel: mehr Wertschöpfung für die Betriebe und mehr Wertschätzung für die bäuerliche Arbeit.
Welche Ziele verfolgt die LK in den nächsten Jahren?
Die Linie des Hauses legen Präsident, Vorstand und Vollversammlung fest. Aber ich denke, wir werden auch in Zukunft an unserer Strategie der letzten Jahre festhalten. Unser Selbstverständnis lautet: Erstens: Wir sind das Schutzschild für Hof und Eigentum. Zweitens: Wir sind die starke Stimme für die bäuerliche Landwirtschaft in der Gesellschaft. Drittens: Wir bieten die beste Bildung und Beratung für die Praxis. Und viertens: Wir stehen den Bäuerinnen und Bauern mit Schutz und Hilfe zur Seite – in allen Lebenslagen, von der Hofübernahme bis hin zu Schicksalsschlägen.
Letzte Frage: Erwarten Sie, dass die LK Kärnten insgesamt aus dieser Wahl gestärkt hervorgehen wird, oder befürchten Sie – dem allgemeinen Trend folgend – einen Rückgang der Wahlbeteiligung?
Bei der letzten Wahl haben – unter Einfluss von Corona – nur etwas mehr als 36 % eine Stimme abgegeben. Das ist mir zu wenig. Ich wünsche mir diesmal eine höhere Wahlbeteiligung. Das ist unendlich wichtig für die Berufsgruppe, denn es stehen viele Entscheidungen an, wo es eine starke Standesvertretung in Kärnten braucht. Vom Wolf über Infrastrukturprojekte bis hin zur GAP, wo es um das Geld für die Kärntner Betriebe für die nächsten Jahre geht. Deshalb mein Appell: Bitte wählen gehen und alle mitnehmen, die am Hof wahlberechtigt sind!
Stall gehen, Kirche gehen, wählen gehen! (lacht). Im Ernst – ich gehe am Sonntag nach der Messe gemeinsam mit meiner Frau wählen und werde dann am Nachmittag ins Bildungshaus Schloss Krastowitz fahren, um den Wahlabend zu organisieren. Ab 18 Uhr wird’s spannend, da verkündet der Leiter der Landeswahlbehörde, Mag. Mario Flackl, die Wahlergebnisse.
Warum sollen die Wahlberechtigten zur LK-Wahl gehen, es vertreten ja ohnehin alle wahlwerbenden Listen die gleiche Zielgruppe?
Jede Stimme, die bei der LK-Wahl abgegeben wird, ist ein Auftrag dafür, die Interessen der Bäuerinnen und Bauern und der bäuerlichen Grundeigentümer zu verteidigen. Jede Stimme verleiht der LK Kärnten Gewicht in der Auseinandersetzung mit all jenen, die uns einschränken, bevormunden und gängeln wollen: Wolfs-Befürworter, Umwelt-Fanatiker, Bürokraten und Konzern-Lobbyisten. Diese Kräfte wünschen sich eine schwache Kammer. Denn eine starke Kammer kann ihnen Paroli bieten. Deshalb ist eine hohe Wahlbeteiligung bei der LK-Wahl wichtig. Jede Stimme zählt. Und deshalb bitte ich alle Wahlberechtigten: Machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch, und gehen Sie zur LK-Wahl.
Welchen Mehrwert bietet die Kammer eigentlich ihren Mitgliedern?
Ein Blick in unseren aktuellen Leistungsbericht zeigt, dass wir ein verlässlicher Partner für die Betriebe sind. Bei der Interessenvertretung vom Wolfs-Management über die praxistaugliche Lagerung von Siloballen bis hin zu fairen Entschädigungssätzen bei Breitband, Stromleitungen oder Mountainbike-Strecken. Unser Rechtsgutachten zum Kärntner Erbhöfegesetz ist ein Meilenstein, der die Jungbauern vor horrenden Erbschaftszahlungen auf Basis der Verkehrswerte schützt. Auch wenn es darum geht, der Bevölkerung mit Kampagnen zu zeigen, was die Bäuerinnen und Bauern täglich für dieses Land leisten, haben wir geliefert. Bei der MFA-Abgabe vertrauen 95 % der Betriebe der Kompetenz unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Es gäbe noch viel mehr zu sagen. Was mich aber am meisten freut, ist die hohe Kundenzufriedenheit, da liegen wir im Vergleich der Bundesländer ganz weit vorne.
Sind LK, WK, AK und die vielen kleineren Kammern mit Pflichtmitgliedschaft noch zeitgemäß? Braucht es diese überhaupt noch?
Absolut. Denn ohne die solidarische Mitgliedschaft hätten wir amerikanische Verhältnisse – große Betriebe, die genug Geld haben, um sich Rechtsanwälte zu leisten, würden es sich richten, die kleineren Betriebe kämen unter die Räder. Und wenn dann ein Sektor nicht mehr mit einer Stimme spricht, dann ist es für die Politik leicht, Anliegen zu ignorieren. Nicht zu vergessen: Ohne gesetzliche Mitgliedschaft wären wir gezwungen, Mitarbeiter abzubauen, Außenstellen zusammenzulegen und für alle Leistungen – von der Rechtsberatung bis zur MFA-Abgabe – ab der ersten Sekunde einen kostendeckenden Tarif zu verrechnen.
Bei jeder LK-Wahl kommt das Familienwahlrecht in die Kritik. Können Sie dieser Kritik was abgewinnen?
Nein, kann ich nicht. Weltweit ist die Agrarindustrie auf dem Vormarsch. Wir kämpfen 365 Tage im Jahr für den bäuerlichen Familienbetrieb. Wir bieten Bildung, Beratung, Service und Interessenvertretung für alle, die am Hof leben und mitarbeiten – vom Bauer über die Bäuerin bis hin zu den Jungen und den Hofübergebern. Es ist würdig und recht, dass alle über ihre Vertretung mitentscheiden dürfen, die Verantwortung für den Hof tragen, getragen haben oder in Zukunft tragen werden.
Vor der letzten LK-Wahl wurde der Zukunftsprozess „Landwirtschaft 2030“ gestartet. Wurde dieser nach der Wahl noch ernsthaft weiterverfolgt? Was wurde umgesetzt, was steht noch an?
Wir haben in einem intensiven Prozess, an dem mehr als 2000 Bäuerinnen und Bauern, Fachexperten, Funktionäre und auch die Wissenschaft beteiligt waren, mehr als 150 Maßnahmen erarbeitet. Bislang haben wir bereits mehr als 60 % davon in Angriff genommen oder umgesetzt. Dazu zählen zum Beispiel unsere Projekte zur Sicherung der Tierärzte-Versorgung, viele Fördermaßnahmen wie die Grünlandnachsaat, die Notstromversorgung etc. bis hin zum Schutz unserer heimischen Lebensmittel vor Laborfleisch. „Landwirtschaft 2030“ bleibt weiterhin die Richtschnur unserer Arbeit mit dem Ziel: mehr Wertschöpfung für die Betriebe und mehr Wertschätzung für die bäuerliche Arbeit.
Welche Ziele verfolgt die LK in den nächsten Jahren?
Die Linie des Hauses legen Präsident, Vorstand und Vollversammlung fest. Aber ich denke, wir werden auch in Zukunft an unserer Strategie der letzten Jahre festhalten. Unser Selbstverständnis lautet: Erstens: Wir sind das Schutzschild für Hof und Eigentum. Zweitens: Wir sind die starke Stimme für die bäuerliche Landwirtschaft in der Gesellschaft. Drittens: Wir bieten die beste Bildung und Beratung für die Praxis. Und viertens: Wir stehen den Bäuerinnen und Bauern mit Schutz und Hilfe zur Seite – in allen Lebenslagen, von der Hofübernahme bis hin zu Schicksalsschlägen.
Letzte Frage: Erwarten Sie, dass die LK Kärnten insgesamt aus dieser Wahl gestärkt hervorgehen wird, oder befürchten Sie – dem allgemeinen Trend folgend – einen Rückgang der Wahlbeteiligung?
Bei der letzten Wahl haben – unter Einfluss von Corona – nur etwas mehr als 36 % eine Stimme abgegeben. Das ist mir zu wenig. Ich wünsche mir diesmal eine höhere Wahlbeteiligung. Das ist unendlich wichtig für die Berufsgruppe, denn es stehen viele Entscheidungen an, wo es eine starke Standesvertretung in Kärnten braucht. Vom Wolf über Infrastrukturprojekte bis hin zur GAP, wo es um das Geld für die Kärntner Betriebe für die nächsten Jahre geht. Deshalb mein Appell: Bitte wählen gehen und alle mitnehmen, die am Hof wahlberechtigt sind!