Wald und Holz haben Zukunft
Erstmals traten alle maßgeblichen Vertreter der Kärntner Forstverbände gemeinsam auf und setzten mit der Durchführung des Forstlichen Informationstags am 21. Mai im Bildungshaus Schloss Krastowitz ein klares Signal: Aktive Waldbewirtschaftung ist kein Widerspruch zu Klimaschutz, sondern dessen Voraussetzung. Im Zentrum standen drei zentrale Themen – nachhaltige Bewirtschaftung, Klimafitness und die Rolle von Holz als CO₂-Speicher. „Die Pflege der heimischen Wälder ist Teil der Lösung“, sind sich die drei Obleute einig. Intakte Wälder übernehmen zentrale Schutzfunktionen – auch für Tourismus und Freizeitwirtschaft. Die Nutzung von Holz – sowohl als Baustoff als auch als Energieträger – entlastet die Umwelt. Substitution, Holzprodukte und Wald tragen maßgeblich zur CO₂-Bindung in Österreich bei. Gemeinsam leisten diese drei Bereiche einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz.
Holz als Speicher und Energiequelle
Die Klimaschutzleistung der Forst- und Holzwirtschaft ist belegt: Seit 1990 wurden rund 400 Mio. t CO₂ zusätzlich im Wald gebunden, weitere 80 Mio. t in Holzprodukten gespeichert. Durch Substitution fossiler Rohstoffe ergibt sich eine Gesamtentlastung von rund 900 Mio. t CO₂-Äquivalenten. Johannes Thurn-Valsassina, Obmann des Kärntner Forstvereins und des Arbeitgeberverbands, betont die Systemleistung: „Dieses System der nachhaltigen Waldbewirtschaftung führt zu vorratsreichen Wäldern, langfristiger CO₂-Speicherung und ermöglicht durch Holzverwendung die Substitution klimaschädlicher Materialien. Gleichzeitig macht es ein Leben und Wirtschaften in alpinen Regionen überhaupt erst möglich.“ „Wenn wir uns als Gesellschaft die Waldfunktionen erhalten wollen, benötigen wir eine handlungsfähige Forstwirtschaft und eine leistungsfähige Wertschöpfungskette. Dieses System der nachhaltigen, multifunktionalen Waldbewirtschaftung hat sich über Jahrhunderte entwickelt, und ist alles andere als selbstverständlich.“ Holz ist damit nicht nur Rohstoff, sondern zentraler Hebel im Klimaschutz – von langlebigen Bauprodukten bis zur Energiegewinnung.
Waldbewirtschaftung und Expertise
Die nachhaltige, multifunktionale Waldbewirtschaftung gilt als eine der erfolgreichsten Methoden zur Nutzung und Pflege von Wäldern in Mitteleuropa. Sie basiert auf fundierter Ausbildung, langjähriger Erfahrung und regionaler Wertschöpfung. Matthias Granitzer, Obmann des Waldverbands Kärnten, betont die wirtschaftliche Dimension: „In Kärnten werden jährlich rund drei Mio. Erntefestmeter Holz genutzt, österreichweit sind es etwa 20 Mio. Diese aktive Waldbewirtschaftung bildet in Kärnten die Grundlage für rund 29.000 Arbeitsplätze und eine Wertschöpfung von 3,6 Mrd. Euro – vor allem im ländlichen Raum. Die direkte Wertschöpfung der Forst- und Holzwirtschaft erreicht dabei eine ähnliche Größenordnung wie der Tourismus. Gleichzeitig ist die Nutzung von Holz eine der regionalsten und natürlichsten Formen des Klimaschutzes. Umso wichtiger ist es, dass Gesetzgebung und Verwaltung die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder unterstützend begleiten.“ Eine pauschale Außer-Nutzung-Stellung von Waldflächen hätte hingegen massive wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen: Würden österreichweit 10 % der Waldfläche stillgelegt, wären rund 27.000 Arbeitsplätze gefährdet.
Keinen Stillstand riskieren
Der Klimawandel stellt die Forstwirtschaft vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig bleibt der Wald Schutzraum, Wirtschaftsraum und Erholungsraum. Forstleute sprechen in diesem Zusammenhang von Multifunktionalität. Christian Benger, Obmann der Land&Forst Betriebe Kärnten, macht klar, dass die Wertschätzung und das Vertrauen in die Expertise der Forstleute ein wichtiger Schlüssel zur Bewältigung des Klimawandels sind: „Der Klimawandel verlangt entschlossenes Handeln – Nichtstun ist keine Option. Die Gesellschaft erwartet einen gesunden Wald, der Schutz bietet, Erholung ermöglicht, Wasser speichert und den nachhaltigen Rohstoff Holz liefert.“
Aktive Bewirtschaftung ist dabei entscheidend, um die Stabilität der Wälder zu sichern. Ohne Management drohe der Wald nicht einfach nur verloren zu gehen, sondern geschädigt seine Funktionen beschleunigt zu verlieren. „Das wäre verantwortungslos!“, so Benger. „Es ist das aktive Waldmanagement, das durch Fachwissen und jahrelange Aus- und Weiterbildung auf die geänderten Klimaverhältnisse reagiert. Diese bilden die Basis für nachhaltige Waldarbeit. Und es ist das Eigentumsverständnis der tausenden Waldeigentümer und -eigentümerinnen, der Familienforstbetriebe, die sich Tag für Tag für den Wald einsetzen.
Aktive Bewirtschaftung ist dabei entscheidend, um die Stabilität der Wälder zu sichern. Ohne Management drohe der Wald nicht einfach nur verloren zu gehen, sondern geschädigt seine Funktionen beschleunigt zu verlieren. „Das wäre verantwortungslos!“, so Benger. „Es ist das aktive Waldmanagement, das durch Fachwissen und jahrelange Aus- und Weiterbildung auf die geänderten Klimaverhältnisse reagiert. Diese bilden die Basis für nachhaltige Waldarbeit. Und es ist das Eigentumsverständnis der tausenden Waldeigentümer und -eigentümerinnen, der Familienforstbetriebe, die sich Tag für Tag für den Wald einsetzen.
Klare Forderung: weniger Bürokratie
Die Branche sieht sich zunehmend mit überbordender Regulierung konfrontiert. Zusätzliche Nachweispflichten und EU-Vorgaben führen zu einer Zertifizierungsflut, die die Arbeit auf der Fläche erschwert. Der gemeinsame Tenor: Waldbewirtschafter sind ein wichtiger Teil der Lösung. Vertrauen wir auf ihre Expertise, statt sie mit Bürokratie zu geißeln, denn es braucht Rahmenbedingungen, die aktives Wirtschaften zur Bewältigung der Auswirkungen des Klimawandels ermöglichen.