Wissen und kulturellen Praktiken rund um Tux-Zillertaler Rind ist Immaterielles Unesco-Kulturerbe
Eine hohe Würdigung erfuhr die Gemeinschaft der Tux-Zillertaler Züchter diese Woche von der Österreichischen Unesco-Kommission aus Wien. Diese teilte in ihrem Schreiben folgendes mit: “Wir freuen uns; Ihnen mitteilen zu können, dass der Fachbeirat in seiner 31. Sitzung, 27. Eintragungsrunde die Aufnahme des Elements ‘Wissen und kulturelle Praktiken rund um das Tux-Zillertaler Rind‘ in das Nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturgutes befürwortet hat.“
Nach einer langen Antragstellung konnte nun endgültig diese hohe Auszeichnung erreicht werden. Neben der weltbekannten Lipizzaner Pferderasse mit der spanischen Hofreitschule ist das Tiroler Urrind der Tux-Zillertaler mit ihrer kulturellen Bedeutung und der 6.000-jährigen Geschichte erst das zweite Element aus der Branche. Erleichtert zeigte sich besonders Christian Moser, der fast zwei Jahre an der Antragstellung feilte und arbeitete. Gemeinsam mit Obmann Alois Huber “Hanser“, Museumsbeauftragen Josef Steinberger “Trieler“ und dem der Ursprungszüchter aus der Gründerzeit Johann Dengg “Floacher“ wurde der Antrag am 12. Juni 2025 in Wien an die Unesco-Kommission überreicht.
Neben dem Erhalt der Rasse ist der Züchtergemeinschaft die Weitergabe des einzigartigen Wissens und der kulturellen Praktiken rund um das Tux-Zillertalern Rind wie den Moarinnen, Glückskühen und Federsymbol wichtig. Diese in der Vergangenheit zu Zeiten des Kuhkampfes entstandenen Praktiken haben für die Gemeinschaft und Menschen - besonders im Zillertal- heute noch einen hohen symbolischen und Identität stiftenden Wert.
Aufgrund dieser großen Auszeichnung, laufen schon Gespräche und Vorbereitungen zur Errichtung des Unesco-Denkmales für das Tux-Zillertaler Rind und seinen Traditionen in Fügen. Eine besondere Rolle spielte das Tux-Zillertaler Rind auch beim Gauder Fest, wo bis in die 50-Jahre des vorigen Jahrhunderts die sog. Kuhkämpfe stattfanden. Heuer war einer der Höhepunkte die “friedliche“ Teilnahme der Tux-Zillertaler im Rahmen der Schau und beim Festumzug. Als besonderes Zeichen gestaltete der bekannte Maler Christian Anton das heurige Gauderfestplakat mit einem Tux-Zillertaler Rind. Ein wichtiger Teil der Beantragung für die erfolgreiche Unesco-Einreichung war auch die Neuauflage des Buches über die Tux-Zillertaler von Martin Reiter und Christian Moser. Darin wurde die 6.000-jährige Geschichte der Tiroler Urrasse mit ihren Traditionen und Praktiken in eindrucksvoller Weise auf 240 Seiten aufgeschrieben und damit für die nächsten Generationen erhalten.