Trockenheit und Hitze fordern die Kärntner Landwirtschaft
Die Hitze hat mittlerweile weite Teile Europas fest im Griff. Auch in Kärnten ist dies deutlich spürbar. Was vor wenigen Jahrzehnten noch als Randerscheinung galt, prägt die Sommermonate mittlerweile maßgeblich.
Trockenheit von ungeahntem Ausmaß
Mehr als 30 Hitzetage sind heuer schon in vielen Gemeinden in Kärnten schon verzeichnet worden. Hohe Niederschlagsdefizite aus dem Vorjahr mitgenommen, mit dem trocknen Frühjahr gepaart, verursachen schon das ganze Jahr über Probleme im Futterbereich, aber auch beim Anbau auf den Feldern. In den Regionen fehlen heuer in der Gesamtbilanz vom 1. Jänner bis 1. August rund 100 mm bis 200 mm Niederschlag, die Defizite aus den Vorjahren summieren sich jedoch. Auch die Temperaturen liegen im laufenden Jahr bis zu 2 °C über dem langjährigen Mittel (1991 bis 2020) rekordverdächtig hoch, die Klimakrise ist nun Realität.
Viehhaltende Betriebe hauptbetroffen
Für die Landwirtschaft stellt die anhaltende Trockenheit vor allem viele viehhaltende Betriebe vor große Herausforderungen. In zahlreichen Lagen werden die Futtervorräte und das Wasser zunehmend knapp. Die derzeit hohen Temperaturen lassen keine vernünftige Schnitt- und Weidenutzung im Futterbau zu – die derzeitigen Schnitte haben eher Pflegecharakter und sind selten ergiebig.
Auch die Ackerkulturen leiden
Der Mai- und Juni-Niederschlag konnten die Situation auf den Betrieben kurzfristig entspannen, der Juli verlief in vielen Teilen Kärntens wieder zu trocken, die Defizite liegen je Region bei 40 bis fast 70 %. Bleibt der Regen auch Anfang August aus, sieht es auch für die am Feld stehenden Ackerkulturen, vor allem auf den leichten Standorten, im Land nicht gut aus. Körnermais- und Silomaisbestände zeigen schon deutliche Trockenheitsanzeichen, sie haben auf diesen sandigen Standorten bereits einen großen Stress, Ertragseinbußen müssen daher schon jetzt regional einkalkuliert werden. Bei Sojabohnen und Ölkürbissen ist die Lage nicht viel besser. Die nächsten Tage werden uns generell zeigen, wohin die Reise bis zur Ernte gehen wird. Besonders im Futtermittelbereich spitzt sich die Lage zu, denn die Preise klettern nach oben und heizen die herausfordernde Lage noch zusätzlich an.
Service-Angebot der Landwirtschaftskammer
Um betroffene Betriebe zu unterstützen, bieten die Landwirtschaftskammer Kärnten und Bio Austria ein umfassendes Service- und Beratungspaket an. Damit soll die durch die anhaltende Trockenheit entstandene Futterknappheit auf viehhaltenden Betrieben abgefedert werden. Ein Schwerpunkt ist mitunter das Lukrieren von Futter aus Zwischenfrüchten. Für Betriebe, die in Zwischenfruchtanbau und Futterversorgung kooperieren wollen, steht nun ein freiwillig zu verwendendes Vertragsmuster zur Verfügung.
Mehr Informationen unter: „Partnerschaft Futterzwischenfrucht – Gemeinsam Futterversorgung sicherstellen“
Mehr Informationen unter: „Partnerschaft Futterzwischenfrucht – Gemeinsam Futterversorgung sicherstellen“