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Futterreserve vom Acker: Zwischenfrüchte gegen die Futterlücke

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04.08.2026 | von Ing. Hans Egger, BEd.

Futterzwischenfrüchte müssen in kürzester Zeit gute Erträge und Nährstoffmengen liefern. Damit die Zwischen-früchte das erreichen können, muss der Aussaatzeitpunkt rechtzeitig erfolgen und Mischungszusammensetzung rich-tig gewählt werden.

IMG_0481.jpg © LK Kärnten/Egger
Einjähriges und Welsches Weidelgras sind lang erprobte Sorten, die höhere, sichere und stabilere Erträge und Qualitäten liefern (Bildaufnahme 24.03.2026). © LK Kärnten/Egger

Stoppelsaaten

Die Stoppelsaaten werden nach der Ernte der Hauptfrucht (z. B. Getreide, Erbse, Ackerbohne oder Silomais) angebaut. Frühe Stoppelsaaten werden Sommerzwischenfrüchte (z.B. Einsömmerige Kleegrasmischung, Einjähriges Raygras, Italienisches Raygras) genannt. Die werden noch heuer im Herbst genutzt. Die Aussaat muss Ende Juli bis Anfang August erfolgen. In acht bis zehn Wochen nach der Aussaat kann mit einer Nutzung gerechnet werden, wenn ausreichende Niederschläge vorhanden sind. Besonders Gräser sind auf die Niederschläge angewiesen. Späte Stoppelsaaten (z. B. Sommerfutterraps) werden im Spätsommer angebaut (bis max. Anfang September) und im Spätherbst (Ende Oktober, Anfang November) genutzt.
Überwinternde Zwischenfrüchte werden Mitte September bzw. Anfang Oktober angebaut und im nächsten Frühjahr genutzt.

Futterkonservierung von Zwischenfrüchten

Die Grünverfütterung der Zwischenfrüchte ist im Herbst immer ein Problem bezüglich der Bodenbefahrbarkeit. Eine Beweidung ist auch möglich, allerdings soll diese schonend erfolgen. Ansonsten kann das Futter nur mehr in Form von Silage konserviert werden. Sommer- und Winterfutterraps sind die klassischen Zwischenfrüchte für die Grünfütterung. Eine Silierung hat wegen des hohen Wassergehaltes wenig Sinn. Für die Grünfütterung und Silierung eignen sich Raygräser, Kleegras, sowie Landsbergergemenge, das einsömmerige Kleegras, der Wiesenschweidel sehr gut. Bei unsicherer Wasserversorgung ist ein Kleeanteil in der Mischung immer ratsam.
Grünschnittroggen und Grünhafer (Vorsicht Rostgefahr bei ungebeiztem Saatgut) können bei früher Aussaat noch im selben Jahr genutzt werden. Ansonsten kann der Grünschnittroggen bis Ende September bzw. Anfang Oktober angebaut werden, wobei die Nutzung im kommenden Frühjahr (Ende April bis Anfang Mai) vor den Silomaisanbau erfolgt.

Mehr Informationen zu den Saatgutmischungen, siehe Tabelle 1, bzw. Feldbauratgeber – Herbstanbau 2026, ab Seite 36.
 

Futterpflanzen für den Zwischenfruchtbau

Futterpflanze Saat-Menge Saat- Saatzeit Ernteangabe
in kg pro ha tiefe
in cm
Alexandrinerklee 30 – 35 01. Feb A Juli – E Juli Schnitt vor der Blüte durchführen
Bastardraygras 30 – 40 01. Feb August Sehr gute Futterqualitäten
Einsömmerige Kleegrasmischung 35 01. Feb Juli – Mitte August Sehr gute Futterqualitäten
(ÖAG-Qualität) (einjähriges Raygras,Perser-und Alexandrinerklee
Neu: Rotkleegras-mischung für ein Hauptnutzungsjahr (RS) 35 01. Feb Juli – Mitte August Sehr gute Futterqualitäten
(Bastard Raygras, Englisches Raygras, Italienisches Raygras, Knaulgras und Rotklee
Inkarnatklee 35 01. Feb August – A September Mit Landsberger Gemenge, da Bestandteil.
Perserklee 25 01. Feb A Juli – E Juli Schnitt gegen Blühende vornehmen
Rotklee 20 01. Feb Juli – Mitte August Gute Futterqualitäten, meistens im Gemenge
Sommerfutterraps Okt 15 01. Feb Juli – September für Futternutzung Juli / August 10 kg/ ha Aussaat, geht im Ansaatjahr nicht in Blüte
Winterfutterraps Okt 15 01. Feb Juli – Sep-tember für Futternutzung Juli / August 10 kg/ ha Aussaat, geht im Ansaatjahr nicht in Blüte
Italienisches Raygras (Welsches Weidelgras) 30-40 01. Feb Juli – August überwintert in milderen Lagen, guter N – Verwerter
Landsberger Gemenge 60 01. Feb Juli – September spätsaatverträgliche Saatgutmischung mit guter Vorfruchtwirkung, 30 – 40kg/ha, wäre auch als Rotationsbrache möglich
Grünschnittroggen 130 01. Feb August - September Gute Bestockung. Besonders gute Frühjahrsschnitte (vor den Silomaisanbau) möglich
Einjähriges Raygras (Westerwoldisches Raygras) 40 01. Feb Juli - August nicht winterhart,
schnellwüchsig
Wiesenschweidel 30 01. Feb Juli - August Mehrjährig, Kreuzung zwischen Wiesenschwingel und Raygras, Kreuzungen mit italienischen Raygras wachsen schneller z.B.: Sorte Felopa, Perun)
Samena Solide W20T Kleegras 40 01. Feb Juli – Mitte August überjährige Zwischenfruchtkleegrasmischung
(Ital. Raygras betont), raschwüchsig, schmackhaftes Futter
Futterprofi EI Saatbau Linz 30 – 40 01. Feb Juli – Mitte August schnelles Wachstum
als überjährige Nutzung in allen Lagen geeignet
sichert Futtererträge auch in trockensten Jahren
sehr gute Eignung als Folgefrucht nach Wintergetreide
Quelle: Feldbauratgeber - Herbstanbau 2026

Bodenbearbeitung und Aussaat

Eine oberflächliche Bodenlockerung bewirkt ein Unterbrechen der Kapillarwirkung und damit eine verminderte Wasserverdunstung über den Boden. Sandböden (leichte Böden) weisen ihr bestes Wasserspeichervermögen auf, wenn sie nur gering gelockert werden. Sie müssen unter Umständen wieder rückverfestigt werden. Tonböden verfügen nur bei starker Lockerung über größere, pflanzenverfügbare Speichermengen an Wasser. Jede Lockerung verbraucht Wasser, da die oberen Bodenschichten abtrocknen. Bei geringen Niederschlagsmengen soll der Boden nur wenig gelockert werden. Die Zwischenfruchtanlage mit Grubber bzw. Kreiselgrubber, Kreiselegge, Rototiller plus Sämaschine wären hier ratsam.
Die Drillsaat hat sich bei trockenen Bedingungen gut bewährt, die optimale Saattiefe beträgt 2 cm. Ansonsten wird der Feldaufgang negativ beeinflusst. Die Breitsaat ist vor allem bei ausreichenden Niederschlägen zu empfehlen. Wichtiges Kriterium für die Saatzeit sollte der Bodenzustand sein. Dieser sollte soweit abgetrocknet sein, dass dieser ohne Verdichtungsschäden bearbeitet werden kann.
Das Anwalzen nach dem Sävorgang muss gewährleistet werden, damit die Futterverschmutzung so gering wie möglich gehalten wird. Bei zu trockenem Boden und bei hohen Temperaturen sollte mit der Anlage und Aussaat der Futterzwischenfrucht noch zugewartet werden.
IMG_7223.jpg © LK Kärnten/Egger
Der Grünschnittroggen liefert im kommenden Frühjahr sehr gute Erträge (Bildaufnahme 26.04.2014). © LK Kärnten/Egger

Düngung

Bei einer Futter-Zwischenfrucht mit einem Leguminosenanteil von über 60 % sind 40 kg Reinstickstoff pro Hektar ausreichend. Futter-Zwischenfrüchte mit einem Leguminosenanteil von unter 60 % können mit 80 kg Reinstickstoff pro Hektar gedüngt werden. Vor dem Anbau können Wirtschaftsdünger optimal eingesetzt werden. Nach dem Aufgang kann mineralischer Stickstoff die Ertragsleistung verbessern. NAPV zieht vor SGD, das heißt es sind ab der Ernte der Kultur im Herbst zu Zwischenfrüchten max. 60 kg N ab Lager/ha möglich.

Mischungsempfehlungen

  • Landsberger Gemenge (Kosten ~ 250 – 290 €)
    • Komponenten: Raygras, Inkarnatklee, Winterwicke; Aussaatmenge rund 50 – 80 kg/ha
    • 3 Mischungspartner, 2 Pflanzenfamilien
 
  • Einsömmerige Kleegrasmischung (Kosten ~ 175 €)
    • Komponenten: Einjähriges Raygras, (Bastardraygras), Alexandrinerklee, Perserklee; Aussaatmenge rund 25 kg/ha
    • 3-4 Mischungspartner, 2 Pflanzenfamilien
 
  • TL FutterGreen einjährig (Kosten ~ 165 €)
    • Welsches Weidelgras, Inkarnatklee, Winterwicke, Rotklee, Bastardweidelgras, Schwedenklee, Aussaatmenge rund 40 kg/ha
    • 6 Mischungspartner, 2 Pflanzenfamilien
  • Rotkleegrasmischung RS
    • Bastardraygras, Englisches Raygras, Italienisches Raygras, Rotklee; Aussaatmenge rund 27kg/ha
    • 4 Mischungspartner, 2 Pflanzenfamilien
 
  • Grünschnittroggen lt. Saatgutgesetz in Reinsaat (z.B.  Beskyd, Chrysanth Hanserroggen, Lunator, Powergreen usw.); (Kosten ~350 €)
    • Aussaatmenge rund 150 kg/ha
    • (Var. 6 oder System IG als ZWFR nach dem 20. Sept. bis 15. Oktober in Reinsaat, (möglich wäre hier auch noch Zumischung von abfrostenden Komponenten)

Downloads zum Thema

  • Feldbauratgeber Herbst-2026-Web PDF 4,96 MB

Links zum Thema

  • Feldbauratgeber Herbst 2026
  • Begrünungen im ÖPUL - was zu beachten ist Für eine erfolgreiche Teilnahme an den ÖPUL-Maßnahmen sind die jeweiligen Vorgaben zu Anlage, Nutzung und Umbruch genau einzuhalten.
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