Wertschätzung muss auch Wertschöpfung bringen
Die Erleichterung über den Regen der letzten Woche, der zwar nicht ausgereicht, aber doch in vielen Fällen das Schlimmste verhindert hatte, war beim diesjährigen Rindfleischfest am Gut Ossiacher Tauern spürbar. Die Freude über den wieder sehr gelungenen Auftritt der BVG Kärntner Fleisch und der Rinderproduktionsringe ließ das Thema Trockenheit etwas in den Hintergrund rücken, wiewohl BVG-Obmann Josef Fradler bei der Eröffnung darauf hinwies, dass die Landwirtschaft die Klimaveränderung als Erste spüre: „Wenn Regen ausbliebt, stehen wir vor zusätzlichen Herausforderungen“. Landwirtschaft könne man nicht ein- oder ausschalten. „Wir brauchen sie tagtäglich“, sagte Fradler. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen sei notwendig, um Lebensmittel herzustellen. „Wer wird sie produzieren, wenn wir sie nicht mehr liefern können?“, warf er die Frage auf, die angesichts der zahlreichen kulinarischen Köstlichkeiten die Hoffnung weckte, dass dieses Szenario nicht eintreten möge.
„Unsere Landwirtschaft kann Qualität“, betonte Fradler und an die 6000 Besucher konnten sich am Sonntag davon überzeugen. Dass diese Qualität ihren Preis haben müsse, bekräftigten auch Landwirtschaftskammerpräsident Siegfried Huber und Agrarreferent Martin Gruber. „Die Leistung unserer Bauern verdient nicht nur Wertschätzung, sondern auch Wertschöpfung“, lautete unisono der Appell an Politik, Konsumenten und Gastronomie, regionale Produkte zu fördern. „Wir dürfen Transparenz am Teller verlangen“, plädierte Fradler im Namen aller Redner für verpflichtende Herkunftskennzeichnung. „Das Fest ist ein starkes Zeichen für Regionalität, auf das wir stolz sind“, bedankte sich Ossiachs Bürgermeister Gernot Prinz bei Veranstaltern und Teilnehmern. Dem schlossen sich Landesbäuerin und LK-Vizepräsidentin Astrid Brunner, Landtagsabgeordnete Stefanie Ofner, die Kammervorstände KR Hermann Schluder und KR Marjan Čik sowie Vizepräsident Roman Linder an. Als Ehrengast dabei war erstmals Christoph Atzmüller von der Wirtschaftskammer Österreich.
Die kulinarische Palette von Burger, Tafelspitz, Rinder-Gab über Gulasch bis zu Steak und Asado vom ganzen Jungrind, vom Team um Partyköchin Yulia Haybäck am Grill zubereitet, war auch diesmal viel zu vielfältig, um alles auch nur annähernd probieren zu können. Auch die köstlichen Torten und Kuchen von Maria Irasch und Silvia Writzl machten die Wahl schwer. So bleibt der Wunsch, das heuer nicht Verkostete nächstes Jahr genießen zu können.