Die Preisverleihung des agrarischen Innovationspreises war ein Fest der Inspiration und macht Mut neue Wege zu gehen. Familie Schneeweiß aus Ebenthal heimste mit ihren „Kulinarischen Erlebnissen“ die meisten Voting-Stimmen ein.
Aus insgesamt 24 tollen Einreichungen kürte die Fachjury, bestehend aus Vertretern des Landes Kärnten, der LK Kärnten, des Landesverbandes der bäuerlichen Direktvermarkter, der Universität für Bodenkultur und der Kleinen Zeitung die zehn Finalisten, die sich einem Online-Publikumsvoting stellten. Mit über 12.500 Stimmen war die Beteiligung erfreulich hoch. Die Abschlussveranstaltung am 12. März im Bildungshaus Schloss Kastowitz, war nicht nur Anlass zum Feiern, sondern eine beeindruckende Leistungsschau, die Ideen, Tatkraft und Zuversicht der Betriebe spürbar machte.
Platz 1 für Kathi und Hans Schneeweiß aus Ebental in Klagenfurt
Über den Hauptpreis (3000 Euro, gestiftet vom Land Kärnten) darf sich Familie Schneeweiß aus Ebenthal bei Klagenfurt für ihre „Kulinarischen Erlebnisse“ freuen. Bei Familie Schneeweiß leben vier Generationen am Bauernhof. Das Hauptaugenmerk liegt für sie in der nachhaltigen und tierfreundlichen Haltung ihrer Schweine – für die ein neuer Tierwohlstall mit Strohliegefläche, überdachtem Auslauf ins Freie und großzügigem Platzangebot geschaffen wurde. Die Qualität zeichnet sich nicht nur durch die stressfreie Schlachtung am Hof, sondern auch durch die natürliche, traditionelle Verarbeitung zu diversen Produkten aus. Diese werden über verschiedene Selbstbedienungsläden vertrieben und im Catering veredelt. Durch Zusammenarbeit mit vielen regionalen bäuerlichen Partnern und Kleinbetrieben aus Kärnten zaubern sie mit Ihren Mitarbeitern im Catering exzellente Gerichte, die schon viele Gäste von Wien bis nach Rom begeistert haben.
Johannes Rauter, ein innovativer und junger Bergbauer aus Sankt Lorenzen im Lesachtal, konnte den guten zweiten Platz (dotiert mit 2000 Euro, gestiftet von der LK Kärnten) erringen. Familie Rauter betreibt ihre Landwirtschaft auf 1300 Meter Seehöhe und setzt sich mit Leidenschaft für bedrohte Tierrassen wie „Pustertaler Sprinzen“, „Pinzgauer Rinder“ und „Kärntner Brillenschafe“ ein. Mit einem innovativen mobilen Geflügelstall – eine echte Herausforderung in Hanglage – erzeugen und vermarktet sie das „Lesachtaler Berg-Ei“, das sowohl direkt aber auch über den Handel und die Gastronomie seinen Weg zum Kunden findet und sehr geschätzt wird. Ab April werden in darüber hinaus in der neuen, hofeigenen Nudelmanufaktur Lesachtaler Bergnudeln hergestellt.
Der 3. Preis (1000 Euro, gestiftet vom Landesverband bäuerlicher Direktvermarkter) geht an die Familie Rohrer in Kleblach Lind im Drautal. Ihr gelang es, mit ihrer Produktvielfalt, die in Handarbeit erzeugt wird, zu begeistern. Der Banklerhof, ein traditioneller Familienbetrieb, entwickelte sich von einem rinderhaltenden Betrieb zu einem erfolgreichen regionalen Fleischveredler, der mittlerweile vier Mitarbeiter aus der Region beschäftigt. Alle Lebensmittel, die in ihrem Hofladen angeboten werden, werden noch selbst per Hand nach überlieferten Rezepturen mit großer Sorgfalt hergestellt. Die Direktvermarktung ist dabei ein wichtiges Standbein. Vom selbstgemachten Bauernbrot über diverse Fleisch- und Wurstwaren bis hin zu Edelbränden kann der Kunde aus einem reichhaltigen Sortiment wählen. Der Banklerhof verbindet Tradition mit Innovation und ist eine gewachsene Erfolgsgeschichte.
Mut für neue Wege und neue Technologien
Nicht nur die Erstplatzierten haben Großartiges geleistet, alle anderen Finalisten verkörpern mit ihren Ideen und Engagement ein würdiges Zukunftsbild unserer vielseitigen heimischen Landwirtschaft. Ihnen allen sprachen die Vertreter der Vifzack-Partner – Präsident Siegfried Huber für die LK, LHStv. Martin Gruber für das Agrarreferat des Landes Kärnten, Obfrau Petra Pobaschnig für den Landesverband der bäuerlichen Direktvermarkter Kärnten und Karin Koncsik als Vertreterin des Medienpartners Kleine Zeitung Dank und Anerkennung für den Mut, neue Wege zu gehen, aus.
Fabian Butzenlechner von der Innovationfarm Österreich verdeutlichte in seinem Impulsreferat, wie sehr die Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in der praktischen Arbeit der Land- und Forstwirtschaft bereits angekommen ist. Der Vifzack 2026 verdeutlicht wie wichtig es ist, mit Mut und Zuversicht – trotz herausfordernder Zeiten oder vielleicht gerade deshalb – in die Zukunft zu blicken. Gemeinschaftsaktionen wie diese schmieden die Einreicher und Veranstalter zusammen und tragen dazu bei, dass Neues in die breite Öffentlichkeit getragen werden.
Herzlichen Glückwunsch allen Finalistinnen und Finalisten, insbesondere den Preisträgern des Vifzack 2026!