Mit tiergestützten Angeboten neue Wege gehen
Tiere gehören zum Bauernhof. Sie liefern Lebensmittel, prägen den Arbeitsalltag und sind für viele Menschen ein wichtiger Teil des Hoflebens. Doch sie können noch mehr: Richtig eingesetzt, unterstützen sie Menschen beim Lernen, in ihrer Entwicklung und im Alltag. Für bäuerliche Betriebe eröffnet der tiergestützte Einsatz damit eine weitere Möglichkeit, ihr Angebot zu erweitern und ein zusätzliches Standbein aufzubauen.
Neben Urlaub am Bauernhof und Direktvermarktung hat sich Green Care in Österreich als weitere Form der Diversifizierung etabliert. Seit 2011 werden dabei landwirtschaftliche Ressourcen wie Tiere, Gärten, Wälder oder hofeigene Lebensmittel für pädagogische, soziale und gesundheitsfördernde Angebote genutzt. Die Bandbreite reicht von Bauernhofkindergärten über Beschäftigungsprojekte für Menschen mit Behinderung bis hin zu Angeboten für ältere Menschen. Österreichweit gibt es mittlerweile 149 zertifizierte Green-Care-Betriebe.
Neben Urlaub am Bauernhof und Direktvermarktung hat sich Green Care in Österreich als weitere Form der Diversifizierung etabliert. Seit 2011 werden dabei landwirtschaftliche Ressourcen wie Tiere, Gärten, Wälder oder hofeigene Lebensmittel für pädagogische, soziale und gesundheitsfördernde Angebote genutzt. Die Bandbreite reicht von Bauernhofkindergärten über Beschäftigungsprojekte für Menschen mit Behinderung bis hin zu Angeboten für ältere Menschen. Österreichweit gibt es mittlerweile 149 zertifizierte Green-Care-Betriebe.
Zwei Varianten
Grundsätzlich wird zwischen der Tiergestützten Aktivität am Hof (TGA) und der Tiergestützten Intervention am Hof (TGI) unterschieden.
Bei der Tiergestützten Aktivität (TGA) stehen das Erlebnis, die Freizeit und das Lernen im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden beobachten, füttern, pflegen die Tiere und erfahren, wie der Alltag am Bauernhof aussieht. Ein individueller Förderplan ist dabei nicht vorgesehen. Für die Umsetzung ist eine tiergestützte Ausbildung mit mindestens 100 Unterrichtseinheiten erforderlich.
Die Tiergestützte Intervention (TGI) geht einen Schritt weiter. Hier werden Tiere gezielt in pädagogische, soziale oder therapeutische Angebote eingebunden. Sie können etwa Kinder beim Lernen unterstützen oder Menschen mit Beeinträchtigungen in ihrer Entwicklung begleiten. Die Einheiten verfolgen konkrete Ziele, werden geplant und dokumentiert. Voraussetzung sind ein passender sozialer, pädagogischer oder therapeutischer Grundberuf sowie eine tiergestützte Ausbildung mit mindestens 200 Unterrichtseinheiten.
Dass solche Angebote etwas bewirken können, zeigt eine Begleitstudie der Universität Graz zu einem Schulprojekt. Bei den teilnehmenden Kindern wurden unter anderem Verbesserungen bei Aufmerksamkeit, Sozialverhalten und Regelverständnis beobachtet.
Bei der Tiergestützten Aktivität (TGA) stehen das Erlebnis, die Freizeit und das Lernen im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden beobachten, füttern, pflegen die Tiere und erfahren, wie der Alltag am Bauernhof aussieht. Ein individueller Förderplan ist dabei nicht vorgesehen. Für die Umsetzung ist eine tiergestützte Ausbildung mit mindestens 100 Unterrichtseinheiten erforderlich.
Die Tiergestützte Intervention (TGI) geht einen Schritt weiter. Hier werden Tiere gezielt in pädagogische, soziale oder therapeutische Angebote eingebunden. Sie können etwa Kinder beim Lernen unterstützen oder Menschen mit Beeinträchtigungen in ihrer Entwicklung begleiten. Die Einheiten verfolgen konkrete Ziele, werden geplant und dokumentiert. Voraussetzung sind ein passender sozialer, pädagogischer oder therapeutischer Grundberuf sowie eine tiergestützte Ausbildung mit mindestens 200 Unterrichtseinheiten.
Dass solche Angebote etwas bewirken können, zeigt eine Begleitstudie der Universität Graz zu einem Schulprojekt. Bei den teilnehmenden Kindern wurden unter anderem Verbesserungen bei Aufmerksamkeit, Sozialverhalten und Regelverständnis beobachtet.
Qualifikation
Wer ein tiergestütztes Angebot am Hof aufbauen möchte, sollte sich frühzeitig mit den rechtlichen Rahmenbedingungen befassen. Reine Bildungsangebote gelten als freie Tätigkeit, sofern die Wissensvermittlung im Vordergrund steht und keine gewerbe- oder berufsrechtlich geschützten Leistungen angeboten werden. Erlebnisangebote wie Ferienbetreuung oder Kindergeburtstage fallen hingegen meist unter das freie Gewerbe der Animation. Für tiergestützte Interventionen braucht es einen rechtlich passenden Grundberuf oder ein entsprechendes reglementiertes Gewerbe. Entscheidend ist, dass Angebot, Qualifikation und rechtliche Grundlage zusammenpassen.
Auch die Qualität und Sicherheit müssen stimmen. Seit 2015 gibt es für Green-Care-Betriebe ein eigenes Zertifizierungssystem. Für die Green-Care-Hoftafel prüft die unabhängige, akkreditierte Zertifizierungsstelle SystemCERT unter anderem die Sicherheit am Hof, die Qualifikation der Anbieterinnen und Anbieter, die rechtlichen Voraussetzungen und die Eignung der Tiere. Sie müssen auf den Einsatz mit Menschen vorbereitet sein und artgerecht gehalten werden.
Österreichweit werden derzeit 74 tiergestützte Angebote auf Green-Care-Höfen umgesetzt. Sie zeigen, wie sich vorhandene Ressourcen am Hof sinnvoll erweitern lassen. Denn ein Nutztier kann nicht nur Teil der landwirtschaftlichen Produktion sein, sondern – bei entsprechender Eignung und Vorbereitung – auch Menschen auf besondere Weise begleiten. Darin steckt eine Chance für neue Angebote und mehr Vielfalt am Bauernhof.
Auch die Qualität und Sicherheit müssen stimmen. Seit 2015 gibt es für Green-Care-Betriebe ein eigenes Zertifizierungssystem. Für die Green-Care-Hoftafel prüft die unabhängige, akkreditierte Zertifizierungsstelle SystemCERT unter anderem die Sicherheit am Hof, die Qualifikation der Anbieterinnen und Anbieter, die rechtlichen Voraussetzungen und die Eignung der Tiere. Sie müssen auf den Einsatz mit Menschen vorbereitet sein und artgerecht gehalten werden.
Österreichweit werden derzeit 74 tiergestützte Angebote auf Green-Care-Höfen umgesetzt. Sie zeigen, wie sich vorhandene Ressourcen am Hof sinnvoll erweitern lassen. Denn ein Nutztier kann nicht nur Teil der landwirtschaftlichen Produktion sein, sondern – bei entsprechender Eignung und Vorbereitung – auch Menschen auf besondere Weise begleiten. Darin steckt eine Chance für neue Angebote und mehr Vielfalt am Bauernhof.
Fünf Kärntner Beispiele
In Kärnten bieten derzeit fünf Bauernhöfe tiergestützte Angebote an: drei im Bereich Tiergestützte Aktivität (TGA) und zwei im Bereich Tiergestützte Intervention (TGI).
TGA:
TGA:
- Am Bruggerhof im Mölltal stehen bei der Tiergestützten Aktivität Pferde und Maultier Ludwig im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden lernen dabei, ihre eigenen Stärken und Herausforderungen bewusster wahrzunehmen.
- Der Gorihof in der Nähe von Wolfsberg bietet Kindern abwechslungsreiche und lehrreiche Stunden mit unterschiedlichen Zwei- und Vierbeinern. Dabei lernen sie Tiere mit ihren Bedürfnissen kennen und tauchen in das Leben am Bauernhof ein.
- Der Hof von Susanne Schützinger – Sanadea Miniaturpferdezucht in Velden – richtet sich an Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsverzögerungen sowie Sprach- und Lernschwierigkeiten. Mit entwicklungsdidaktischen Lerntrainings werden die Selbstwahrnehmung und die Handlungskompetenzen der jungen Menschen gezielt gefördert.
- Denise Kolbitsch und ihr Team in Ledenitzen begleiten Kinder und Jugendliche mit körperlichen, seelischen und sozialen Beeinträchtigungen im gemeinnützigen Verein Horsense. Die Einheiten finden mit Pferden statt. Ein besonderer Schwerpunkt ist neben dem heilpädagogischen Reiten der integrative Reitsport: Er motiviert und fördert die Teilnehmenden und ermöglicht ihnen, sich bis hin zur Teilnahme an Special-Olympics-Turnieren weiterzuentwickeln.
- Am AVS-Therapiebauernhof von Dagmar Hermanig in Köttmannsdorf werden Kinder, die in den verschiedenen Ambulanzen der AVS physiotherapeutisch betreut werden, zusätzlich tiergestützt begleitet. Die tiergestützte Therapie ergänzt dabei die bestehende physiotherapeutische Betreuung.