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Mit Schafen und Ziegen erfolgreich durch den Herbst

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02.09.2026

Sechs Tipps, die zu dieser Jahreszeit beachtet werden sollten.

Almabtrieb1.jpg © LK Kärnten/Eduard Penker
Der Almsommer für Schafe und Ziegen geht langsam zu Ende, mit Einhaltung einiger Grundsätze ist ein erfolgreicher Herbst garantiert. © LK Kärnten/Eduard Penker
1| Grundregeln auf der Herbstweide
Mit dem Ende des Almsommers kehren die Schafe und Ziegen wieder auf die Heimflächen zurück. Diese Weiden sind wegen geringerer Parasitenbelastung zu bevorzugen, falls sie als Mähfläche genutzt wurden oder wenn Rinder und Pferde sie wegen ihrer bekannten Filterfunktion vorher beweideten.
Hinsichtlich der Weidehygiene sind diese Varianten im Vergleich zu ständig mit Schafen und Ziegen bestoßenen Flächen zu bevorzugen. Eine zentrale Rolle spielen dabei der Ausscheidungsstatus belasteter Tiere und die verminderte Re­infektion durch eine zehn bis maximal 14 Tage dauernde Beweidung mit nachfolgendem Umtrieb. Die Weidegröße ist nach der Anzahl der Tiere und der begrenzten Weidedauer zu bemessen. Ältere Tiere, wie Galtschafe, sind mit einer geringeren Anfälligkeit bzw. Parasitenbeeinträchtigung zu beurteilen als erstsömmerige oder wenige Wochen alte Lämmer, die noch keine Immunität ausgebildet haben. Eine notwendige Behandlung (nach Kotprobenbefund) sollte nicht bis in den Spätherbst aufgeschoben werden. 

2| Parasiten gezielt bekämpfen
Lammende Muttertiere können zum Zeitpunkt der höchsten Stoffwechselaktivität wirkungsvoll und besonders gezielt behandelt werden. Die jeweilige Körperkondition und die Schleimhautfarbe in den Augenlidern geben über mögliche Belastungen Auskunft. Mit Kotprobenbefunden von zufällig ausgesuchten Einzeltieren in den jeweiligen Altersgruppen - Lämmer, Jungschafe und Mutterschafe - werden konkrete Belastungen gezielt behandelt. Aus Erfahrung benötigen Ziegen im Vergleich zu Schafen (bezogen auf das Körpergewicht) die zweifache Aufwandmenge an Wurmmittel. Gegen Magen-Darm-Würmer, Lungenwürmer und Leberegel (kleiner und großer) ist mit gezielten Präparaten vorzugehen. Hierbei sind jene Mittel anzuwenden, welche vom Betreuungstierarzt und TGD empfohlen werden, eine entsprechende Dokumentation ist verpflichtend durchzuführen. Biobetriebe haben doppelte Wartezeiten einzuhalten.

3| Flushing oder Stoßfütterung
Der Effekt der Flushingfütterung kann auch mit einer intensiven Herbstweide nach der Almsaison mit stark nachlassenden Weideleistungen zum Teil erreicht werden. Die Zufütterung von Getreide und Leckmasse verbessert nachweislich die Befruchtungsrate, die Ablammergebnisse sind statistisch gesehen je Mutterschaf höher.

4| Lämmer von der Herde trennen
Lämmer sollen von der Herde zum frühestmöglichen Zeitpunkt getrennt und eingestallt werden – bestmöglich auch geschlechtergetrennt. Empfehlenswert ist eine Schur, diese gewährleistet effizientere Zunahmen. Die Weideleistung nimmt im fortschreitenden Herbst rapide ab. Bewährt hat sich eine langsame Umstellung mit Heu und beginnenden Kraftfuttergaben. Die Eiweißhöhe soll auf das Grundfutter abgestimmt sein, zu hohe Eiweißgehalte belasten den Tierorganismus.

5| Leistungstiere gezielt versorgen
Hochtragende und säugende Muttertiere reagieren auf abrupte Futterwechsel empfindlich. Bereits stark abgeweidete Herbstaufwüchse im Wechsel auf eine zu intensive Futterzulage (Silage, Kraftfutter) zum Zeitpunkt der Einstallung in Kombination mit Stress und Bewegungsmangel können zu akuten Stoffwechselentgleisungen führen. Gruppentrennung und gezielte Versorgung sind selbst für erfahrene Tierhalter immer eine Herausforderung. Empfindliche Fröste und Temperaturstürze mit Niederschlägen sind für Schafe und Ziegen unbedingt zu vermeiden. Eine zeitgerechte Einstallung ist unerlässlich.

6| Pflegemaßnahmen einhalten
Die Trennung in bestimmte Gruppen, Behandlungen und Selektionsmaßnahmen ­sollte immer gezielt erfolgen. Der Klassiker unter den Pflegemaßnahmen ist die Schafschur. Diese sollte zeitgerecht erfolgen, damit Schafe und Lämmer einen entsprechenden Witterungsschutz durch die bereits wieder angewachsene Wolle haben. Die Eingabe sogenannter Spurenelemente, Bolis, kann ebenso bei der Schur erfolgen. Neben der Schafschur gehören der Klauenschnitt und eine Klauenbehandlung zu den verpflichtenden Pflegemaßnahmen. Bei entzündlichen Veränderungen an der Klaue wird ein Klauenbad mit einer Kupfersulfatlösung empfohlen. Mit den angeführten Pflegemaßnahmen können gesunde Bestände auch entsprechende Leistungen erbringen - und effektive Fütterungsmaßnahmen zu gewünschten wirtschaftlichen Erfolgen führen.

Veranstaltungen und Zuchttiermärkte

  • Am 12. und 13. September (Samstag und Sonntag) geht in Heiligenblut am Großglockner das 24. Glocknerlammfest über die Bühne. Am Sonntag, den 13. September, erwartet die Besucher eine Ausstellung heimischer Schaf- und Ziegenrassen von Züchtern aus der Region. Beginn ist jeweils um 11 Uhr.
    Info: www.heiligenblut.at.
     
  • Am 26. September (Samstag) veranstaltet der Schaf- und Ziegenzuchtverband Kärnten gemeinsam mit der RGO Osttirol in Lienz seine Herbstversteigerung. Versteigerungsbeginn ist um 10.30 Uhr. Das Hauptangebot bilden die Bergschafrassen mit dem Tiroler Berg- und Steinschaf, Braunen Bergschaf, Juraschaf und den Fleischschafrassen.
    Info: www.rgo.at.
     
  • Am 3. Oktober (Samstag) ist in Feldkirchen am Veranstaltungsgelände Laboisen der traditionelle Tag der Schaf- und Ziegenhaltung (SchaZie-Fest) geplant. Präsentiert werden im Rahmen einer Landesschau unter anderem alle heimische Schaf- und Ziegenrassen, zudem gibt es einen Bambini- und Jungzüchterwettbewerb. Kulinarische Spezialitäten von Schaf- und Ziegenprodukten erwarten die Besucher, dazu gibt es eine umfangreiche Ausstellung verschiedenster Firmen.
    Info: www.schafe-ziegen-kärnten.at.
     
  • Am 10. und 11. Oktober (Samstag, ­Sonntag) werden in St. Donat die bundesweiten Zentral­körungen/​Versteigerungen abgehalten. Am Samstag, den 10. Oktober , stehen die Krainer Steinschafe im Mittelpunkt. Am Sonntag, den 11. Oktober , dreht sich alles um das Kärntner Brillenschaf. Die ­Versteigerungen starten jeweils um 13 Uhr.
    Info: www.brillenschafe.at und www.krainersteinschaf.at. 

Links zum Thema

  • brillenschafe.at
  • krainersteinschaf.at
  • heiligenblut.at
  • rgo.at
  • schafe-ziegen-kärnten.at
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