Mit Leidenschaft zu neuen Betriebszweigen
Christina Sabitzer-Striednig hat den Jurehof in Himmelberg im Jahr 2020 übernommen. Gemeinsam mit ihrem Mann Martin hat sie aus einem über Jahre verpachteten Betrieb mit herausfordernder Ausgangslage, sowohl wirtschaftlich als auch hinsichtlich der Bausubstanz, einen besonderen Ort geschaffen. Nach Abschluss der landwirtschaftlichen Facharbeiterausbildung entschied sie gemeinsam mit ihrem Mann, den Pachtvertrag nicht mehr zu verlängern und den Betrieb selbst zu bewirtschaften. Die junge Betriebsführerin stellte sich eine entscheidende Frage: Welche Form der Landwirtschaft passt zu unserem Hof, seinen Flächen und zu unserem Leben? Christinas Leidenschaft für die Jagd und die vielen Steilflächen des Betriebes brachten die Wildtierhaltung ins Spiel. Nach Besichtigungen verschiedener Betriebe und Betriebszweige fiel die Entscheidung für ein Fleischproduktionsgatter. Mit viel Eigenleistung entstand ein rund 9 ha großes Wildgatter. Etwa 3,7 km Wildzaun und mehr als 503 m hohe Steher wurden verbaut. Eine eigene Fütterungsanlage sorgt für effiziente Arbeitsabläufe. Parallel dazu bildete sich die Landwirtin laufend weiter und absolvierte Kurse und Sachkundenachweise rund um Tierhaltung, Fleischverarbeitung und Vermarktung. Heute wird das Wild direkt am Jurehof geschlachtet, verarbeitet und vermarktet. Das Gattermanagement liegt in den Händen der passionierten Jägerin und Betriebsführerin. Dabei gilt ihr besonderes Augenmerk einer vitalen Herde – sie ist die Grundlage für eine erfolgreiche Zucht.
Alte Mauern, neue Chance
Innerhalb weniger Jahre haben Christina und der handwerklich geschickte Martin zahlreiche Gebäude saniert und ihnen neue Funktionen gegeben. Der rund 320 m2 große Gewölbestall wurde innen und außen umfassend revitalisiert. Alte Steinmauern wurden freigelegt und saniert, Holzelemente erneuert. Auch die Nebengebäude und der traditionelle Troadkasten wurden behutsam instandgesetzt. Der ehemalige Heustadel erhielt ebenfalls eine neue Funktion. Neue Balken und Böden wurden eingebaut und Teile des Stadels für Veranstaltungen adaptiert. Ergänzt wurde das Ensemble durch einen Zubau. Im unteren Bereich befindet sich der Schlacht- und Fleischverarbeitungsraum, im oberen ein barrierefrei zugänglicher Seminar- und Veranstaltungsraum mit Küche und Platz für familiäre Feste. Dieser ist stufenlos mit dem Veranstaltungsbereich im alten Stadel verbunden.
Hof der Begegnung
Der Name „Hof der Begegnung“ ist hier Programm: Menschen feiern Hochzeiten und Feste, besuchen Konzerte und Veranstaltungen oder genießen einfach die besondere Atmosphäre der historischen Hofstelle. Landwirtschaft wird dabei nicht vom übrigen Hofleben getrennt. Wildtierhaltung, Fleischverarbeitung und Direktvermarktung gehören ebenso zum Jurehof wie Begegnung, Kultur und Gastlichkeit. Die verschiedenen Betriebsbereiche greifen ineinander und bilden gemeinsam das Fundament des Jurehofs.
Der Jurehof erzählt eine Geschichte von Mut, Ausdauer und dem Vertrauen in den eigenen Weg. Christina Sabitzer-Striednig zeigt, wie es gelingen kann, Bestehendes wertzuschätzen, eigene Stärken zu erkennen und daraus neue Perspektiven für einen landwirtschaftlichen Betrieb zu entwickeln. Denn wo Frauen wirken, Ideen wachsen dürfen und Höfe neue Perspektiven bekommen, wächst Zukunft.
Der Jurehof erzählt eine Geschichte von Mut, Ausdauer und dem Vertrauen in den eigenen Weg. Christina Sabitzer-Striednig zeigt, wie es gelingen kann, Bestehendes wertzuschätzen, eigene Stärken zu erkennen und daraus neue Perspektiven für einen landwirtschaftlichen Betrieb zu entwickeln. Denn wo Frauen wirken, Ideen wachsen dürfen und Höfe neue Perspektiven bekommen, wächst Zukunft.
Betriebsspiegel
- Betriebsführerin: Christina Sabitzer-Striednig
- Betrieb: Jurehof, Himmelberg
- Betriebsübernahme: 2020
- Betriebszweige: Biobetrieb mit rund 15 ha Grünland und 22,5 ha Almfläche, 11 ha Wald. Schwerpunkte sind Landwirtschaft, Direktvermarktung sowie der „Hof der Begegnung“ mit Hochzeiten, Konzerten und weiteren Veranstaltungen.
- Tiere am Hof: Damwild, Schafe, Fische
- Wildhaltung: Rund 9 ha großes Wildgatter mit 3,7 km Wildzaun und eigener Fütterungsanlage
- Direktvermarktung: Wild- und Schaffleisch sowie daraus hergestellte Dauerwaren