Kärntner Kalb rosé statt Fleischimport und Kälberexport
Schnitzel, Gulasch, Bratwurst, Döner und noch viele kulinarische Highlights mehr - Kalbfleisch findet in der österreichischen Küche vielfältige Verwendung. Der Inlandsverbrauch von Kalbfleisch wird aktuell zu 60% mit importiertem Kalbfleisch gedeckt. Das entspricht einer Menge von rund 68.000 Kälbern. Unverständlich, denn gleichzeitig müssen rund 42.000 österreichische Kälber in andere Länder exportiert, werden, weil sie von der Importware verdrängt werden.
Dem Fleischimport sowie dem Kälberexport soll das Kalb-rosé-Programm entgegenwirken. Josef Fradler, Obmann der BVG Kärntner Fleisch, zeigt sich über die Akzeptanz durch die Konsumentinnen und Konsumenten erfreut: "Kalb rosé" ist bereits ein gern gekauftes Qualitätsfleisch, welches den Kunden überzeugen konnte. Es ist uns gelungen, gerade im Gastronomiebereich zu einem gewissen Teil ausländische durch heimische Produktion zu ersetzen. Wir möchten gerade hier ansetzen und mehr Bewusstsein auf heimische und regionale Produktion lenken."
Unterstützung durch Land Kärnten
Das Premiumprodukt "Kalb rosé Austria" steht für ressourcenschonende und regionale Kalbfleischproduktion mit Qualitätsgarantie. Um die Eigenversorgung mit heimischem Kalbfleisch weiter auszubauen, Kälberexporte zu vermeiden und mehr Wertschöpfung auf die Betriebe zu bringen, unterstützt das Land Kärnten seit zwei Jahren jene Betriebe, die nach dem "Kalb rosé Austria"-Standard mästen. Diesen Anreiz für die Betriebe zu setzen, sei der richtige Schritt gewesen, betont Agrarreferent LHStv. Martin Gruber mit Blick auf die Zahlen. Seit 2024 habe sich die Zahl der Betriebe, die in Kärnten nach Kalb-rosé-Standard mästen, verdoppelt, die Anzahl der gemästeten Tiere habe sich nahezu verdreifacht. In anderen Bundesländern, ohne eine solche Förderschiene, sehe die Entwicklung anders aus. "Das ist ein klarer Beleg, dass die Betriebe eine Chance im Projekt Kalb rosé sehen und nur einen Impuls brauchen, um diesen Weg einzuschlagen. Es geht hier nicht nur um eine Reduktion von Transporten in Drittländer und das Schließen einer Lücke in der Versorgung, sondern um regionale Wertschöpfung, faire Preise für entsprechende Qualität und um zusätzliches Einkommen für die Betriebe", so der Agrarreferent. Es gebe in Kärnten aber noch mehr Potenzial, deshalb solle die Unterstützung auch fortgeführt werden, erklärt Gruber.
LK-Präsident Huber zieht drei Jahre nach Start der Kärntner Kalbfleischstrategie eine positive Bilanz: „Kalb rosé verbindet den gesellschaftlichen Wunsch nach kurzen Transportwegen mit regionaler Qualität und neuen Wertschöpfungsmöglichkeiten für unsere Betriebe.“ Das Qualitätsprogramm hat über 20 bäuerlichen Betrieben mit der Milchkälbermast ein neues Einkommensstandbein eröffnet. Das Angebot am Markt sei somit da, nun müsse die Nachfrage weiter ausgebaut werden, sagt Präsident Huber.
Kälbermäster Paul Botthof aus Feldkirchen, der am Kalb-rosé-Programm teilnimmt, sieht positive Auswirkungen für seinen Betrieb: "Ich habe nach Möglichkeiten gesucht, den Betrieb durch ein weiteres Standbein zu stärken. Die Teilnahme am Kalb-rosé-Programm ist herausfordernd, bietet mir aber die Möglichkeit, das Einkommen am Hof zu erhöhen, ohne große Investitionen tätigen zu müssen." WP.
Kalbfleisch in Österreich
Der Pro-Kopf-Verbrauch an Kalbfleisch in Österreich liegt bei gut 1,5 kg jährlich
Der Inlandsverbrauch von Kalbfleisch in Österreich beträgt rund 13,8 Mio. kg jährlich
Der Selbstversorgungsgrad bei Kalbfleisch liegt bei nur rund 46%.
Der jährliche Import von Kalbfleisch nach Österreich beträgt 8,2 Mio. Kilogramm - das entspricht umgerechnet einer Menge von 68.000 Kälbern
Gleichzeitig müssen aus Österreich jährlich rund 42.000 Kälber exportiert werden.
Kalb rosé Austria
Qualitätsgesichert durch das AMA-Gütesiegel
Kälber geboren, gemästet und geschlachtet in Österreich
Schlachtalter:
≥6 Monate bis ≤8 Monate
Derzeitiger Produktionsumfang Österreich: 5000 Kälber jährlich
Produktionsumfang Kärnten: ca. 700 Kälber jährlich
Zitate
Beim Kalb-rosé-Programm geht es auch um regionale Wertschöpfung und faire Preise.
LHStv. Martin Gruber
Die Milchkälbermast ist ein neues Einkommensstandbein für über 20 bäuerliche Betriebe.
LK-Präsident Siegfried Huber
Dank Kalb rosé kann ich das Einkommen am Hof ohne große Investitionen erhöhen.
Landwirt Paul Botthof
Kalb rosé ist bereits ein gern gekauftes Qualitätsfleisch.
Josef Fradler, Obmann BVG Kärntner Fleisch
LHStv. Martin Gruber
Die Milchkälbermast ist ein neues Einkommensstandbein für über 20 bäuerliche Betriebe.
LK-Präsident Siegfried Huber
Dank Kalb rosé kann ich das Einkommen am Hof ohne große Investitionen erhöhen.
Landwirt Paul Botthof
Kalb rosé ist bereits ein gern gekauftes Qualitätsfleisch.
Josef Fradler, Obmann BVG Kärntner Fleisch