Futterverluste durch Erwärmungen verhindern
Risikofaktoren für Erwärmungen
Maßnahmen bei Erwärmungen
Der Vorschub bei der Entnahme muss unbedingt erhöht werden. Ist bereits Schimmelbildung zu erkennen, darf das Futter nicht mehr verfüttert werden. Bereits erwärmtes Futter ist vom Silostock abzunehmen, um das Fortschreiten in tiefere Schichten zu verhindern. Wenn größere Futtermengen in der eigenen Ration nicht Platz finden, kann an eine gemeinsame Fütterung mit einem Nachbarn aus einem Silo gedacht werden. Ein Umsilieren einer größeren Menge oder das Anlegen einer Vorratsmischration mit Einsatz von Silierzusätzen ist sehr aufwändig und nicht ohne Risiko. Als letzte Möglichkeit bleibt nur die Behandlung mit Säurepräparaten, um die Futterverluste zu verringern. Dabei wird der erwärmte Mais für etwa drei Futtertage entnommen, flach aufgeschüttet und zum Beispiel mit verdünnter Propionsäure (1 l Säure mit 3 bis 5 l Wasser) behandelt. Da die Säure ätzend wirkt, sind Schutzkleidung und Brille zu verwenden. Bei Verwendung von reiner Säure muss die Anwendung am Betrieb über Rechnung, Lieferschein und Produktbeschreibung dokumentiert werden. Bei Säurekombinationsprodukten, die als Siliermittel deklariert sind, ist keine spezielle Dokumentation notwendig. Die Dosierung richtet sich jeweils nach den Herstellerangaben. Wichtig ist ein gutes Benetzen des gesamten Futters, welches nach dem Abkühlen verfüttert werden kann. Mit demselben Mittel kann auch die kühle Anschnittfläche und Oberfläche mit ca. 5 l je m² behandelt werden. Nach Zurückziehen der Folie um etwa 1 m kann die Oberfläche leichter übergossen werden. Danach die Folie wieder vorziehen und mit Querbarrieren das Eindringen von Luft unter die Folie verhindern.
Die angeführten Maßnahmen sind teilweise Notlösungen, trotzdem sollte alles unternommen werden, um eine optimale Futterqualität bis zum Tier zu sichern.