Dürreversicherung: Sicherheitsnetz für Betriebe
Das trifft insbesondere auf das heurige Jahr mit seiner historischen Trockenheit zu. Bis zum Stichtag 10. August entstand ein Gesamtschaden in der Kärntner Landwirtschaft in der Höhe von 70 Millionen Euro aufgrund der Dürre. Die Österreichische Hagelversicherung (ÖHV) unterstützt die Landwirte bei der Absicherung gegen das Risiko Dürre mit zwei Versicherungsmodellen:
- Einerseits die Dürreertragsversicherung, die greift, wenn Erträge eine bestimmte Grenze unterschreiten. Landwirte haben dabei die Möglichkeit, die Versicherungssummen beim Abschluss der Versicherung selbst festzulegen. Die Schäden werden durch die Sachverständigen der Österreichischen Hagelversicherung erhoben.
- Andererseits gibt es die Dürreindex-Versicherung, die ausschließlich die Parameter Wassermangel und Hitze als Basis für die Entschädigung heranzieht. Je höher das Niederschlagsdefizit, desto höher ist die Entschädigung, wobei Landwirtinnen und Landwirte aus verschiedenen Varianten wählen können. Eine Schadensmeldung bei der ÖHV ist unabhängig vom gewählten Modell aber jedenfalls notwendig.
Wie wird die Entschädigung in der Dürreindexversicherung berechnet?
Für jede Katastralgemeinde (KG) wird ein fixer Messpunkt (1 × 1 km) festgelegt. Dort werden aktuelle und historische Wetterdaten erfasst. Als Vergleichswert gilt der durchschnittliche Niederschlag der letzten 10 Jahre in diesem Gebiet.
Gesamtperiode (Vegetationsperiode)
Gesamtperiode (Vegetationsperiode)
- Beim Grünland läuft der Beobachtungszeitraum vom 1. April bis 31. August. Fällt in dieser Zeit mindestens 30 % weniger Regen als im Durchschnitt, erhalten Sie eine Entschädigung. Je größer das Defizit, desto höher die Entschädigung.
- Gibt es zwar insgesamt ausreichend Niederschlag, aber längere Trocken- und Hitzephasen zwischendurch, greift die Kurzperiode. Dabei werden die 42 trockensten und heißesten aufeinanderfolgenden Tage zwischen 1. April und 31. August ausgewertet. Auch hier gilt: Je größer das Defizit, desto höher die Entschädigung. Hitzetage (Tage mit >30 °C) erhöhen das Defizit in der Kurzperiode um je einen Prozentpunkt.