Dem Wald zuhören: KI macht seltene Arten hörbar
Zwergohreule, Wachtelkönig oder Auerhuhn: Sie alle gelten als gefährdete bzw. potenziell gefährdete Arten und sind in der Natur nur selten mit freiem Auge zu beobachten. Daher setzen die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) beim Monitoring verstärkt auf akustische Erhebungsmethoden mit KI-gestützter Auswertung - die Arten werden dabei ausschließlich anhand ihrer Rufe erfasst. Dabei werden an bestimmten, gezielt ausgewählten Standorten winzige Audiorekorder montiert, die über mehrere Wochen und bei Bedarf auch über Jahre hinweg kontinuierlich kurze Tonsequenzen aufzeichnen. Nach Einholen der Rekorder werden die Tierlaut-Aufnahmen dann mit Hilfe von KI-Software von anderen Waldgeräuschen unterschieden, von Expert:innen überprüft und bestimmten Arten konkret zugeordnet.
Über 100 Vogelarten aufgezeichnet
Da die Geräte nach dem Anbringen autonom laufen, ist auch ein Einsatz in schwer zugänglichen Gebieten möglich. Moderne digitale Technologien im Monitoring ergänzen klassische Erhebungen, wo menschliche Anwesenheit auch teilweise Ergebnisse verfälscht oder relevante Vorgänge dem Menschen schlichtweg verborgen bleiben. So wurden beispielsweise Vorkommen des scheuen Auerhuhns in einer Pilotstudie gemeinsam mit dem Bundesforschungszentrum für Wald im Nationalpark Kalkalpen untersucht. Bei einem Dauermonitoring im Schlosspark Eckartsau (Donau-Auen) konnte man bereits die Laute von deutlich über 100 Vogelarten aufzeichnen und somit einen wertvollen Überblick über die Artenvielfalt erlangen. Auf einer ÖBf-Wiesenfläche in den Donau-Auen wurde auch der stark bedrohte Wachtelkönig nachgewiesen.
Der Nachweis der Tierarten ist zentral für das Konzipieren von Schutzmaßnahmen wie etwa Mahd-Aufschub bei Brutflächen oder gezielter Besucherlenkung. Akustisches Monitoring wird auch bereits in anderen Bereichen eingesetzt, etwa für Amphibien oder Fledermäuse.
Der Nachweis der Tierarten ist zentral für das Konzipieren von Schutzmaßnahmen wie etwa Mahd-Aufschub bei Brutflächen oder gezielter Besucherlenkung. Akustisches Monitoring wird auch bereits in anderen Bereichen eingesetzt, etwa für Amphibien oder Fledermäuse.