Zwischenfruchtanbau: mehr als nur eine Zweckbegrünung
Zwischenfrüchte bedecken den Boden und schützen ihn vor Verschlämmung und Bodenerosion. Sie fördern das Bodenleben, erhalten die Bodenfruchtbarkeit, durchwurzeln den Boden und verbessern die Bodenstruktur.
Außerdem binden Zwischenfrüchte den Bodenstickstoff und andere Nährstoffe und schützen somit das Grundwasser. Der Stickstoff wird in der organischen Masse gebunden und der Folgekultur wieder zur Verfügung gestellt. Ein weiterer Aspekt ist, je nach Sorten- und Mischungswahl, auch die Futterproduktion für Wiederkäuer und die Blühvielfalt - letztere dient als Nahrungsquelle für Insekten. Außerdem bereichern blühende Zwischenfruchtmischungen das Landschaftsbild und somit das Image der Landwirtschaft.
Außerdem binden Zwischenfrüchte den Bodenstickstoff und andere Nährstoffe und schützen somit das Grundwasser. Der Stickstoff wird in der organischen Masse gebunden und der Folgekultur wieder zur Verfügung gestellt. Ein weiterer Aspekt ist, je nach Sorten- und Mischungswahl, auch die Futterproduktion für Wiederkäuer und die Blühvielfalt - letztere dient als Nahrungsquelle für Insekten. Außerdem bereichern blühende Zwischenfruchtmischungen das Landschaftsbild und somit das Image der Landwirtschaft.
Wie die Saat, so die Ernte
Zwischenfrüchte kommen im Gegensatz zu Hauptfrüchten mit einer kurzen Vegetationszeit aus. Um eine flächendeckende Begrünung zu erhalten, ist es deshalb wichtig, eine ordnungsgemäße Bodenvorbereitung und eine zeitgerechte Aussaat durchzuführen. Die Aussaatgenauigkeit zahlt sich im Zwischenfruchtanbau durch eine zufriedenstellende Entwicklung der Bestände mit guter Konkurrenz gegen Unkräuter und Ausfallgetreide aus. Die Saatgutablage soll mit der gleichen Genauigkeit wie bei den Hauptkulturen erfolgen.
Welche Zwischenfrüchte sind für meinen Betrieb hinsichtlich Nutzung und Fruchtfolge sinnvoll?
Welche Zwischenfrüchte sind für meinen Betrieb hinsichtlich Nutzung und Fruchtfolge sinnvoll?
- Wird an der ÖPUL-Maßnahme "Begrünung von Ackerflächen" teilgenommen?
- Zu welchem Zweck lege ich eine Zwischenfrucht an? Wird diese im Herbst bzw. im Frühjahr als Futtergrundlage verwendet oder ist diese eine reine Gründüngung?
- Zu welchem Zeitpunkt wird die Zwischenfrucht bzw. -mischung angelegt - nach früh räumenden Kulturen (Getreide, Erbse) oder nach spät räumenden Kulturen (Körnermais, Sojabohne)?
- Welche Bodenverhältnisse bzw. welche klimatischen Verhältnisse liegen vor?
Zwischenfruchtmischungen
Begrünungsmischungen, die bereits in einer hohen Anzahl und Vielfalt im Handel erhältlich sind, haben den Vorteil, dass sie die Besonderheiten der einzelnen Komponenten optimieren. Massenbildner, die abfrostend sind, wie beispielsweise Senf, Buchweizen, Ölrettich, können mit bodendeckenden Kulturen wie zum Beispiel Phacelia, Alexandrinerklee und Sommerwicke kombiniert werden. Bei solchen Mischungen wird einerseits ausreichend Biomasse produziert, andererseits eine gute Bodenbedeckung garantiert.
Beim Anbau von Senf, der aus Kostengründen eine beliebte Begrünungskultur ist, sollte beachtet werden, dass dieser in der Mischung auf maximal 1 kg begrenzt sein sollte, da es sonst zu einer Unterdrückung der anderen Mischungspartner kommt.
Beim Anbau von Senf, der aus Kostengründen eine beliebte Begrünungskultur ist, sollte beachtet werden, dass dieser in der Mischung auf maximal 1 kg begrenzt sein sollte, da es sonst zu einer Unterdrückung der anderen Mischungspartner kommt.
Beispiele für Zwischenfruchtkulturen nach Bodenbedingungen
- Mischungspartner für sandige und trockene Böden: Inkarnatklee, Alexandrinerklee, Sandhafer, Ramtillkraut, Sonnenblume
- Mischungspartner für schwere und verdichtete Böden: Ölrettich, Meliorationsrettich, Saatwicke, Phacelia, Sandhafer
- Mischungspartner für feuchte und staunasse Böden: Phacelia, Saatwicke, Inkarnatklee, Winterrübsen
- Mischungspartner für nährstoffarme Böden: Buchweizen, Phacelia, Saatwicke, Inkarnatklee, Alexandrinerklee
Eigenschaften gängiger Zwischenfruchtkulturen
- Buchweizen: rasche Jugendentwicklung, trockenresistent, unterdrückt Unkraut effektiv, schnell abfrostend, anspruchslos, gute Insektenweide, problemlose Einarbeitung
- Esparsette: mehrjährige, trockenheitstolerante Leguminose mit kräftigen Pfahlwurzeln
- Grünschnittroggen: winterhart mit intensiver Wurzelentwicklung und großer Massenentwicklung.
- Ölrettich: einjähriger Kreuzblütler; raschwüchsig mit hohem Massenertrag und tiefreichenden Pfahlwurzeln; verträgt Frost und stirbt über den Winter ab
- Meliorationsrettich: tiefwurzelnd, lockert verdichtete Böden auf, langsame Jugendentwicklung, jedoch gute Bodenbedeckung, nach dem Abfrieren gute Verrottung
- Phacelia: rasche Jugendentwicklung, gute Durchwurzelung, verbessert die Bodenstruktur, bereichert die Begrünungsmischung und ist eine Insektenweide
- Saatwicke: Leguminose mit hoher Stickstofffixierung; gute Bodendeckung und Unkrautunterdrückung, empfindlich bei Trockenheit
- Sandhafer: trockenheitstolerant, hohe Produktion organischer Masse, intensive Durchwurzelung, verbessert Bodenstruktur, friert im Winter (meist) ab
- Senf: einjähriger Kreuzblütler mit raschem Jugendwachstum und hohem Masseertrag; ist konkurrenzstark und unterdrückt Mischungspartner leicht (geringe Aussaatmenge in der Mischung ist zu empfehlen)
- Ramtillkraut: rasche Bodenbedeckung, wärmebedürftig, nicht frosthart, bei zeitigem Anbau gute Insektenweide
- Weißklee: hohe Stickstofffixierung; bodendeckend, gute Unkrautunterdrückung, langsame Jugendentwicklung, daher eher für Dauerbegrünung geeignet
- Alexandrinerklee: gute Bodenbedeckung und schnelle Jugendentwicklung; hohe Stickstofffixierung, gute Durchwurzelung, verbessert Bodenstruktur, Insektenweide, frostempfindlich, daher meist als Sommerzwischenfrucht nutzbar
- Inkarnatklee: hohe Stickstofffixierung, schnelle Jugendentwicklung und Bodenbedeckung, tiefwurzelnd, verbessert Bodenstruktur, eher frostresistent, gute Insektenweide
- Winterrübse: winterharter Kreuzblütler mit tiefer Pfahlwurzel, rasche Jugendentwicklung, schnelle Bodenbedeckung, hohe Frosthärt
Expertentipps
- Zwischenfrüchte möglichst rasch nach der Hauptfruchternte anbauen.
- Minimale Bodenbearbeitung - flache Bodenbearbeitung und gute Rückverfestigung, dadurch Minimierung der Wasserverluste durch Verdunstung.
- Zwischenfruchtmischung an Saattermin und Standort und Vorfrucht anpassen.
- ÖPUL-Vorgaben (Saatgutmischungen, Zeitpunkt) einhalten - siehe Details im Artikel "Begrünungen im ÖPUL - was zu beachten ist"
- Anbau und Mischungen dokumentieren (Saatgutetikett bzw. Rechnung, Foto)