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Zwischenfrüchte gegen die Futterlücke

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29.07.2026 | von Ing. Hans Egger

Futterzwischenfrüchte müssen in kürzester Zeit gute Erträge und Nährstoffmengen liefern. Voraussetzung dafür: richtige Aussaatzeitpunkte und Mischungszusammensetzung.

IMG_7223.jpg © LK Kärnten/Egger
Der Grünschnittroggen liefert im kommenden Frühjahr sehr gute Erträge. (Bildaufnahme: 26. April 2014) © LK Kärnten/Egger

Untersaaten

Meist verwendet man Gräser, Kleearten oder Kleegrasmischungen. Sie werden gemeinsam mit der Hauptfrucht ausgesät. Die Saatstärke liegt hier bei 15 - 20 kg pro ha. Die Untersaat kann sich erst gut entwickeln, wenn die Hauptfrucht geerntet wurde. Bei Untersaaten soll nach der Hauptfrucht ein Reinigungsschnitt erfolgen.

Welsches Weidelgras.jpg © LK Kärnten/Egger
Einjähriges und Welsches Weidelgras sind lang erprobte Sorten, die höhere, sichere und stabilere Erträge und Qualitäten sichern. (Bildaufnahme: 24. März 2026) © LK Kärnten/Egger

Stoppelsaaten

Die Stoppelsaaten werden nach der Ernte der Hauptfrucht (z.B. Getreide, Erbse, Ackerbohne oder Silomais) angebaut. Frühe Stoppelsaaten werden Sommerzwischenfrüchte (z.B. Einsömmerige Kleegrasmischung, Einjähriges Raygras, Italienisches Raygras) genannt. Diese werden noch heuer im Herbst genutzt. Die Aussaat muss Ende Juli bis Anfang August erfolgen. In acht bis zehn Wochen nach der Aussaat kann mit einer Nutzung gerechnet werden, wenn ausreichende Niederschläge vorhanden sind. Besonders Gräser sind auf die Niederschläge angewiesen. Späte Stoppelsaaten (z.B. Sommerfutterraps) werden im Spätsommer angebaut (bis maximal Anfang September) und im Spätherbst (Ende Oktober, Anfang November) genutzt. Überwinternde Zwischenfrüchte werden Mitte September bzw. Anfang Oktober angebaut und im nächsten Frühjahr genutzt.

Futterkonservierung

Die Grünverfütterung der Zwischenfrüchte stellt im Herbst immer ein Problem hinsichtlich der Bodenbefahrbarkeit dar. Eine Beweidung ist auch möglich, allerdings soll diese schonend erfolgen. Ansonsten kann das Futter nur noch in Form von Silage konserviert werden. Sommer- und Winterfutterraps sind die klassischen Zwischenfrüchte für die Grünfütterung. Eine Silierung hat wegen des hohen Wassergehaltes wenig Sinn. Für die Grünfütterung und Silierung eignen sich Raygräser, Kleegras, sowie Landsberger Gemenge, das Einsömmerige Kleegras und der Wiesenschweidel sehr gut. Bei unsicherer Wasserversorgung ist ein Kleeanteil in der Mischung immer ratsam. Grünschnittroggen und Grünhafer (Vorsicht Rostgefahr bei ungebeiztem Saatgut) können bei früher Aussaat noch im selben Jahr genutzt werden. Ansonsten kann der Grünschnittroggen bis Ende September bzw. Anfang Oktober angebaut werden, wobei die Nutzung im kommenden Frühjahr (Ende April bis Anfang Mai) vor dem Silomaisanbau erfolgt.

Bodenbearbeitung und Aussaat

Eine oberflächliche Bodenlockerung bewirkt ein Unterbrechen der Kapillarwirkung und damit eine verminderte Wasserverdunstung über den Boden. Sandböden (leichte Böden) weisen ihr bestes Wasserspeichervermögen auf, wenn sie nur gering gelockert werden. Sie müssen unter Umständen wieder rückverfestigt werden. Tonböden verfügen nur bei starker Lockerung über größere, pflanzenverfügbare Speichermengen an Wasser. Jede Lockerung verbraucht Wasser, da die oberen Bodenschichten abtrocknen. Bei geringen Niederschlagsmengen soll der Boden nur wenig gelockert werden. Die Zwischenfruchtanlage mit Grubber bzw. Kreiselgrubber, Kreiselegge und Rototiller plus Sämaschine wären hier ratsam. Die Drillsaat hat sich bei trockenen Bedingungen gut bewährt, die optimale Saattiefe beträgt 2 cm. Ansonsten wird der Feldaufgang negativ beeinflusst. Die Breitsaat ist vor allem bei ausreichenden Niederschlägen zu empfehlen. Wichtiges Kriterium für die Saatzeit sollte der Bodenzustand sein. Dieser sollte soweit abgetrocknet sein, dass er ohne Verdichtungsschäden bearbeitet werden kann.

Das Anwalzen nach dem Sävorgang muss gewährleistet werden, damit die Futterverschmutzung so gering wie möglich gehalten wird. Bei zu trockenem Boden und bei hohen Temperaturen sollte mit der Anlage und Aussaat der Futterzwischenfrucht noch zugewartet werden.

Futterpflanzen für den Zwischenfruchtanbau 2026

Futterpflanze Saat-Menge in kg pro ha Saat- tiefe in cm Saatzeit Ernteangabe
Alexandrinerklee 30–35 1-2 Anfang bis Ende Juli Schnitt vorsehr gute Futterqualitäten der Blüte durchführen
Bastardraygras 30–40 1-2 August sehr gute Futterqualitäten
Einsömmerige Kleegrasmischung (ÖAG-Qualität) 35 1-2 Juli bis Mitte August sehr gute Futterqualitäten (einjähriges Raygras, Perser-und Alexandrinerklee
Neu: Rotkleegrasmischung für ein Hauptnutzungsjahr (RS) 35 1-2 Juli bis Mitte August Sehr gute Futterqualitäten (Bastard-Raygras, Englisches Raygras, Italienisches Raygras, Knaulgras und Rotklee
Inkarnatklee 35 1-2 August bis Anfang September mit Landsberger Gemenge, ist Bestandteil
Perserklee 25 1-2 Anfang Juli bis Ende Juli Schnitt gegen Blühende vornehmen
Rotklee 20 1-2 Juli bis Mitte August gute Futterqualität
Sommerfutterraps 10-15 1-2 Juli bis September für Futternutzung Juli/August 10 kg/ha Aussaat, geht im Ansaatjahr nicht in Blüte
Winterfutterraps 10-15 1-2 Juli bis September für Futternutzung Juli/August 10 kg/ha Aussaat, geht im Ansaatjahr nicht in Blüte
Italienisches Raygras (Welsches Weidelgras) 30-40 1-2 Juli bis August überwintert in milderen Lagen, guter N-Verwerter
Landsberger Gemenge 60 1-2 Juli bis September spätsaatverträgliche Saatgutmischung mit guter Vorfruchtwirkung, 30–40 kg/ha, wäre auch als Rotationsbrache möglich
Grünschnittroggen 130 1-2 August bis September gute Bestockung. Besonders gute Frühjahrsschnitte (vor dem Silomaisanbau) möglich
Triticale oder Weizen (Ludwig, Hewitt) 200 2-3 Oktober gute Erträge auch in trockenen Lagen, Direkternte Blüte bis Teigreife
Einjähriges Raygras (Westerwoldisches Raygras) 40 1-2 Juli bis August nicht winterhart, schnellwüchsig
Wiesenschweidel 30 1-2 Juli bis August mehrjährig, Kreuzung zwischen Wiesenschwingel und Raygras, Kreuzungen mit italienischem Raygras wachsen schneller z. B.: Sorte Felopa, Perun)
Samena Solide W20T Kleegras 40 1-2 Juli bis Mitte August überjährige Zwischenfruchtkleegrasmischung (Italienisches Raygras betont), raschwüchsig, schmackhaftes Futter
Futterprofi EI Saatbau Linz 30 –40 1-2 Juli bis Mitte August schnelles Wachstum als überjährige Nutzung in allen Lagen geeignet, sichert Futtererträge auch in trockensten Jahren sehr gute Eignung als Folgefrucht nach Wintergetreide
Quelle: Feldbauratgeber - Herbstanbau 2026

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