Zwischen Gipfelglück und Stall
Die Jungzüchterinnen und Jungzüchter nutzten die Gelegenheit, sich bei einer Wanderung zum Klippitzthörl und auf der Kogelhütte der Familie Rampitsch auszutauschen. Neben der Gastronomie hält sie Holstein-Rinder und betreibt Almwirtschaft. Mit regionalen Spezialitäten gestärkt ging es zu einem Fleckviehzuchtbetrieb nach Frantschach-St. Gertraud, den Simone und Johannes Jöbstl mit den Eltern Rosa und Johann sowie den Kindern Johannes, Anna, Katharina und Sebastian bewirtschaften. Der Betrieb umfasst 98 ha, davon etwa 50 ha Wald und 48 ha Grünland. Gehalten werden 130 Rinder, darunter 55 Milchkühe. Die Schwerpunkte sind Milchproduktion, Zucht- und Nutzviehvermarktung sowie Forstwirtschaft. Mehrere bekannte Tiere zeigen den Erfolg der Zuchtarbeit: Die Romel-Tochter Esche wurde 2009 Bundessiegerin bei den Jungkühen. Mit Moment gelangte 2018 ein Stier aus der Jöbstl-Zucht in den Besamungseinsatz. Später folgte der mischerbig hornlose Ildefonso Pp*. Bei der Bundesfleckviehschau 2026 erreichte die Edelstein-Tochter Floete in der Gruppe der Kühe mit vier Abkalbungen den dritten Platz.
Mehrere Kühe haben eine Lebensleistung von über 100.000 kg Milch erreicht. Rund 20 Zuchtstiere beziehungsweise zur Zucht vorgesehene Jungstiere stehen am Hof, etwa 15 werden jährlich vermarktet. Ein Teil der Nachzucht wird genomisch typisiert. Neben künstlicher Besamung kommen gezielt eigene Deckstiere zum Einsatz. Dabei gilt: Als Zuchtstier verlässt nur ein Tier den Hof, von dessen Deckfähigkeit man sich zuvor überzeugt hat. Ergänzt wird die Vermarktung durch niederträchtige Kalbinnen und weiteres Zuchtvieh.
Seit dem vergangenen Jahr wird mit einem GEA-Melkroboter gemolken. Nach einer Lernphase für Mensch und Tier ist das System inzwischen gut in den Arbeitsablauf integriert. Besonders während arbeitsintensiver Phasen, wie zur Zeit der Silageernte, zeigt sich der Vorteil der größeren zeitlichen Flexibilität. Auch in der Außenwirtschaft setzt die Familie auf einen hohen Grad an Eigenmechanisierung und erledigt die Arbeiten nahezu vollständig selbst. Besonders in Erinnerung bleibt die Leidenschaft, mit der die gesamte Familie hinter ihren Tieren und ihrem Betrieb steht. Der Jungzüchterwandertag 2026 verband Bergerlebnis, regionale Kulinarik, Rinderzucht und Gemeinschaft zu einem gelungenen Tag. Schon jetzt darf man auf den Jungzüchter-Grand Prix 2026 gespannt sein. Die Vorbereitungen für den Jungzüchter-Grand laufen auf Hochtouren.