Wo der Vulkan die Landwirtschaft prägt
Schwarzes Lavagestein, dazwischen Pistazienbäume mit knorrigen Ästen: Bei Bronte sieht Landwirtschaft anders aus als auf den vertrauten Kärntner Flächen. Dass hier dennoch Pistazien gedeihen, verdankt man den besonderen Standortbedingungen. Der Ätna hat diese Landschaft geformt. Auf unserer Reise begegnet er uns als Vulkan, als Ausgangsmaterial landwirtschaftlicher Böden und später auch als Namensgeber im Weinglas.
Zunächst führt die Route jedoch in den Süden der Insel. Nach der Anreise über Wien und dem Flug nach Catania geht es Richtung Ragusa. Die barocke Altstadt empfängt uns im Licht der untergehenden Sonne, und wir bekommen erste Einblicke in die sizilianische Landschaft.
Zunächst führt die Route jedoch in den Süden der Insel. Nach der Anreise über Wien und dem Flug nach Catania geht es Richtung Ragusa. Die barocke Altstadt empfängt uns im Licht der untergehenden Sonne, und wir bekommen erste Einblicke in die sizilianische Landschaft.
Große Zwiebeln
Am nächsten Tag öffnet der Betrieb „La Collina degli Iblei“ bei Giarratana seine Hoftore. Rund 30 ha bewirtschaftet der Betrieb, etwa die Hälfte davon mit Olivenbäumen. Vier ständige Arbeitskräfte werden während der Ernte durch zehn weitere Beschäftigte unterstützt. Dabei sieht die Gruppe, wie Oliven von Hand sortiert werden , und erfährt mehr über die Pflege der Bäume, die hier im mehrjährigen Rhythmus geschnitten werden.
Bekannt ist die Gegend für die Cipolla di Giarratana. Die weißfleischige Zwiebel schmeckt ausgesprochen mild und erreicht beachtliche Größen: Üblich sind etwa 500 g, einzelne Exemplare können mehr als 2 kg wiegen. Die Jungpflanzen kommen im Februar und März aufs Feld, die Ernte beginnt Ende Juli. Verarbeitet werden die Zwiebeln unter anderem im Glas mit bieriger Note oder scharf nach Marsala Art, da sie durch den hohen Wassergehalt nicht lange haltbar sind.
Bekannt ist die Gegend für die Cipolla di Giarratana. Die weißfleischige Zwiebel schmeckt ausgesprochen mild und erreicht beachtliche Größen: Üblich sind etwa 500 g, einzelne Exemplare können mehr als 2 kg wiegen. Die Jungpflanzen kommen im Februar und März aufs Feld, die Ernte beginnt Ende Juli. Verarbeitet werden die Zwiebeln unter anderem im Glas mit bieriger Note oder scharf nach Marsala Art, da sie durch den hohen Wassergehalt nicht lange haltbar sind.
Büffelhaltung
Beim Betrieb Magazzè nahe Ragusa wechselt der Schwerpunkt zur Tierhaltung. Seit 2005 setzt das Unternehmen auf Büffel, dabei umfasst der Büffelbestand inzwischen mehr als 1000 Tiere. Bei der Besichtigung werden zusätzlich rund 300 weitere Rinder genannt. Mit etwa 20 ha selbst bewirtschafteter Fläche ist der Betrieb wesentlich auf Futterzukauf angewiesen. Gemolken wird ohne Melkroboter an zwölf Melkplätzen. Für einen Melkdurchgang werden vier bis sechs Stunden benötigt. Elf Beschäftigte arbeiten demnach im landwirtschaftlichen Bereich, zehn weitere in der Käserei. Die Verarbeitung der Milch am eigenen Standort ist ein wesentlicher Teil des Betriebskonzepts. Verkostet werden Büffelmozzarella, Burrata und weitere Käsespezialitäten, ergänzt mit Salami und Brot.
In Modica wartet danach eine Spezialität ganz anderer Art. Die geschützte Schokoladenbezeichnung „Cioccolato di Modica IGP“ enthält mindestens 50 % Kakaotrockenmasse. Charakteristisch ist vor allem ihre körnige Textur, denn bei der Verarbeitung mit begrenzter Temperatur bleiben Zuckerkristalle wahrnehmbar.
In Modica wartet danach eine Spezialität ganz anderer Art. Die geschützte Schokoladenbezeichnung „Cioccolato di Modica IGP“ enthält mindestens 50 % Kakaotrockenmasse. Charakteristisch ist vor allem ihre körnige Textur, denn bei der Verarbeitung mit begrenzter Temperatur bleiben Zuckerkristalle wahrnehmbar.
Pistazienbäume
Tags darauf geht es hinauf zum Ätna. Der höchste aktive Vulkan Europas gehört seit 2013 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Mit der Seilbahn erreicht die Gruppe etwa 2500 m Seehöhe. Hier oben übernimmt der Wind die Regie: Kleine Körner vulkanischen Gesteins werden aufgewirbelt, geraten in die Augen und zwingen, die Gesichter abzuwenden. Die karge Landschaft wirkt unwirklich. Der atemberaubende Blick entschädigt aber für die stürmischen Bedingungen.
Weiter unten zeigt derselbe Berg eine andere Seite. Aus seinen Ablagerungen haben sich über lange Zeit landwirtschaftlich nutzbare Böden entwickelt. Gerade bei Bronte bleibt die durchwurzelbare Bodenschicht stellenweise dünn. Hier kommt eine besondere Veredelungsunterlage ins Spiel: die Pistacia terebinthus, die trockenheitsverträglich ist und mit ihren Wurzeln Spalten im Lavagestein erschließen kann. Auf sie wird die Kulturpistazie, Pistacia vera, veredelt. So werden selbst felsige Flächen nutzbar, die für viele andere Kulturen ungeeignet wären. In Bronte wird traditionell in ungeraden Jahren geerntet. Der Wechsel zwischen starkem und schwachem Behang wird durch das Entfernen von Blütenknospen im ertragsfreien Jahr gezielt verstärkt. Das unwegsame Gelände verlangt bei der Ernte überwiegend Handarbeit. Für die geschützte Herkunft „Pistacchio Verde di Bronte DOP“ gelten außerdem ein abgegrenztes Anbaugebiet und festgelegte Produktionsanforderungen. Wie vielseitig sich Pistazien verwenden lassen, zeigt die Verkostung: herzhaft als Pesto bis süß als Pistaziencreme, und auch die harte Schale wird als Peeling-Artikel in der Kosmetik verwendet.
Auch Taormina gehört zum Programm. Vom antiken Theater reicht der Blick malerisch über die Küste zum Ätna. Zwischen kleinen Geschäften und belebten Gassen bleibt Zeit, die Stadt kennenzulernen. In Milo an der Ostflanke des Ätna wird dann das Weingut „Barone di Villagrande“ besucht. Die Familie bewirtschaftet hier seit 1727 Weinberge. Die Rebflächen in der Lage Villagrande liegen auf rund 700 m Seehöhe und umfassen rund 18 ha. Vulkanisch geprägte Böden, der Einfluss des Ionischen Meeres und die Höhenlage bestimmen den Standort. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht begünstigen eine langsame Reife und den Erhalt der Säure. Bei der Degustation der Weine wird der Standort schließlich im Glas erfahrbar. Besonders in Erinnerung bleibt der „Etna Bianco Superiore“. Die Bezeichnung ist an das festgelegte Erzeugungsgebiet in Milo gebunden und verlangt mindestens 80 % der weißen Rebsorte Carricante.
Weiter unten zeigt derselbe Berg eine andere Seite. Aus seinen Ablagerungen haben sich über lange Zeit landwirtschaftlich nutzbare Böden entwickelt. Gerade bei Bronte bleibt die durchwurzelbare Bodenschicht stellenweise dünn. Hier kommt eine besondere Veredelungsunterlage ins Spiel: die Pistacia terebinthus, die trockenheitsverträglich ist und mit ihren Wurzeln Spalten im Lavagestein erschließen kann. Auf sie wird die Kulturpistazie, Pistacia vera, veredelt. So werden selbst felsige Flächen nutzbar, die für viele andere Kulturen ungeeignet wären. In Bronte wird traditionell in ungeraden Jahren geerntet. Der Wechsel zwischen starkem und schwachem Behang wird durch das Entfernen von Blütenknospen im ertragsfreien Jahr gezielt verstärkt. Das unwegsame Gelände verlangt bei der Ernte überwiegend Handarbeit. Für die geschützte Herkunft „Pistacchio Verde di Bronte DOP“ gelten außerdem ein abgegrenztes Anbaugebiet und festgelegte Produktionsanforderungen. Wie vielseitig sich Pistazien verwenden lassen, zeigt die Verkostung: herzhaft als Pesto bis süß als Pistaziencreme, und auch die harte Schale wird als Peeling-Artikel in der Kosmetik verwendet.
Auch Taormina gehört zum Programm. Vom antiken Theater reicht der Blick malerisch über die Küste zum Ätna. Zwischen kleinen Geschäften und belebten Gassen bleibt Zeit, die Stadt kennenzulernen. In Milo an der Ostflanke des Ätna wird dann das Weingut „Barone di Villagrande“ besucht. Die Familie bewirtschaftet hier seit 1727 Weinberge. Die Rebflächen in der Lage Villagrande liegen auf rund 700 m Seehöhe und umfassen rund 18 ha. Vulkanisch geprägte Böden, der Einfluss des Ionischen Meeres und die Höhenlage bestimmen den Standort. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht begünstigen eine langsame Reife und den Erhalt der Säure. Bei der Degustation der Weine wird der Standort schließlich im Glas erfahrbar. Besonders in Erinnerung bleibt der „Etna Bianco Superiore“. Die Bezeichnung ist an das festgelegte Erzeugungsgebiet in Milo gebunden und verlangt mindestens 80 % der weißen Rebsorte Carricante.
Zitrusfrüchte
Bei „Arance Agrumi“ in Palagonia begrüßt die Gruppe Ignazio Murgo. Schon bei der Anfahrt fällt die österreichische Fahne neben der italienischen als Zeichen purer Gastfreundschaft auf. Rund 35 ha umfasst der Zitrusfrüchteanbaubetrieb. Neben Orangen und Zitronen gibt es unter anderem Granatäpfel, Kaki und Fingerlimetten zu entdecken. Bei den „Tarocco“-Blutorangen gehört die rote Zeichnung des Fruchtfleisches zu den typischen Merkmalen. Ignazio erklärt die gestaffelte Ernte sowie die unterschiedlichen Blühverläufe von Orangen und Zitronen. Aus dem Besuch wird ein geselliger Nachmittag mit Verkostungen, bei dem sich der Gastgeber reichlich Zeit für seine Gäste nimmt. Eine Stadtführung in Catania rundet die Reise ab. Aus den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist eine vertraute Gruppe geworden. Besonders die offenen Hoftore und die gemeinsamen Mahlzeiten haben Nähe geschaffen.
Was Sizilien landwirtschaftlich auszeichnet, erschließt sich am besten im Gespräch auf den Betrieben. Der Ätna hat den Standort geschaffen, ihn aber zu bewirtschaften, bleibt die Leistung der Bauernfamilien, verbunden mit viel händischer Arbeit.
Was Sizilien landwirtschaftlich auszeichnet, erschließt sich am besten im Gespräch auf den Betrieben. Der Ätna hat den Standort geschaffen, ihn aber zu bewirtschaften, bleibt die Leistung der Bauernfamilien, verbunden mit viel händischer Arbeit.