Wintergetreide - die empfohlenen Sorten
Wintertriticale
Triticale ist für viele Standorte geeignet. Sie nimmt, besonders in den Veredelungsregionen, einen großen Teil der Anbaufläche ein. Diese Art ist für ein breites Spektrum an Standorten geeignet, dankt dem Anbau auf weizenfähigen Standorten in Form von höheren Erträgen und Proteingehalten. Auf den leichteren Böden kann Triticale den Weizen ersetzen und steht hier oft nach einer Blattfrucht.
Wintergerste
Trockenphasen werden immer mehr zur Herausforderung, und gerade unter den heurigen Bedingungen erwies sich die Gerste als relativ ertragsstabil. Aufgrund ihrer frühen Entwicklung kann die Wintergerste im Vergleich zu den anderen Getreidearten die Winterfeuchtigkeit noch relativ gut nutzen. Mögliche Beeinträchtigungen durch eine Vorsommertrockenheit fallen bei der Gerste geringer aus, was diese Getreideart besonders für die schwächeren Standorte interessant macht. Aber auch auf den Gunststandorten ist die Gerste relativ ertragsstabil. Auf der anderen Seite stellt sie relativ hohe Ansprüche an die Bodenstruktur, den pH-Wert und die Nährstoffverfügbarkeit. Auf Verdichtungen reagiert Gerste relativ stark mit entsprechenden Vergilbungen. Im Gegensatz zum Weizen verträgt sie keine Staunässe. Auch Säureschäden zeigt Wintergerste deutlich an. Auf zu hohe pH-Werte reagiert sie schnell mit Manganmangel.
Winterroggen
Roggen überzeugte wieder. Er zeichnet sich durch seine gute Wurzelbildung aus. Das Bodenwasser wird daher effektiv erschlossen. Beim Roggen sollte wegen der Mutterkorngefahr eine kurze und intensive Blüte gefördert werden. So kann die Zeitspanne, in der Infektionen möglich sind, begrenzt werden. Besonders bei stark bestockten Pflanzen liegt auch ein höherer Anteil an Trieben zweiter Ordnung vor. Diese Triebe entwickeln sich etwas später als die Haupttriebe und blühen daher auch später, wenn sich die Hauptblüte zum Ende neigt. Die Gefahr der Mutterkorninfektionen ist entsprechend hoch. Bestände mit stark bestockten Einzelpflanzen sollten daher vermieden werden. In der Konsequenz daraus sollten beim Roggen auch extreme Dünnsaaten vermieden werden.
Winterweizen
Winterweizen ist die Getreideart mit den höchsten Bodenansprüchen. In Abhängigkeit von den Niederschlagsmengen bzw. den Beregnungsmöglichkeiten sollte der Anbau von Weizen auf den sehr leichten Böden vermieden werden. Der Wasserverbrauch ist aufgrund der langen Vegetationszeit relativ hoch. Durch die späte Kornfüllungsphase sollte auch noch Ende Juni eine ausreichende Wasserversorgung gewährleistet sein.