Totschnig/Moosbrugger/Neumann-Hartberger/Strasser: Landwirtschaft durch die Dürre bringen
Die anhaltende Dürre verursacht in der österreichischen Landwirtschaft Schäden in historischem Ausmaß. Nach der gestern von der Österreichischen Hagelversicherung präsentierten Schadensbilanz beläuft sich der Gesamtschaden mittlerweile auf rund eine Milliarde Euro. Betroffen sind sämtliche landwirtschaftliche Kulturen in allen Bundesländern.
Vor diesem Hintergrund lud Bundesminister Norbert Totschnig die österreichische Agrarspitze sowie Expertinnen und Experten aus der Landwirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft zu einem Runden Tisch. Im Mittelpunkt standen die aktuelle Schadens- und Versorgungslage, weitere Prognosen sowie notwendige kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen.
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger, Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger und der Obmann des parlamentarischen Ausschusses für Land- und Forstwirtschaft, Georg Strasser, fassen die zentralen Ergebnisse zusammen: "In der aktuellen Krisensituation hat die Aufrechterhaltung der Lebensmittelproduktion oberste Priorität. Dafür muss kurzfristig die Liquidität der Betriebe gesichert werden. Mittel- und langfristig gilt es, das bewährte System der landwirtschaftlichen Risikovorsorge weiter zu stärken. Langfristig müssen wir Klimaschutz und Klimawandelanpassung konsequent vorantreiben, die Treibhausgasemissionen weiter reduzieren und die Landwirtschaft noch widerstandsfähiger gegen Wetterextreme machen.
Vor diesem Hintergrund lud Bundesminister Norbert Totschnig die österreichische Agrarspitze sowie Expertinnen und Experten aus der Landwirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft zu einem Runden Tisch. Im Mittelpunkt standen die aktuelle Schadens- und Versorgungslage, weitere Prognosen sowie notwendige kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen.
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger, Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger und der Obmann des parlamentarischen Ausschusses für Land- und Forstwirtschaft, Georg Strasser, fassen die zentralen Ergebnisse zusammen: "In der aktuellen Krisensituation hat die Aufrechterhaltung der Lebensmittelproduktion oberste Priorität. Dafür muss kurzfristig die Liquidität der Betriebe gesichert werden. Mittel- und langfristig gilt es, das bewährte System der landwirtschaftlichen Risikovorsorge weiter zu stärken. Langfristig müssen wir Klimaschutz und Klimawandelanpassung konsequent vorantreiben, die Treibhausgasemissionen weiter reduzieren und die Landwirtschaft noch widerstandsfähiger gegen Wetterextreme machen.
Kurzfristig Lebensmittelproduktion aufrechterhalten
Das Aufrechterhalten der Lebensmittelproduktion muss bei den Hilfsmaßnahmen oberste Priorität erhalten. Als mögliche Instrumente wurden unter anderem Zinszuschüsse zu Betriebsmittelkrediten und Entlastungen im Bereich der Sozialversicherung identifiziert.
Josef Moosbrugger: "Es handelt sich um eine historische Dürrekatastrophe in einer bisher unbekannten Dimension. Jetzt geht es um die Existenz vieler bäuerlicher Familienbetriebe. Jeder, der Verantwortung trägt, muss jetzt einen Beitrag leisten, um die Liquidität unserer Betriebe zu sichern. Die Versorgungssicherheit ist derzeit gewährleistet, muss aber mit zielgerichteten Maßnahmen für die Zukunft sichergestellt werden."
Josef Moosbrugger: "Es handelt sich um eine historische Dürrekatastrophe in einer bisher unbekannten Dimension. Jetzt geht es um die Existenz vieler bäuerlicher Familienbetriebe. Jeder, der Verantwortung trägt, muss jetzt einen Beitrag leisten, um die Liquidität unserer Betriebe zu sichern. Die Versorgungssicherheit ist derzeit gewährleistet, muss aber mit zielgerichteten Maßnahmen für die Zukunft sichergestellt werden."
Österreichische Hagelversicherung absichern
Der Generaldirektor der Österreichischen Hagelversicherung, Kurt Weinberger, unterstrich die zentrale Bedeutung der Hagelversicherung für die heimische Landwirtschaft. Das österreichische System verbindet die Eigenvorsorge der Betriebe mit einer Prämienförderung durch Bund und Länder. Österreich verfügt damit über eine gut funktionierende Risikovorsorge, die den Betrieben gerade bei zunehmenden Wetterextremen Sicherheit gibt. Entscheidend sei, dass dieses bewährte Modell auch für die Zukunft abgesichert ist.
Laut der Österreichischen Hagelversicherung sind durchschnittlich rund 60% der landwirtschaftlichen Flächen versichert. Im Ackerbau liegt der Anteil bei rund 80%, im Grünland bei rund 40%. Bund und Länder übernehmen gemeinsam 55% der Versicherungsprämien. Hier greift die europaweit einzigartige österreichische Risikoabsicherung. Damit wird ein Teil der Schäden abgedeckt.
Irene Neumann-Hartberger: "Mit unserem Versicherungssystem haben wir eine starke und europaweit beispielgebende Grundlage geschaffen. Die Steigerung der Unterstützung von Bund und Ländern hat wesentlich dazu beigetragen, dass immer mehr Betriebe vorsorgen. Besonders im Grünland müssen wir die Versicherungsabdeckung aber noch deutlich erhöhen. Gleichzeitig ist klar, dass es bei einem Schadensausmaß dieser Größenordnung weitere existenzsichernde Maßnahmen braucht. Dazu gehört insbesondere, die Verfügbarkeit von Futtermitteln für die Tierhaltung sicherzustellen."
Laut der Österreichischen Hagelversicherung sind durchschnittlich rund 60% der landwirtschaftlichen Flächen versichert. Im Ackerbau liegt der Anteil bei rund 80%, im Grünland bei rund 40%. Bund und Länder übernehmen gemeinsam 55% der Versicherungsprämien. Hier greift die europaweit einzigartige österreichische Risikoabsicherung. Damit wird ein Teil der Schäden abgedeckt.
Irene Neumann-Hartberger: "Mit unserem Versicherungssystem haben wir eine starke und europaweit beispielgebende Grundlage geschaffen. Die Steigerung der Unterstützung von Bund und Ländern hat wesentlich dazu beigetragen, dass immer mehr Betriebe vorsorgen. Besonders im Grünland müssen wir die Versicherungsabdeckung aber noch deutlich erhöhen. Gleichzeitig ist klar, dass es bei einem Schadensausmaß dieser Größenordnung weitere existenzsichernde Maßnahmen braucht. Dazu gehört insbesondere, die Verfügbarkeit von Futtermitteln für die Tierhaltung sicherzustellen."
Klimaschutz und Klimawandelanpassung konsequent vorantreiben
In der Landwirtschaft wird seit vielen Jahren in den Klimaschutz und in die Anpassung an den Klimawandel investiert. Beim Klimaschutz muss der Fokus weiter auf den Ausstieg aus fossilen Energieträgern und den Umstieg auf erneuerbare Energien gelegt werden. Die österreichische Landwirtschaft hat hier in den vergangenen Jahren mit hohen Investitionen einen großen Beitrag geleistet.
Rund 80% der österreichischen Betriebe nehmen bereits freiwillig am Österreichischen Agrarumweltprogramm ÖPUL teil. Damit werden unter anderem Maßnahmen für gesunde Böden, Wasserrückhalt, Begrünungen und nachhaltige Bewirtschaftung unterstützt.
Georg Strasser: "Unsere Bäuerinnen und Bauern leisten bereits enorm viel für Klimaschutz und im Bereich der Klimawandelanpassung. Aber bei einer Trockenheit dieses Ausmaßes stoßen selbst bewährte Maßnahmen an ihre Grenzen. Deshalb müssen wir kurzfristige Hilfe und langfristige Anpassung gemeinsam schaffen."
Rund 80% der österreichischen Betriebe nehmen bereits freiwillig am Österreichischen Agrarumweltprogramm ÖPUL teil. Damit werden unter anderem Maßnahmen für gesunde Böden, Wasserrückhalt, Begrünungen und nachhaltige Bewirtschaftung unterstützt.
Georg Strasser: "Unsere Bäuerinnen und Bauern leisten bereits enorm viel für Klimaschutz und im Bereich der Klimawandelanpassung. Aber bei einer Trockenheit dieses Ausmaßes stoßen selbst bewährte Maßnahmen an ihre Grenzen. Deshalb müssen wir kurzfristige Hilfe und langfristige Anpassung gemeinsam schaffen."
Krisenstab im BMLUK wird erweitert
Der Krisenstab im BMLUK wird um die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des heutigen Runden Tisches erweitert. Ziel ist eine noch engere und zeitnähere Abstimmung zwischen Politik, Wissenschaft und Landwirtschaft.
Im Rahmen des Runden Tisches wurde auch die hydrologische Lage besprochen. Im Juli fiel im Österreichmittel weniger als die Hälfte des mittleren Monatsniederschlags - nördlich des Alpenhauptkamms regional sogar weniger als ein Viertel. Im bisherigen August sind weite Teile Österreichs erneut von Niederschlagsdefiziten betroffen, besonders aber Vorarlberg, Ober- und Niederösterreich, das Burgenland und die Steiermark. Den aktuellen Prognosen zufolge ist auch in den kommenden Wochen keine grundlegende Entspannung der Situation zu erwarten. Laut dem Hydrologen Prof. Günter Blöschl von der TU Wien wird sich das bestehende Wasserdefizit bei weiterhin fehlenden Niederschlägen vergrößern. Gleichzeitig halten die hohen Lufttemperaturen die Verdunstung auf einem hohen Niveau. Damit wird sich die Situation wahrscheinlich auch für die Landwirtschaft weiter verschärfen. Die Trinkwasserversorgung ist gesichert.
Im Rahmen des Runden Tisches wurde auch die hydrologische Lage besprochen. Im Juli fiel im Österreichmittel weniger als die Hälfte des mittleren Monatsniederschlags - nördlich des Alpenhauptkamms regional sogar weniger als ein Viertel. Im bisherigen August sind weite Teile Österreichs erneut von Niederschlagsdefiziten betroffen, besonders aber Vorarlberg, Ober- und Niederösterreich, das Burgenland und die Steiermark. Den aktuellen Prognosen zufolge ist auch in den kommenden Wochen keine grundlegende Entspannung der Situation zu erwarten. Laut dem Hydrologen Prof. Günter Blöschl von der TU Wien wird sich das bestehende Wasserdefizit bei weiterhin fehlenden Niederschlägen vergrößern. Gleichzeitig halten die hohen Lufttemperaturen die Verdunstung auf einem hohen Niveau. Damit wird sich die Situation wahrscheinlich auch für die Landwirtschaft weiter verschärfen. Die Trinkwasserversorgung ist gesichert.
Nun rasche Liquiditätshilfen notwendig
Die Schadensbilanz und die Ergebnisse des Runden Tisches bilden die Grundlage für die weiteren Gespräche innerhalb der Bundesregierung. Das Landwirtschaftsministerium steht dazu bereits in Gesprächen mit dem Finanzministerium.
"Unsere Betriebe brauchen jetzt rasch Liquidität, um die Versorgung mit Lebensmitteln auch in Zukunft zu sichern. Wir werden alles daran setzen, gemeinsam als Bundesregierung ein zielgerichtetes Paket auf den Weg zu bringen, das dort hilft, wo die wirtschaftliche Existenz gefährdet ist", so Totschnig.
"Unsere Betriebe brauchen jetzt rasch Liquidität, um die Versorgung mit Lebensmitteln auch in Zukunft zu sichern. Wir werden alles daran setzen, gemeinsam als Bundesregierung ein zielgerichtetes Paket auf den Weg zu bringen, das dort hilft, wo die wirtschaftliche Existenz gefährdet ist", so Totschnig.