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Sieben Tipps zur Maisaussaat 2026

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09.04.2026 | von Dipl.-Ing. Erich Roscher

Den richtigen Anbautermin zu finden ist ein Kompromiss zwischen dem Kalender und den heurigen Wetterbedingungen. Sich nach dem Boden und dessen Zustand zu richten ist der erste Ansatz.

Mais_Saat_404-ID90239@agrarfoto.com.jpg © agrarfoto.com
Bei der Maisaussaat, vor allem unter den heurigen Bedingungen, gilt es einiges zu beachten. © agrarfoto.com

1| Bodentemperatur und Bodenfeuchte sind für den Feldaufgang entscheidend

Wie jedes Jahr stellt sich die Frage: Wann soll ich den Mais setzen? Der Mais benötigt ein gut erwärmtes, abgetrocknetes und abgesetztes, feinkrümeliges Saatbeet mit genügend Bodenfeuchte. Bereits kleine Unterschiede können bei Kälte zu Unregelmäßigkeiten beim Auflaufen führen. Das Saatbeet sollte so optimal und homogen wie nur möglich sein. Das Maiskorn muss ein Drittel seines Eigengewichts an Wasser für die Keimung aufnehmen. Daher muss das Korn einen guten Bodenkontakt haben. Es muss so festsitzen, dass es praktisch bei der Kontrolle der Ablage aus dem Boden herausgekratzt werden muss. Darüber hinaus muss der Boden feinkrümelig sein, damit weniger Wasser verdunstet und die Pflanze Luft bekommt. Kluten müssen von der Saatreihe weggeräumt werden bzw. sind zu vermeiden, indem die Bodenbearbeitung nur unter optimalen Bedingungen durchgeführt wird. Bei zu hoher Bodenfeuchte darf der Mais nicht ausgesät werden. Gerade auf schweren Böden können die Schare Schmierränder ziehen, in welche die Maiswurzel nachher nicht eindringen kann. Regnet es nach der Aussaat viel auf trockenen Boden, so können Verkrustungen entstehen. Diese müssen aufgebrochen werden, damit alle Pflanzen gleichmäßig aus dem Boden kommen können.

2| Maßnahmen bei anhaltender Trockenheit:

  • Die Aussaattiefe etwas erhöhen, damit die Bodenfeuchte erreicht wird.
  • Weniger ist mehr – zu viel Bodenbearbeitung kann zu vermehrtem Austrocknen führen.
  • Nach einer Herbstfurche kann zeitig im Frühjahr der Boden abgeschleppt werden, um die Kapillaren zu unterbrechen und weitere Verdunstung zu minimieren. Die Saatbettvorbereitung im Frühjahr kann bei akuter Austrocknungsgefahr des Bodens auch so kurz vor der Aussaat wie möglich erfolgen.
  • Andruckrollen – sie drücken das Korn im Boden gut an.

3| Auf Temperaturen achten!

Die Maisaussaat sollte zeitig, aber nicht zu früh erfolgen. Mais braucht eine stabile Bodentemperatur von mindestens 10 °C ohne große Schwankungen. Liegt die mittlere Temperatur in den ersten Tagen nach der Aussaat unter 10 °C, kann der Feldaufgang geringer ausfallen. Auf sehr leichten Böden kann im Frühjahr die Temperatur am Tag zwar schon recht hoch, jedoch in der Nacht sehr niedrig sein. Diese schwankenden Temperaturen können den Keimling empfindlich schädigen. Der Saatzeitpunkt sollte also gut abgewogen werden, wenn sehr früh im Jahr der Boden bereits gut bearbeitbar, es recht trocken und kein Regen in Sicht ist. Auf der einen Seite besteht eine hohe Gefahr durch Nachtfröste bei sehr früher Aussaat, auf der anderen Seite sollte die vorhandene Bodenfeuchte ausgenutzt werden. Das Wetter während der Aussaat und der nächsten zwei Tage ist für die Keimung entscheidend. Bei kühler Witterung kann das Auflaufen zwischen drei und fünf Wochen dauern, bei warmer, feuchter Witterung hingegen zehn Tage.

4| Welche Vorteile eine frühe Aussaat hat

  • Die Wurzeln der Pflanzen werden meist besser ausgebildet, weil mehr Tage für die Entwicklung vorhanden sind. Dadurch ergibt sich eine bessere Nährstoff- und Wasserversorgung = mehr ­Ertrag und weniger Krankheiten wie Stängelfäule.
  • Oft haben Pflanzen mit früher Aussaat einen stabileren, dickeren Stängel und eine bessere Standfestigkeit und Gesundheit.
  • Früh ausgesäte Bestände reifen eher ab und können früher geerntet werden.
  • Bei recht früher Aussaat können etwas später reifende Sorten angebaut werden, welche ein höheres Ertragspotenzial haben.
  • Je später der Mais gesät wird, desto niedriger ist in der Regel der Ertrag.

5| Eine Sätiefe bis 5 cm ist optimal

Auf trockenen Böden kann die Aussaattiefe etwas erhöht werden, wenn damit die Bodenfeuchte erreicht wird. Die Saattiefe kann etwas erhöht werden, wenn die unteren Zentimeter des Bodens krümeliger sind und dort ein besserer Bodenschluss erfolgen kann. Eine zu tiefe Ablage führt zu schwächeren Pflanzen und lückigen Beständen. Eine zu flache Saattiefe führt hingegen zu schlechter entwickelten Kronenwurzeln und schlechter versorgten Pflanzen. In der Folge ist die Versorgung mit Wasser und Nährstoffen nicht optimal. Die Pflanze leidet bei Trockenheit stärker. Die Standfestigkeit ist stark verringert, und die Pflanze kann umkippen.

Wann 4 cm und darunter?
Nur bei sehr schwerem und kaltem Boden und früher Aussaat!
Wann 6 cm?
Bei weiter anhaltender Trockenheit und sehr später Aussaat!

6| Lückige Bestände vermeiden

Ein gleichmäßiger Pflanzenbestand erhöht den Ertrag. Lückige Bestände können durch eine ungleichmäßige Kornablage oder durch einen schlechten Feldaufgang verursacht sein. Ein schlechter Feldaufgang beruht häufig auf schlechter Witterung zu und nach der Aussaat. Fehler bei der Bodenbearbeitung oder bei der Aussaat verstärken die Auswirkungen einer ungünstigen Witterung zur Keimung und zum Auflaufen. Unterschiedliche Ablagetiefe oder ungleichmäßig verteilte Bodenfeuchte in trockenen Jahren führen zu ungleich entwickelten Beständen (mit Nachzüglern). Je später die Nachzügler keimen, umso höher sind die Ertragsverluste. Sind ein Viertel der Pflanzen in der Entwicklung nur zwei Blätter hinter dem Bestand, so kommt es zu einem um circa 6 % geringeren Ertrag auf der Fläche. Je weiter die Pflanzen zurück sind, desto größer sind die Verluste.

7| Ursachen für einen schlechten Feldaufgang

Mögliche Gründe für eine schlechte Ablage der Mais­körner sind:
  • abgenutzte Säschare und ein Verrollen in der Saatfurche,
  • falsch eingestellte Abstreifer und damit Aussaat zweier Körner statt nur eines Korns,
  • falsche Lochscheiben,
  • Fehler in der Pneumatik,
  • verstopfte Rohre.
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