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Sanierungsoffensive 2026/2027 - ein Überblick

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29.10.2026 | von Ing. Martin Mayer

Nachdem das Förderbudget für 2026 in Rekordzeit ausgeschöpft war, stehen die Bedingungen für den Neustart Ende 2026 bzw. Anfang 2027 fest.

Landwirt.jpg © stock.adobe.com
Da Förderbudgets in der Vergangenheit extrem schnell ausgeschöpft waren, empfiehlt sich eine rasche Vorbereitung. stock.adobe.com © stock.adobe.com
Die Sanierungsoffensive des Bundes geht in die nächste Runde. Gebäudebesitzer, Landwirtinnen und Landwirte sowie Sanierer in Kärnten sollten die geänderten Spielregeln und Antragsfristen genau beachten.
Die Förderaktion des Bundesministeriums (BMLUK) zur thermisch-energetischen Gebäudesanierung und zum Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme - besser bekannt als "Sanierungsoffensive" - verzeichnet seit Jahren einen historischen Höchststand an Anträgen. Ziel der Förderung ist es, Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor drastisch zu senken, Energiekosten nachhaltig zu reduzieren und die regionale Wertschöpfung im Handwerk zu stärken.

Die enorm hohe Nachfrage führte im Förderjahr 2026 jedoch rasch an die Kapazitätsgrenzen:

  • Der Sanierungsbonus 2026 für thermische Sanierungen (z.B. Fenstertausch, Dämmung) wurde aufgrund ausgeschöpfter Mittel bereits im Februar 2026 vorzeitig geschlossen.
  • Im Juli 2026 folgte der finale Stopp für die verbliebenen Restmittel der Aktion 2026.
Um Eigentümer:innen und der Wirtschaft wieder verlässliche Rahmenbedingungen zu bieten, hat der Bund die Sanierungsoffensive 2027 beschlossen. Insgesamt werden österreichweit 500 Mio. Euro an Fördergeldern bereitgestellt. Neu ist dabei die strikte budgetäre Trennung: 321 Mio. Euro entfallen auf die thermisch-energetische Gebäudesanierung und 179 Mio. Euro auf den Heizkesseltausch. Beide Förderungen können mit Landesförderungen kombiniert werden (Auskunft bei den Landesförderstellen).

Die Förderschwerpunkte und Förderhöhen (2026/2027)

Gefördert wird in Form eines einmaligen, nicht rückzahlbaren Investitionskostenzuschusses. Die Förderhöhe ist grundsätzlich mit maximal 30% der förderfähigen Gesamtkosten (Material, Planung und fachgerechte Montage) gedeckelt.

Thermisch-energetische Sanierung (Ein- und Zweifamilienhäuser/landwirtschaftliche Wohngebäude)

Voraussetzung: Das Gebäude muss älter als 15 Jahre sein (gemessen an der Baubewilligung), außerdem muss das Gebäude überwiegend für Wohnzwecke genutzt werden.

  • Einzelbauteilsanierung (z.B. reine Fenstersanierung oder Dämmung):
    • Max. 4.000 Euro Zuschuss, z.B. beim Tausch von mindestens 75% der Fensterflächen mit einem U-Wert < 1,1 W/m²K.
    • Bonus: Werden im Zuge des Fenstertauschs außenliegende Sonnenschutz- bzw. Beschattungssysteme installiert, erhöht sich die maximale Förderung auf bis zu 5.000 Euro.
    • Hinweis: Pro Kalenderjahr kann nur eine Einzelbauteilmaßnahme gefördert werden.
  • Teilsanierung (Heizwärmebedarf-Reduktion um mindestens 40%): max. 10.000 Euro
  • Umfassende Sanierung (guter Standard): max. 15.000 Euro
  • Umfassende Sanierung (Klimaaktiv-Standard): max. 20.000 Euro
Erneuerbare Heizsysteme ("Raus aus Öl und Gas"/Kesseltausch

Gefördert wird der Ersatz fossiler Alt-Heizungen (Öl, Gas, Kohle, Strom-Direktheizungen) durch klimafreundliche Systeme. Für das Alt-System gilt kein Mindestalter mehr.

  • Anschluss an Nah- oder Fernwärme: max. 4.000 Euro
  • Wärmepumpe (Luft/Wasser, Sole/Wasser, Wasser/Wasser): max. 5.000 Euro (unter Einhaltung aktueller Kältemittel-Bestimmungen)
  • Holzzentralheizung (Pellets, Hackgut, Stückholz): max. 6.000 Euro

Hinweis für den mehrgeschossigen Wohnbau: Hier gelten abweichende Pauschalsätze je Quadratmeter Wohnnutzfläche bzw. je Wohnung, z.B. bis zu 2.500 Euro für die umfassende Fenstersanierung je Wohneinheit.

Wichtige Antragsstarttermine und Fristen

Wer Fördergelder in Anspruch nehmen möchte, muss das vorgegebene Timing exakt einhalten. Für die Neuauflage gelten zwei zentrale Stichtage:

  • Antragsstart Kesseltausch (Heizungswechsel): 2. November 2026
  • Antragsstart Thermische Sanierung (Sanierungsbonus): 4. Jänner 2027

Die Einreichfristen im Ablauf:

  • Stichtag für Leistungen: Förderfähig sind grundsätzlich nur Rechnungen und Leistungen, deren Beauftragung bzw. Umsetzung nach dem 7. Oktober 2026 erfolgt.
  • Ablauf nach Antragstellung:
    1. Registrierung/Antragstellung online über das Portal der Kommunalkredit Public Consulting (KPC/sanierungsoffensive.gv.at).
    2. Annahme des Fördervertrags: Nach positiver Prüfung durch die KPC muss der Fördervertrag innerhalb von vier Wochen angenommen werden.
    3. Umsetzung und Endabrechnung: Die Baumaßnahmen müssen innerhalb von neun Monaten nach Genehmigung abgeschlossen und die vollständigen Endabrechnungsunterlagen eingereicht werden.

Achtung: Umsetzungszeiträume werden nicht verlängert.

Technische und formelle Voraussetzungen für die Einreichung

Damit ein Antrag von der Förderstelle (KPC) bewilligt werden kann, müssen folgende Grundvoraussetzungen erfüllt sein:

  • Energieberatungspflicht: Bereits bei der Registrierung/Einreichung muss zwingend ein aktuelles Energieberatungsprotokoll (z.B. der Energieberatung Kärnten/Netzwerk Energieberatung) vorgelegt werden. Ohne nachgewiesene Energieberatung verfällt der Registrierungsanspruch. Bei der thermischen Gebäudesanierung ist bei Teilsanierung und umfassender Sanierung die Vorlage eines Energieausweises verpflichtend.
  • Professionistenpflicht: Sämtliche Arbeiten müssen von befugten Fachbetrieben/Gewerbebetrieben ausgeführt und normgerecht installiert werden. Eigenleistungen (reiner Selbsteinbau) werden bezüglich der Arbeitszeit nicht gefördert; Förderbasis bilden nur ordnungsgemäße Rechnungen des Fachbetriebs inklusive Zahlungsbelegen.
  • Eigentums- und Rechnungsnachweis: Rechnungen müssen zwingend auf den Namen der antragstellenden Person ausgestellt sein und den Nachweis der vollständigen Bezahlung enthalten.

Fazit und Empfehlung

Da Förderbudgets in der Vergangenheit extrem schnell ausgeschöpft waren, empfiehlt sich eine rasche Vorbereitung. Landwirte und private Gebäudebesitzer sollten jetzt Energieberatungen buchen, Aufmaß nehmen lassen und Angebote von Fachbetrieben einholen.

Die offizielle Beantragung erfolgt ab dem 2. November 2026 (Heizung) bzw. ab dem 4. Jänner 2027 (Thermische Sanierung) online, beachtet werden muss jedoch, dass keine Leistungen eingereicht werden, die bereits vor dem 7. Oktober 2026 erbracht wurden.

Weitere Details und Richtlinien: www.sanierungsoffensive.gv.at

Links zum Thema

  • Sanierungsoffensive des Bundes
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Der Weg zum neuen Stall - was zu beachten ist

Weitere Fachinformation

  • Wasserknappheit bei Brunnen und Quellen - Teil 6: Die Wünschelrute
  • Wasserknappheit bei Brunnen und Quellen - Teil 5: Noch nicht genutzte Dränagewässer verwenden
  • Wasserknappheit bei Brunnen und Quellen - Teil 4: Alterung von Brunnen und Quellen
  • Wasserknappheit bei Brunnen und Quellen - Teil 3: Einwachsen von Wurzeln
  • Wasserknappheit bei Brunnen und Quellen - Teil 2: Ungünstige Wasserableitung bei Quellfassungen
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