Kärnten bleibt vom Shamonda Virus nicht verschont
Der ursprünglich aus Afrika stammende Erreger wird durch Gnitzen übertragen und verursacht nachweislich klinische Erkrankungen bei Rindern, Schafen, Ziegen, Alpakas und Pferden, wobei das Rind als wichtigster Wirt gilt. Andere (Wild)-Wiederkäuer kommen als Wirt in Frage, der Mensch scheint nach aktuellem Wissenstand als nicht empfänglich.
Die Übertragung der Krankheit erfolgt nicht von Tier zu Tier, sondern indirekt über die Gnitze, ausgenommen der vertikalen Übertragung vom Muttertier auf den ungeborenen Embryo.
Die klinischen Symptome beim Rind sind Fieber, Durchfall und Rückgang der Milchleistung. Zumeist sind es milde bis moderate Krankheitsverläufe. Die Besonderheit des Erregers ist jedoch, dass Tiere in frühen Trächtigkeitsstadien Aborte erleiden können bzw. dass der Embryo geschädigt wird. Die Schädigungen der ungeborenen Kälber können den Muskel- und Skelettapparat sowie das Zentralnervensystem betreffen, wie es vom nahe verwandten Schmallenbergvirus bereits bekannt ist. Die Diagnose kann zumeist durch das klinische Bild gestellt werden, ein Erregernachweis im Blut ist nur in einem kurzen Zeitfenster möglich. Bei Pferden kann eine Infektion mit dem Shamonda Virus zentralnervösen Störungen hervorrufen.
Auf Grund des viralen Erregers kommt nur eine Behandlung der Symptome in Frage, zur Vorbeugung können Repellentien (Insektenabwehrmittel) gegen die Überträger eingesetzt werden. Diese Mittel verringern den Infektionsdruck. Es gibt zurzeit keinen zugelassen Impfstoff gegen das Shamonda Virus, die Erkrankung ist nicht meldepflichtig.
- Shamonda Virus kommt in Kärnten verbreitet vor
- Symptome: Fieber, Durchfall, Milchleistungsrückgang
- Tiere schützen durch Repellentien und technische Maßnahmen wie Ventilatoren