„Impfung ist aktiver Tierschutz“
Dr. Wagner, die Blauzungenkrankheit ist 2025 nach Österreich zurückgekehrt. War die Branche darauf vorbereitet oder hat die Dynamik überrascht?
Dr. Henrik Wagner: Grundsätzlich war bekannt, dass die Blauzungenkrankheit in den vergangenen Jahren in mehreren europäischen Ländern, insbesondere in Frankreich, dauerhaft präsent war. Aus epidemiologischer Sicht musste man daher damit rechnen, dass sich das Virus schrittweise von Land zu Land ausbreitet. Insofern hat uns das erneute Auftreten des bekannten Serotyps BTV-8 nicht überrascht.
Unerwartet war jedoch das plötzliche Auftreten von BTV-3. Positiv hervorzuheben ist allerdings, dass sehr rasch ein geeigneter Impfstoff entwickelt und verfügbar gemacht werden konnte, wodurch eine Eindämmung des Geschehens möglich war.
Sie befassen sich seit Jahren wissenschaftlich mit der Blauzungenkrankheit. Was war aus Ihrer Sicht die wichtigste Lehre aus dem Seuchengeschehen 2025?
Die zentrale Erkenntnis ist eindeutig: Die Impfung ist das wichtigste Instrument zum Schutz der Tierbestände. Tierärztinnen und Tierärzte haben damit ein wirksames Werkzeug in der Hand, um Tierleid zu vermeiden. Impfen bedeutet aktiven Tierschutz. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Impfbereitschaft in der Praxis noch zu gering ist. Hier ist Aufklärungsarbeit essenziell. Tierhalter müssen verstehen, dass Impfungen einen nachhaltigen Schutz der Bestände ermöglichen. Ergänzend dazu spielen Biosicherheitsmaßnahmen eine wesentliche Rolle, etwa der konsequente Kleidungswechsel nach Tierkontakten in anderen Betrieben oder die Quarantäne zugekaufter Tiere. Ein weiterer wichtiger Aspekt war die immunologische Lage des Tierbestandes. Sind das parasitologische Management sowie die Fütterung gut eingestellt, gibt es weniger Fälle von klinischer BTV-Infektion.
Gibt es Frühwarnsignale, auf die Betriebe besonders achten sollten?
Symptome sind bereits ein spätes Warnsignal. Wenn diese auftreten, ist die Infektion schon da. Der einzig verlässliche vorbeugende Schutz ist daher die Impfung. Dennoch müssen Betriebe bei ihren Tieren aufmerksam sein: Lahmheiten, sehr hohes Fieber, Fressunlust sowie Veränderungen im Maul- und Klauenbereich sind typische Hinweise.
Können Kälteperioden die Gnitzenaktivität und das Virus stoppen?
Blutuntersuchungen zeigen, dass das Virus 50 Tage im Tier nachweisbar sein kann. Gleichzeitig wird es auch immer einige Gnitzen geben, die Winterperioden überleben und das Virus weitertragen können.
Das Problem besteht also darin, dass sowohl der Erreger im Tier als auch die Vektoren in der Umwelt fortbestehen können.
Wann ist aus Ihrer Sicht der späteste sinnvolle Zeitpunkt für eine Impfung vor der Weide- und Almsaison?
Die vektorfreie Zeit ist genau jetzt. Deshalb sollte bis spätestens März die Impfung erfolgt sein. Der vollständige Impfschutz entwickelt sich erst vier bis sechs Wochen nach der Impfung. Ziel ist es, dass dieser Schutz bereits besteht, wenn die Gnitzen im Frühjahr wieder aktiv werden.
Was möchten Sie den Betrieben im Umgang mit der Blauzungenkrankheit abschließend mitgeben?
Mein Appell lautet: Tierhalter sollten nicht nur die unmittelbaren Kosten sehen, sondern die langfristige Ersparnis und den Tierschutzgedanken. Impfen rettet Tierleben. Außerdem sollte die Expertise von Tierärzten und Fachstellen genutzt werden, um sich beraten zu lassen.
Dr. Henrik Wagner: Grundsätzlich war bekannt, dass die Blauzungenkrankheit in den vergangenen Jahren in mehreren europäischen Ländern, insbesondere in Frankreich, dauerhaft präsent war. Aus epidemiologischer Sicht musste man daher damit rechnen, dass sich das Virus schrittweise von Land zu Land ausbreitet. Insofern hat uns das erneute Auftreten des bekannten Serotyps BTV-8 nicht überrascht.
Unerwartet war jedoch das plötzliche Auftreten von BTV-3. Positiv hervorzuheben ist allerdings, dass sehr rasch ein geeigneter Impfstoff entwickelt und verfügbar gemacht werden konnte, wodurch eine Eindämmung des Geschehens möglich war.
Sie befassen sich seit Jahren wissenschaftlich mit der Blauzungenkrankheit. Was war aus Ihrer Sicht die wichtigste Lehre aus dem Seuchengeschehen 2025?
Die zentrale Erkenntnis ist eindeutig: Die Impfung ist das wichtigste Instrument zum Schutz der Tierbestände. Tierärztinnen und Tierärzte haben damit ein wirksames Werkzeug in der Hand, um Tierleid zu vermeiden. Impfen bedeutet aktiven Tierschutz. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Impfbereitschaft in der Praxis noch zu gering ist. Hier ist Aufklärungsarbeit essenziell. Tierhalter müssen verstehen, dass Impfungen einen nachhaltigen Schutz der Bestände ermöglichen. Ergänzend dazu spielen Biosicherheitsmaßnahmen eine wesentliche Rolle, etwa der konsequente Kleidungswechsel nach Tierkontakten in anderen Betrieben oder die Quarantäne zugekaufter Tiere. Ein weiterer wichtiger Aspekt war die immunologische Lage des Tierbestandes. Sind das parasitologische Management sowie die Fütterung gut eingestellt, gibt es weniger Fälle von klinischer BTV-Infektion.
Gibt es Frühwarnsignale, auf die Betriebe besonders achten sollten?
Symptome sind bereits ein spätes Warnsignal. Wenn diese auftreten, ist die Infektion schon da. Der einzig verlässliche vorbeugende Schutz ist daher die Impfung. Dennoch müssen Betriebe bei ihren Tieren aufmerksam sein: Lahmheiten, sehr hohes Fieber, Fressunlust sowie Veränderungen im Maul- und Klauenbereich sind typische Hinweise.
Können Kälteperioden die Gnitzenaktivität und das Virus stoppen?
Blutuntersuchungen zeigen, dass das Virus 50 Tage im Tier nachweisbar sein kann. Gleichzeitig wird es auch immer einige Gnitzen geben, die Winterperioden überleben und das Virus weitertragen können.
Das Problem besteht also darin, dass sowohl der Erreger im Tier als auch die Vektoren in der Umwelt fortbestehen können.
Wann ist aus Ihrer Sicht der späteste sinnvolle Zeitpunkt für eine Impfung vor der Weide- und Almsaison?
Die vektorfreie Zeit ist genau jetzt. Deshalb sollte bis spätestens März die Impfung erfolgt sein. Der vollständige Impfschutz entwickelt sich erst vier bis sechs Wochen nach der Impfung. Ziel ist es, dass dieser Schutz bereits besteht, wenn die Gnitzen im Frühjahr wieder aktiv werden.
Was möchten Sie den Betrieben im Umgang mit der Blauzungenkrankheit abschließend mitgeben?
Mein Appell lautet: Tierhalter sollten nicht nur die unmittelbaren Kosten sehen, sondern die langfristige Ersparnis und den Tierschutzgedanken. Impfen rettet Tierleben. Außerdem sollte die Expertise von Tierärzten und Fachstellen genutzt werden, um sich beraten zu lassen.
Fachtagung
Bei den Fachtagungen für Schaf- und Ziegenhalter am 30. Jänner am Reiterhof Stückler in St. Margarethen und am 31. Jänner im Gasthof Trebesinger Wirt in Trebesing referiert Dr. Wagner zum Thema Blauzungenkrankheit und deren Auswirkungen.
Info: Nähere Infos hier.
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