Felsenbirne: Zwischen Wildgehölz und Nischenkultur
Heimische Felsenbirne: wertvoll für Biodiversität
Die Gewöhnliche Felsenbirne ist die einzige in Mitteleuropa heimische Art. Sie kommt vor allem an trockenen, sonnigen Standorten wie Waldrändern oder felsigen Lagen vor. Ihre Bedeutung liegt weniger im landwirtschaftlichen Anbau als vielmehr in ihrer ökologischen Funktion, besonders die Früchte werden von vielen Vogelarten genutzt. Auch für den Hausgarten ist sie aufgrund ihrer Robustheit und ihres Zierwerts eine interessante Option. Außerdem ist sie eine perfekte Ergänzung in einer Vogelschutzhecke, wo sie Singvögeln als Nahrungsquelle und Versteck dient.
Saskatoon Berry: kleine Fläche, interessantes Potenzial
Die Erlenblättrige Felsenbirne (Amelanchier alnifolia) - besser bekannt als Saskatoon Berry - stammt aus Nordamerika und wird dort seit Langem kultiviert. In Österreich ist ihr Anbau derzeit noch sehr gering und umfasst nur wenige Hektar.
Dennoch wird sie als potenzielle Nischenkultur gesehen, insbesondere für:
Dennoch wird sie als potenzielle Nischenkultur gesehen, insbesondere für:
- Direktvermarktung
- Verarbeitung zu Saft, Marmelade oder Trockenprodukten
- Betriebe, die ihr Sortiment gezielt erweitern möchten
Anbau: eine robuste Kultur
Die Saskatoon Berry gilt als relativ anpassungsfähig und sehr Winter frosthart, stellt aber auch Anforderungen: Schwere, staunasse Böden sowie Frostsenken (Spätfrostrisiko) müssen unbedingt vermieden werden!
- Standort: sonnig bis halbschattig, - nur gut belichtete Zonen fruchten! - gut durchlässige Böden, schwach sauer bis alkalisch - Kalktolerant
- Wasser: ausreichende Versorgung, besonders bei Trockenheit
- Schnitt: regelmäßiges Auslichten zur Förderung von Fruchtansatz und Qualität - Fruchtbildung am besten am ein- bis zweijährigen Holz. Ältere Triebe sollten regelmäßig ausgelichtet werden!
- Bestäubung: durch Insekten, was eine gute Blühbedingungen voraussetzt
Erwerbssorten
'Smoky‘ Der geschmackliche Standard in Kanada mit dem höchsten Zucker-Säure-Verhältnis (sehr süß, intensives Aroma). Diese Sorte wird im Selbstpflückebereich eingesetzt, wobei die Früchte etwas kleiner sind als die der Sorte 'Thiessen‘. Es kommt zu viele Bodentrieben, was den Pflegeaufwand erhöht.
'Thiessen‘ Liefert die absolut größten Beeren unter den Erwerbssorten mit bis zu 17 mm Durchmesser. Die Sorte wächst eher buschig und öffnet sich unter der Fruchtlast. Das macht die Beeren für Pflücker gut zugänglich. Es kommt zu einer folgernden Reife!
'Martin‘ Eine Auslese aus 'Thiessen' mit sehr großen, aromatischen Früchten, die jedoch gleichmäßiger reifen.
'Thiessen‘ Liefert die absolut größten Beeren unter den Erwerbssorten mit bis zu 17 mm Durchmesser. Die Sorte wächst eher buschig und öffnet sich unter der Fruchtlast. Das macht die Beeren für Pflücker gut zugänglich. Es kommt zu einer folgernden Reife!
'Martin‘ Eine Auslese aus 'Thiessen' mit sehr großen, aromatischen Früchten, die jedoch gleichmäßiger reifen.
Erntezeit
Reifezeit liegt meist zwischen Mitte Juni und Juli. Die meisten Sorten reifen folgernd, wobei zwei bis drei Pflückgänge notwendig sind und nur voll ausgefärbte Früchte geerntet werden. Für eine maschinelle Ernte werden Sorten gewählt, die gleichmäßiger abreifen.
Schädlinge und Krankheiten im Überblick
Wie andere Rosengewächse kann auch die Felsenbirne von verschiedenen Schädlingen und Krankheiten betroffen sein. Dazu zählen unter anderem:
Krankheiten:
Krankheiten:
- Echter Mehltau
- Blattfleckenkrankheiten (Diplocarpon mespili) - gilt als bedeutendster Erreger
- Feuerbrand
- Monilia (Blüte- und Fruchtfäule)
- Diverse Blattläuse (u.a. Mehlige Apfelblattlaus)
- Mäuse bzw. Wühlmause besonders Junganlagen
- Raupen (z.B. Frostspanner)
- Vogelfraß an den reifenden Früchten, der zu großen Ertragsverlusten führen kann
- Blutlaus (vor allem in Junganlagen, Sortenunterschiede - Thiessens/Martin, bzw. Smoky sind weniger gefährdet als andere Sorten)
Fazit
Die Felsenbirne verbindet ökologischen Nutzen und landwirtschaftliches Potenzial. Während die heimische Art eine wertvolle Rolle für die Biodiversität spielt, bietet die Saskatoon Berry eine interessante Ergänzung für spezialisierte Betriebe. Aufgrund der geringen Anbauflächen handelt es sich derzeit jedoch klar um eine Nischenkultur, deren Erfolg stark von einer durchdachten Vermarktung abhängt.