Die Stimme erheben und Gemeinschaft spüren
Im Internationalen Jahr der Bäuerin 2026 setzt die Landwirtschaftskammer Kärnten mit den Kärntner Bäuerinnen gemeinsam ein besonderes Zeichen: Mit dem 1. Kärntner Bäuerinnenchor entsteht ein zeitlich begrenztes Projekt, das Musik, Gemeinschaft und bäuerliches Engagement verbindet. Gesucht werden Bäuerinnen, die gerne singen und Freude daran haben, gemeinsam mit anderen Frauen aufzutreten. Mit nur zwei Proben wird der Frauenchor auf die vorgesehenen Auftritte vorbereitet. Geprobt wird am 5. September und 3. Oktober 2026 im Bildungshaus Schloss Krastowitz, jeweils von 13 bis 17 Uhr. Die Auftritte sind beim Kärntner Bildungstag am 20. Oktober 2026 sowie bei der Agrarmesse 2027, die vom 15. bis zum 17. Jänner, veranstaltet wird, geplant.
Für Körper und Seele
Dass Singen weit mehr als ein schönes Hobby ist, bestätigen zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen. Beim Singen werden Atmung und Körperhaltung aktiviert, die Lunge arbeitet intensiver, und der Kreislauf wird angeregt. Gleichzeitig werden Glückshormone ausgeschüttet, Stresshormone reduziert und das allgemeine Wohlbefinden gesteigert. Das Chorsingen hat eine zusätzliche Wirkung: Menschen erleben sich als Teil einer Gemeinschaft. Gemeinsames Atmen, gemeinsamer Rhythmus und gemeinsamer Klang schaffen Verbundenheit und stärken das soziale Miteinander. Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen unter Zeitdruck und hoher Belastung stehen, kann gemeinsames Singen ein wertvoller Ausgleich sein. Bäuerinnen in Kärnten sind nicht nur in ihren Betrieben unverzichtbar, sondern engagieren sich seit jeher in zahlreichen Bereichen des ländlichen Lebens. Sie organisieren Veranstaltungen, wirken in Vereinen mit, übernehmen Funktionen in der Gemeinde, in der Schule, im Kindergarten in agrarischen Organisationen, in kulturellen Einrichtungen etc.
Auch die Chorszene in Kärnten lebt von diesem ehrenamtlichen Einsatz. Viele Bäuerinnen singen selbst in Chören, manche leiten als Chorleiterinnen musikalische Gruppen; andere tragen als Obfrauen organisatorische Verantwortung. Dieses Engagement stärkt nicht nur die Kultur im Dorf, sondern schafft Begegnung, Zusammenhalt und Identität. Der Kärntner Bäuerinnenchor knüpft genau an diese Tradition an: Frauen aus unterschiedlichen Regionen und Betrieben kommen für zwei musikalische Projekte zusammen, um ihre Stimme hörbar zu machen – musikalisch und symbolisch – und das anlässlich des Internationalen Jahres der Bäuerin 2026.
Projekt mit Strahlkraft
Das Chorprojekt soll zeigen, wie vielfältig, kreativ und engagiert Kärntens Bäuerinnen sind. Es verbindet Generationen, Regionen und unterschiedliche Lebensrealitäten. Im Mittelpunkt steht nicht die perfekte Gesangsausbildung, sondern die Freude am gemeinsamen Singen und das Erleben von Gemeinschaft.
Info: Interessierte Bäuerinnen können sich über den QR-Code oder bei der Lebenswirtschaftsberaterin im Bezirk anmelden. Voraussetzung ist die Teilnahme an beiden Probentagen sowie an den Auftritten. Man muss nicht perfekt sein, nur gerne singen. Trauen Sie sich, die anderen singen auch nicht allein. Melden Sie sich zum 1. Kärntner Bäuerinnenchor an!
Chorleiterin Martina Ragger
Die musikalische Leitung des 1. Kärntner Bäuerinnenchors übernimmt Martina Ragger aus St. Margarethen im Lavanttal. Sie ist der Chormusik selbst seit vielen Jahren verbunden. Was erwartet die Bäuerinnen? Martina Ragger beschreibt ihren Zugang zu dem Pionierprojekt so: „Ich bin gefragt worden, ob ich die Leitung eines Bäuerinnenchors übernehmen würde. Da ich dem Gesang und dem Bauerntum sehr zugetan bin, habe ich gerne zugesagt. Ich halte es für eine wunderbare Idee, Gemeinschaft, Spaß und beruflichen Austausch über die Musik und den Gesang zu pflegen. Ich würde mich sehr über die hoffentlich große Teilnahme freuen. Es wird sicher ein tolles Erlebnis, binnen kurzer Zeit ein Repertoire von verschiedenen Liedern zu erarbeiten. Kein Stress, kein Druck, keine unerlernbare Literatur, nur Freude an der Musik und Balsam für die Seele. Das ist es, was uns begleitet.“