Die Bachforelle ist "Fisch des Jahres 2020"
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Bachforelle © Florian Kainz/Archiv Aqua
Bachforelle © Florian Kainz/Archiv Aqua
Bachforelle © Florian Kainz/Archiv Aqua
Damit sind die Bachforellen auch bestens an das jeweilige Gewässer angepasst, man nennt das in der Fachsprache eine "plastische Art". Aus ökologischer Sicht ist dieser Aspekt vor allem bei Besatzmaßnahmen für die fischereiliche Gewässerbewirtschaftung zu berücksichtigen. Auch wurde eine ganze Gewässerregion nach ihr benannt - die Forellenregion. Vor allem für die alpinen Gegenden ist die Bachforelle die Leitfischart schlechthin.
Wozu die Auszeichnung?
Obwohl die Bachforelle sehr bekannt ist, hat sie nun eine weitere Stufe der Bekanntheit genommen, denn sie ist "Fisch des Jahres 2020". Diese Auszeichnung wird vom Österreichischen Fischereiverband in Zusammenarbeit mit den Landesverbänden unter Mitwirkung des Bundesamtes für Wasserwirtschaft (BAW) und des Österreichischen Kuratoriums für Fischerei (ÖKF) vergeben, um auf einzelne Arten, deren Bedürfnisse und Gefährdungen aufmerksam zu machen.
Auch die Bachforelle ist gefährdet
Durch die ökologische Anpassung der Bachforellen an die jeweiligen Gewässersysteme zeigt sich auch die enorme genetische Variation der einzelnen Populationen. Darin liegt aber auch genau der Grund der Gefährdung dieser Fischart. Denn diese Variabilität ist die Fähigkeit der Art, mit den Schwierigkeiten, Besonderheiten und Herausforderungen der einzelnen Gewässer zurechtzukommen. Aufgrund der Einflüsse von außen gerät diese Art aber zusehends unter Druck. Zu nennen sind hier vorrangig Ursachen wie Lebensraumveränderungen und Lebensraumdefizite, der Fraßdruck durch Prädatoren wie Fischotter und zunehmend auch die Erwärmung der Gewässer als Folge des Klimawandels. Gerade der Klimawandel könnte dazu beitragen, dass die Bachforelle immer in höhere Lagen bzw. Gewässerabschnitte gedrängt werden könnte und es flächendeckend zu großen Habitat Verlusten kommt.
Auch in der Fischzucht ist die Bachforelle zusehends gefragt
Die Bachforelle ist einerseits im Hinblick auf die Angelfischerei in Österreichs Fließgewässern als auch seitens der Aquakultur eine der wichtigsten heimischen Fischarten. Von den 2708,3 t jährlich in Österreich produzierten forellenartigen Fischen entfallen rund 15% auf Bachforellen. Die produzierte Menge an Bachforellen ist in Österreich in den vergangen Jahren kontinuierlich gestiegen. Im Zeitraum 2011 bis 2017 betrug der Zuwachs rund 40%.
Jahresproduktion an Bachforellen in heimischer Aquakultur in Kilogramm
| 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 |
| 235.875 | 267.112 | 288.715 | 334.805 | 347.412 | 368.452 | 396.485 |
Es zeigt sich somit, dass auch die Konsumenten die Bachforelle immer mehr als hochwertigen heimischen Speisefisch schätzen. So konnte in den letzten Jahren auch der Anteil an in Aquakultur produzierten Regenbogenforellen in Österreich im Verhältnis zu den anderen Salmoniden wie eben der Bachforelle reduziert werden.
Fazit
Die Bachforelle hat die hohe Auszeichnung als "Fisch des Jahres" mehr als verdient. Angelfischer wie auch Fischzüchter schätzen diesen heimischen Fisch in gleichem Maße. Seitens der Forschung erhält man laufend weitere Einblicke in die wissenschaftliche Einteilung der vielen verschiedenen Genotypen der Bachforellenstämme und die Konsumenten schätzen Bachforellen als hochwertige heimische Alternative zu Lachs, Hering und Makrele. In Zukunft wird man aber auch die Veränderungen des Lebensraumes verstärkt betrachten müssen, um die Bachforelle als Leitfischart der Gewässeroberläufe zu erhalten.