Dürregeschädigten Silomais richtig silieren
Anhaltende Trockenheit und Hitzeperioden führen zunehmend dazu, dass sich Maisbestände regional sehr unterschiedlich entwickeln. Je nach Standort, Bodentyp, Anbauzeitpunkt und Vorfrucht reicht das Bild heuer von leicht gestressten bis zu völlig kolbenlosen Beständen. Auf flachgründigen, schottrigen Böden ist die Pflanze teilweise bereits in die Notreife übergegangen, ohne einen Kolben angesetzt zu haben.
Für den Pflanzenbau ergeben sich daraus zwei zentrale Fragen: Wann ist der richtige Erntezeitpunkt, und wie muss die Silierung an das veränderte Ausgangsmaterial angepasst werden, damit möglichst wenig Futterwert verloren geht.
Für den Pflanzenbau ergeben sich daraus zwei zentrale Fragen: Wann ist der richtige Erntezeitpunkt, und wie muss die Silierung an das veränderte Ausgangsmaterial angepasst werden, damit möglichst wenig Futterwert verloren geht.
Erntezeitpunkt richtig bestimmen
Solange mindestens die Hälfte der Pflanze noch grün ist, assimiliert sie weiter und lagert Zucker als Stärke im Kolben ein – mit der Ernte sollte in diesem Fall unbedingt zugewartet werden, auch wenn ein Kolben bereits angesetzt ist. Als Richtwert für die Silierreife gilt ein Trockenmassegehalt (TM) im Kolben von mindestens 55 Prozent bei gleichzeitig 23 bis 25 Prozent TM in der Restpflanze; ab einem Korn-TM-Gehalt von rund 58 Prozent ist keine weitere Stärkeeinlagerung mehr zu erwarten. Bleibt der Regen aus und ist keine weitere Kornbildung zu erwarten, sollte der Bestand spätestens ab einem TM-Gehalt von 30 Prozent in der Gesamtpflanze gehäckselt werden – bei höheren Werten wird die Verdichtung im Silo zunehmend problematisch.
Der TM-Gehalt lässt sich im Betrieb über die Nagelprobe am Kolben, mittels Trockenschrank oder mit der Mikrowelle abschätzen (100 g Frischmasse zerkleinern und in Intervallen bei Auftaustufe bis zur Gewichtskonstanz trocknen); eine Laboranalyse bleibt aber die verlässlichste Methode und ist gerade in einem schwierigen Jahr empfehlenswert.
Bestände ohne Kolbenansatz weisen einen deutlich reduzierten Energiegehalt auf – die fehlende Stärkeeinlagerung macht sich mit einem Minus von rund einem Viertel bemerkbar, dafür aber einen höheren Zuckergehalt, da keine Umwandlung von Zucker in Stärke stattgefunden hat. Trotz der optisch weit fortgeschrittenen Abreife kann im Stängel noch erheblich Wasser sein. Wird bei unter 30 Prozent TM siliert, drohen Sickersaftverluste.
Wo bereits Körnermais steht, der keine weitere Entwicklung mehr erwarten lässt, kann dessen Nutzung als Silomais ebenfalls sinnvoll sein. Die Abdeckung des Grobfutterbedarfs geht in einem solchen Jahr klar vor der Energiegewinnung.
Der TM-Gehalt lässt sich im Betrieb über die Nagelprobe am Kolben, mittels Trockenschrank oder mit der Mikrowelle abschätzen (100 g Frischmasse zerkleinern und in Intervallen bei Auftaustufe bis zur Gewichtskonstanz trocknen); eine Laboranalyse bleibt aber die verlässlichste Methode und ist gerade in einem schwierigen Jahr empfehlenswert.
Bestände ohne Kolbenansatz weisen einen deutlich reduzierten Energiegehalt auf – die fehlende Stärkeeinlagerung macht sich mit einem Minus von rund einem Viertel bemerkbar, dafür aber einen höheren Zuckergehalt, da keine Umwandlung von Zucker in Stärke stattgefunden hat. Trotz der optisch weit fortgeschrittenen Abreife kann im Stängel noch erheblich Wasser sein. Wird bei unter 30 Prozent TM siliert, drohen Sickersaftverluste.
Wo bereits Körnermais steht, der keine weitere Entwicklung mehr erwarten lässt, kann dessen Nutzung als Silomais ebenfalls sinnvoll sein. Die Abdeckung des Grobfutterbedarfs geht in einem solchen Jahr klar vor der Energiegewinnung.
Ernteverfahren bei Trockenstress
Trockenheitsgeschädigtes Erntegut verhält sich beim Silieren anders als normal abgereifter Mais: Es bringt eine höhere Materialtemperatur und in der Folge auch höhere Silostockwärme mit, ist wegen des geringeren natürlichen Besatzes an Milchsäurebakterien schwerer sauber zu vergären, hat einen hohen TM-Gehalt und Verholzungsgrad – dadurch schlechte Verdichtbarkeit, gleichzeitig aber einen hohen Gehalt an wasserlöslichen Kohlenhydraten und teils auch an Nitrat. Die Erntetechnik muss auf diese Ausgangslage reagieren:
- Häcksellänge an den Trockenmassegehalt anpassen: je trockener das Erntegut, desto kürzer häckseln – bei TM-Gehalten über 37 Prozent auf rund 5 mm, um die Verdichtung im Silo sicherzustellen.
- Silobefüllung in gleichmäßigen Schichten von nicht mehr als 30 cm über die gesamte Silofläche, um Nester zu vermeiden.
- Ausreichendes Walzgewicht einplanen: als Richtwert gilt ein Viertel der stündlich angelieferten Menge.
- Bei stark trockenem Material eine feuchtere Gras- oder Maissilage beimischen, um die Verdichtung zu verbessern.
- Siliermittel gezielt einsetzen – bei schwierigen Bedingungen (hohe Temperatur, hoher TM-Gehalt, geschädigtes Material) sind chemische Siliermittel der Wirkungsrichtung 2 im Vorteil, biologische Präparate auf Basis heterofermentativer Milchsäurebakterien wirken zuverlässig, solange der TM-Gehalt unter rund 45 Prozent bleibt.
- Nasses Material niemals als Sandwichschicht auf bereits vergorene Silage aufbringen, sondern getrennt lagern (eigenes Silo oder Siloplatte) und mit Sickersaftanfall rechnen.
- Bei der Übernahme mehrere Fuhren tatsächlich verwiegen und nach Frischmasse abrechnen – pauschale Hektarsätze sind in einem Jahr mit stark schwankenden Erträgen (grob zwischen 30 und 75 t Frischmasse je Hektar) nicht sachgerecht.