Buschenschenker im Portrait
Am Stadtrand von Spittal, idyllisch gelegen direkt am Drauradweg, nimmt der Buschenschank von Familie Egger eine besondere Stellung ein. Diese Form der Direktvermarktung verbindet regionale Landwirtschaft mit Gastfreundschaft und kulinarischem Erleben. Doch hinter der gemütlichen Atmosphäre und den herzhaften Schmankerln steckt viel Arbeit, Organisation und Leidenschaft. Wie sieht der Alltag der Familie während der Buschenschanksaison aus? Welche Herausforderungen gilt es zu meistern, und wie gelingt es, die Gästezufriedenheit auch in arbeitsintensiven Zeiten hochzuhalten? Familie Egger führt den Buschenschankbetrieb in zweiter Generation. Die dritte Generation steht schon in den Startlöchern und arbeitet bereits kräftig mit.
Auf eurem Bauernhof geht’s zu wie in einem Taubenschlag! Wer arbeitet bei euch am Betrieb mit?
Karl Egger: Gemeinsam mit meiner Burgi schupfen wir die Buschenschank seit zwei Jahrzehnten. David, unser Ältester, arbeitet bereits seit elf Jahren am Betrieb mit.
Seit Corona sind auch unsere beiden jüngeren Söhne Karl und Simon im Betrieb mit eingestiegen. David hat für sich die Leidenschaft des Brotbackens entdeckt und übt sich in der Backstube. Als Edelbrandsommelier veredelt er unser Obst zu Schnaps und Most und man trifft ihn donnerstags am Wochenmarkt in Spittal. Karli bewirtschaftet Wiese, Acker und Wald, kümmert sich um die Tiere und ist als Servicekraft in der Buschenschank im Einsatz. Simon, unser Jüngster, bestückt die Bauernecken der Lagerhäuser, zahlreiche Mini-Shops und ist erste Stütze beim Jausenrichten. Dort behält meine Burgi die Übersicht. Ich bin hauptverantwortlich für die Fleischproduktion. Die Arbeitseinteilung sitzt und jeder weiß, was er zu tun hat. Die 40-Stunden-Woche wäre bei uns Mittwoch zu Mittag schon erledigt. Und heuer war uns Felix, ein Praktikant vom Litzlhof, wirklich eine große Hilfe. Er hat in allen Bereichen fest mitangepackt.
Wie zufrieden seid ihr mit der vergangenen Buschenschanksaison?
Karl Egger: Gestartet sind wir recht holprig, denn April und Mai waren verregnet. Im August war dann die große Hitze. Aber meine Frau sagte, wir sind voll auf Kurs und dürfen sehr zufrieden sein.
Wer zählt zu euren Gästen in der Buschenschank, nehmt ihr eine Veränderung wahr?
Karl Egger: Über all die Jahre haben wir einen großen Zuspruch von unseren Stammgästen. Und jetzt kommt schon die nächste Generation mit deren Kindern jausnen. Aber auch mit unserer Lage direkt am Drauradweg sind wir begünstigt. Busse kündigen sich immer wieder an und auch die Barrierefreiheit ist bestimmt von Vorteil.
Wo liegen die größten Herausforderungen im Betreiben einer Buschenschank?
Karl Egger: Vieles ist wetterabhängig, heuer war eine Saison zwischen Vollbetrieb und Wetterumschwung. Wir wissen im Vorfeld oft nicht, kommen heute sieben Gäste oder 70. Das Programm gibt das Publikum vor. Und uns freut es natürlich, wenn die Jause schmeckt, aber bis es soweit ist, sind unzählige Handgriffe nötig. Der Anbau am Acker, die Tierhaltung, dann die laufende Produktion, die Veredelung und Reifung. Die Buschenschank an sich muss immer in Schuss sein, begonnen bei der Blumenpracht bis hin zu sauberen Sanitärbereichen. Das Bewirtschaften einer Buschenschank zählt bestimmt zur härtesten und arbeitsintensivsten Disziplin im Bauernstand.
Wie wichtig sind betriebswirtschaftliche Aufzeichnungen?
Karl Egger: Enorm wichtig! Wir sind schon seit Jahrzehnten Mitglied beim Arbeitskreis Unternehmensführung. Die Zahlen müssen passen und bei den Auswertungen sehen wir die betriebliche Entwicklung. Unsere Rinderproduktion läuft defizitär, laut Buchhaltung. Aber in Anbetracht unserer Speisekarte können wir nicht drauf verzichten.
Burgi Egger: Unsere Kinder haben alle eine weiterführende Schule besucht und sie bekommen einen gerechten Lohn für ihre Arbeit! Das ist uns wichtig, denn in unserer Generation wurde darauf kein Wert gelegt.
Wird Tierwohl gefordert?
Karl Egger: Von den Jungen wird Tierwohl gefordert. Die wollen in den Stall schauen und sich versichern, ob es den Tieren auch gut geht. In diesem Bereich war schon mein Vater Pionier. Unsere Rinder haben schon seit Mitte der 80er-Jahre ihren Auslauf. Und unsere Schweine haben seit 2018 Bewegung im Freien. Ein klares Ja zu Tierwohl und einer verbesserten Haltungsform, das wird von unseren Konsumenten honoriert!
Das neue Buschenschankgesetz in Kärnten macht Zukauf möglich, eine Erleichterung?
Karl Egger: Da hat unsere Politik was richtig gemacht, denn der Zukauf schafft eine immense Erleichterung. Die Milchprodukte stammen von regionalen Produzenten aus den Nachbargemeinden. Ein bäuerlicher Eisproduzent erweitert unser traditionelles Angebot. Wir nehmen mit unserer Buschenschank und unserem Selbstbedienungsladen aber auch andere regionale Vermarkter mit. Es sind vor allem junge Betriebe, die mit ihren Produkten unser kulinarisches Angebot ergänzen. Mit der Direktvermarktung kann man Geld verdienen und das schafft für sie Perspektiven, den eigenen Hof auch weiterzuführen.
Was würden Sie, Frau Egger, ändern, wenn Sie in der Politik tätig wären?
Burgi Egger: Ich würde vieles unternehmerfreundlicher gestalten. Viele Auflagen sind mühsam bis hin zu schikanierend. Aufzeichnungen, Tierhaltererklärungen, Schulungspflicht, wenn man Köderfallen für Nager aufstellt. Es wird immer aufwendiger und kurioser. Aber wenn ich die Wahl zwischen Politik und Buschenschank hätte, würde ich mich wieder für meinen Karl und den Bauernhof entscheiden.
Gab es heuer ein besonderes Highlight in der Buschenschank?
Burgi Egger: Unsere Stammgäste gehören schon zur Familie. In der Buschenschank dürfen wir mit ihnen bei Taufen, Geburtstagen etc. mitleben und mitfeiern. Besonders für mich ist jedes Jahr auch die Begegnung mit Taubstummen. Der Taubstummenverband kommt alljährlich zu uns jausnen.
David Egger: Mein Highlight sind die Begegnungen mit Menschen aus der ganzen Welt. Sie radeln am Drauradweg entlang und kehren dann bei uns ein. Wir verständigen uns in Englisch, die wichtigsten Vokabeln haben wir uns schon zurechtgelegt. Den Rest erledigen wir mit Händen und Füßen, Kulinarik und Hunger verbindet.
David, wie erfüllend ist es für einen jungen Menschen, hier zu arbeiten?
David Egger: Nicht jeder Tag ist lustig und erfüllend, wie in jedem anderen Job auch. Aber ich darf mich in den Arbeitsbereichen ausleben und ausprobieren, wo mein Herz dranhängt. Und das direkte Feedback von unseren Kunden bestärkt mich dann. Auch das Markttreiben am Wochenmarkt sorgt für Abwechslung und macht Spaß.
Erstmals gibt es einen fixen Ruhetag – die Buschenschank hat am Sonntag geschlossen. Für viele selbstverständlich, im Hause Egger aber doch sehr außergewöhnlich, oder?
Karl Egger: Ja, wir genießen den freien Sonntag sehr. Da bleibt Zeit für Familie und ein gemeinsames Frühstück … und ich bin dann zum Ausgleich in den Bergen unterwegs. In unserer Familie wird generell viel Sport gemacht, obwohl wir körperlich viel und hart arbeiten. Schwimmen, laufen, bergsteigen – ein Ausgleich muss sein. Schon mein Vater war ein erfolgreicher Schwimmer, meine Schwester Judith ist mehrfache Staatsmeisterin im Schwimmen.
Auf eurem Bauernhof geht’s zu wie in einem Taubenschlag! Wer arbeitet bei euch am Betrieb mit?
Karl Egger: Gemeinsam mit meiner Burgi schupfen wir die Buschenschank seit zwei Jahrzehnten. David, unser Ältester, arbeitet bereits seit elf Jahren am Betrieb mit.
Seit Corona sind auch unsere beiden jüngeren Söhne Karl und Simon im Betrieb mit eingestiegen. David hat für sich die Leidenschaft des Brotbackens entdeckt und übt sich in der Backstube. Als Edelbrandsommelier veredelt er unser Obst zu Schnaps und Most und man trifft ihn donnerstags am Wochenmarkt in Spittal. Karli bewirtschaftet Wiese, Acker und Wald, kümmert sich um die Tiere und ist als Servicekraft in der Buschenschank im Einsatz. Simon, unser Jüngster, bestückt die Bauernecken der Lagerhäuser, zahlreiche Mini-Shops und ist erste Stütze beim Jausenrichten. Dort behält meine Burgi die Übersicht. Ich bin hauptverantwortlich für die Fleischproduktion. Die Arbeitseinteilung sitzt und jeder weiß, was er zu tun hat. Die 40-Stunden-Woche wäre bei uns Mittwoch zu Mittag schon erledigt. Und heuer war uns Felix, ein Praktikant vom Litzlhof, wirklich eine große Hilfe. Er hat in allen Bereichen fest mitangepackt.
Wie zufrieden seid ihr mit der vergangenen Buschenschanksaison?
Karl Egger: Gestartet sind wir recht holprig, denn April und Mai waren verregnet. Im August war dann die große Hitze. Aber meine Frau sagte, wir sind voll auf Kurs und dürfen sehr zufrieden sein.
Wer zählt zu euren Gästen in der Buschenschank, nehmt ihr eine Veränderung wahr?
Karl Egger: Über all die Jahre haben wir einen großen Zuspruch von unseren Stammgästen. Und jetzt kommt schon die nächste Generation mit deren Kindern jausnen. Aber auch mit unserer Lage direkt am Drauradweg sind wir begünstigt. Busse kündigen sich immer wieder an und auch die Barrierefreiheit ist bestimmt von Vorteil.
Wo liegen die größten Herausforderungen im Betreiben einer Buschenschank?
Karl Egger: Vieles ist wetterabhängig, heuer war eine Saison zwischen Vollbetrieb und Wetterumschwung. Wir wissen im Vorfeld oft nicht, kommen heute sieben Gäste oder 70. Das Programm gibt das Publikum vor. Und uns freut es natürlich, wenn die Jause schmeckt, aber bis es soweit ist, sind unzählige Handgriffe nötig. Der Anbau am Acker, die Tierhaltung, dann die laufende Produktion, die Veredelung und Reifung. Die Buschenschank an sich muss immer in Schuss sein, begonnen bei der Blumenpracht bis hin zu sauberen Sanitärbereichen. Das Bewirtschaften einer Buschenschank zählt bestimmt zur härtesten und arbeitsintensivsten Disziplin im Bauernstand.
Wie wichtig sind betriebswirtschaftliche Aufzeichnungen?
Karl Egger: Enorm wichtig! Wir sind schon seit Jahrzehnten Mitglied beim Arbeitskreis Unternehmensführung. Die Zahlen müssen passen und bei den Auswertungen sehen wir die betriebliche Entwicklung. Unsere Rinderproduktion läuft defizitär, laut Buchhaltung. Aber in Anbetracht unserer Speisekarte können wir nicht drauf verzichten.
Burgi Egger: Unsere Kinder haben alle eine weiterführende Schule besucht und sie bekommen einen gerechten Lohn für ihre Arbeit! Das ist uns wichtig, denn in unserer Generation wurde darauf kein Wert gelegt.
Wird Tierwohl gefordert?
Karl Egger: Von den Jungen wird Tierwohl gefordert. Die wollen in den Stall schauen und sich versichern, ob es den Tieren auch gut geht. In diesem Bereich war schon mein Vater Pionier. Unsere Rinder haben schon seit Mitte der 80er-Jahre ihren Auslauf. Und unsere Schweine haben seit 2018 Bewegung im Freien. Ein klares Ja zu Tierwohl und einer verbesserten Haltungsform, das wird von unseren Konsumenten honoriert!
Das neue Buschenschankgesetz in Kärnten macht Zukauf möglich, eine Erleichterung?
Karl Egger: Da hat unsere Politik was richtig gemacht, denn der Zukauf schafft eine immense Erleichterung. Die Milchprodukte stammen von regionalen Produzenten aus den Nachbargemeinden. Ein bäuerlicher Eisproduzent erweitert unser traditionelles Angebot. Wir nehmen mit unserer Buschenschank und unserem Selbstbedienungsladen aber auch andere regionale Vermarkter mit. Es sind vor allem junge Betriebe, die mit ihren Produkten unser kulinarisches Angebot ergänzen. Mit der Direktvermarktung kann man Geld verdienen und das schafft für sie Perspektiven, den eigenen Hof auch weiterzuführen.
Was würden Sie, Frau Egger, ändern, wenn Sie in der Politik tätig wären?
Burgi Egger: Ich würde vieles unternehmerfreundlicher gestalten. Viele Auflagen sind mühsam bis hin zu schikanierend. Aufzeichnungen, Tierhaltererklärungen, Schulungspflicht, wenn man Köderfallen für Nager aufstellt. Es wird immer aufwendiger und kurioser. Aber wenn ich die Wahl zwischen Politik und Buschenschank hätte, würde ich mich wieder für meinen Karl und den Bauernhof entscheiden.
Gab es heuer ein besonderes Highlight in der Buschenschank?
Burgi Egger: Unsere Stammgäste gehören schon zur Familie. In der Buschenschank dürfen wir mit ihnen bei Taufen, Geburtstagen etc. mitleben und mitfeiern. Besonders für mich ist jedes Jahr auch die Begegnung mit Taubstummen. Der Taubstummenverband kommt alljährlich zu uns jausnen.
David Egger: Mein Highlight sind die Begegnungen mit Menschen aus der ganzen Welt. Sie radeln am Drauradweg entlang und kehren dann bei uns ein. Wir verständigen uns in Englisch, die wichtigsten Vokabeln haben wir uns schon zurechtgelegt. Den Rest erledigen wir mit Händen und Füßen, Kulinarik und Hunger verbindet.
David, wie erfüllend ist es für einen jungen Menschen, hier zu arbeiten?
David Egger: Nicht jeder Tag ist lustig und erfüllend, wie in jedem anderen Job auch. Aber ich darf mich in den Arbeitsbereichen ausleben und ausprobieren, wo mein Herz dranhängt. Und das direkte Feedback von unseren Kunden bestärkt mich dann. Auch das Markttreiben am Wochenmarkt sorgt für Abwechslung und macht Spaß.
Erstmals gibt es einen fixen Ruhetag – die Buschenschank hat am Sonntag geschlossen. Für viele selbstverständlich, im Hause Egger aber doch sehr außergewöhnlich, oder?
Karl Egger: Ja, wir genießen den freien Sonntag sehr. Da bleibt Zeit für Familie und ein gemeinsames Frühstück … und ich bin dann zum Ausgleich in den Bergen unterwegs. In unserer Familie wird generell viel Sport gemacht, obwohl wir körperlich viel und hart arbeiten. Schwimmen, laufen, bergsteigen – ein Ausgleich muss sein. Schon mein Vater war ein erfolgreicher Schwimmer, meine Schwester Judith ist mehrfache Staatsmeisterin im Schwimmen.