Biozuchtsauen – langes Leben und optimale Herdenstruktur
Egal, ob man Jungsauen zukauft oder Eigenremontierer ist: Die Entscheidung, wie lange Sauen in der Herde bleiben und wann sie diese verlassen, hat weitreichende Folgen für die Leistung der Herde, den ökonomischen Erfolg des Betriebs und das Tierwohl der Sauen. Aufwand und Kosten für die Aufzucht einer Jungsau fallen immer an, egal, wie lange die Sau in der Herde verbleibt, daher liegt der Gedanke nahe, Zuchtsauen möglichst lange zu halten. Auch entspricht es den Grundsätzen der biologischen Landwirtschaft, Tieren ein langes Leben bei guter Gesundheit zu gewähren. Das ist aber nur dann von Vorteil für Mensch und Tier, wenn Gesundheit und Leistung auch tatsächlich stimmen.
Im Durchschnitt startet die noch nicht ausgewachsene Erstlingssau mit einem etwas kleineren ersten Wurf mit kleineren Ferkeln, danach steigt die Wurfgröße zum zweiten Wurf an, bleibt dann bis zum fünften oder sechsten Wurf auf einem Plateau und sinkt danach ab. Auf der anderen Seite steigen die Ferkelverluste und die Anzahl der Totgeborenen mit zunehmendem Alter der Sau kontinuierlich an. Daraus ergibt sich eine im Durchschnitt optimale Nutzungsdauer von sechs Würfen, was bei zwei Würfen pro Jahr einer Remontierungsrate von 33 % entspricht. In der Theorie besteht die Herde dann zu einem gegebenen Zeitpunkt aus knapp 17 % Sauen im ersten Wurf und 83 % Sauen in den leistungsstarken Würfen zwei bis sechs.
Soviel zur Theorie, aber wie sieht es in der Praxis aus? Belastbare Zahlen zur Nutzungsdauer der österreichischen Biozuchtsauen gibt es (noch) keine. Aber eine Auswertung der Daten der Biosauenherden der Versuchsbetriebe in Thalheim bei Wels (HBLFA Raumberg-Gumpenstein) und Trenthorst (Thünen-Institut, Deutschland) aus den Jahren 2005 bis 2022 ergab eine durchschnittliche Nutzungsdauer von sechs Würfen, also exakt das theoretische Optimum. Interessant ist die große Schwankungsbreite in den Herden, wobei zu bedenken ist, dass sich das allgemeine Leistungsniveau seit 2005 natürlich verbessert hat und das Management an den beiden Standorten aufgrund von Forschungsprojekten über die Jahre variierte. In den Jahren 2005 bis 2022 setzte eine Durchschnittssau im Lauf ihrer sechs Würfe 56 Ferkel ab. Die besten 25 % der Sauen hingegen blieben acht bis 15 Würfe im Bestand und setzten 78 bis 144 Ferkel ab. Daran zeigt sich das hohe Leistungspotenzial eines Teils der Sauenpopulation, für die ein langes Leben bei guter Leistung möglich war.
Im Durchschnitt startet die noch nicht ausgewachsene Erstlingssau mit einem etwas kleineren ersten Wurf mit kleineren Ferkeln, danach steigt die Wurfgröße zum zweiten Wurf an, bleibt dann bis zum fünften oder sechsten Wurf auf einem Plateau und sinkt danach ab. Auf der anderen Seite steigen die Ferkelverluste und die Anzahl der Totgeborenen mit zunehmendem Alter der Sau kontinuierlich an. Daraus ergibt sich eine im Durchschnitt optimale Nutzungsdauer von sechs Würfen, was bei zwei Würfen pro Jahr einer Remontierungsrate von 33 % entspricht. In der Theorie besteht die Herde dann zu einem gegebenen Zeitpunkt aus knapp 17 % Sauen im ersten Wurf und 83 % Sauen in den leistungsstarken Würfen zwei bis sechs.
Soviel zur Theorie, aber wie sieht es in der Praxis aus? Belastbare Zahlen zur Nutzungsdauer der österreichischen Biozuchtsauen gibt es (noch) keine. Aber eine Auswertung der Daten der Biosauenherden der Versuchsbetriebe in Thalheim bei Wels (HBLFA Raumberg-Gumpenstein) und Trenthorst (Thünen-Institut, Deutschland) aus den Jahren 2005 bis 2022 ergab eine durchschnittliche Nutzungsdauer von sechs Würfen, also exakt das theoretische Optimum. Interessant ist die große Schwankungsbreite in den Herden, wobei zu bedenken ist, dass sich das allgemeine Leistungsniveau seit 2005 natürlich verbessert hat und das Management an den beiden Standorten aufgrund von Forschungsprojekten über die Jahre variierte. In den Jahren 2005 bis 2022 setzte eine Durchschnittssau im Lauf ihrer sechs Würfe 56 Ferkel ab. Die besten 25 % der Sauen hingegen blieben acht bis 15 Würfe im Bestand und setzten 78 bis 144 Ferkel ab. Daran zeigt sich das hohe Leistungspotenzial eines Teils der Sauenpopulation, für die ein langes Leben bei guter Leistung möglich war.
Grundlage für Planung
Welche Möglichkeiten gibt es nun, die Nutzungsdauer der eigenen Sauen zu optimieren? Hilfreich ist, sich unabhängig von den individuellen Lebensläufen der Sauen eine theoretische Nutzungsdauer als Ziel zu setzen, die als Planungsgrundlage für die regelmäßige Remontierung dient. Nichts ist unangenehmer als eine überalterte Herde, in der auf einmal mehrere Sauen ausfallen, ohne dass bereits Jungsauen als Ersatz bereitstehen. Je besser es gelingt, Sauen freiwillig auszuscheiden, weil sie ihren Leistungshöhepunkt überschritten haben, anstatt sie wegen Problemen ausscheiden zu müssen, umso besser. Die beiden Hauptursachen für das unfreiwillige Ausscheiden von Sauen sind Lahmheiten und Fruchtbarkeitsprobleme. Beide Problembereiche haben eine genetische Komponente und werden von der Körperkondition der Sauen beeinflusst. Die Eigenremontierung oder den Jungsauenzukauf zu optimieren und auf angepasste Fütterung zu achten beeinflusst die Nutzungsdauer daher positiv. Daneben stehen beim Thema Lahmheit vor allem die Bodengestaltung und das Einstreumanagement im Fokus, und Fruchtbarkeitsprobleme sind überwiegend Managementprobleme. Man hat als Sauenhalter/Sauhalterin also einiges selbst in der Hand, um die angepeilte Nutzungsdauer der Sauen und damit die Altersstruktur der Herde zu optimieren.
Info: Am 25. März findet dazu eine Infoveranstaltung statt. Näheres fnden Sie hier.