Bekämpfung des Getreideschimmelkäfers (Alphitobius diaperinus) in Schweine- und Geflügelställen
Dass kein Betrieb vor dem Befall mit Getreideschimmelkäfer sicher ist, beweisen immer wieder Schadensfallmeldungen aus Betrieben mit höchsten Hygienestandards. Gerade im Sommer kann es auch in sehr sauberen Stallanlagen zum Befall kommen, da der Käfer auch im freien Feld anzutreffen ist. Angezogen vom Ammoniak dringt der Käfer dann über Lüftungskanäle, Türschlitze und undichte Mauerfugen in die Ställe ein. Der Getreideschimmelkäfer stellt in Schweine- und Geflügelställen einen bedeutenden Hygiene- und Bauschädling dar. Eine nachhaltige Bekämpfung erfordert die Kombination aus konsequenter Stallhygiene, baulicher Sanierung, gezielter Insektizidanwendung und regelmäßigem Monitoring. Nur durch die Beseitigung der Lebensräume und Brutstätten kann ein langfristiger Bekämpfungserfolg erreicht und die Funktion der Stallgebäude dauerhaft erhalten werden.
Schäden an der Bausubstanz durch den Getreideschimmelkäfer bleiben oft unentdeckt. Sie stellen auch ein Hygienerisiko dar, da sie Futtermittel verschmutzen und Krankheitserreger übertragen können.
Schäden an der Bausubstanz durch den Getreideschimmelkäfer bleiben oft unentdeckt. Sie stellen auch ein Hygienerisiko dar, da sie Futtermittel verschmutzen und Krankheitserreger übertragen können.
Typische Anzeichen eines Befalls sind:
- Auftreten großer Mengen schwarzer Käfer und Larven in Wand- und Deckenhohlräumen
- Fraßgänge und Hohlraumbildung in Isolierungen, z. B. Sandwichpaneelen
Bekämpfungsstrategie
Eine erfolgreiche Bekämpfung kann nur im Rahmen eines integrierten Schädlingsmanagements erfolgen. Der alleinige Einsatz von Insektiziden führt meist nicht zu einem nachhaltigen Erfolg, da sich Larven und Käfer tief in Hohlräumen und Dämmmaterialien verstecken.
1. Stallhygiene
• Grundlage jeder Bekämpfungsmaßnahme ist die konsequente Reduktion von Lebens- und Nahrungsgrundlagen:
- vollständige Entfernung von Mist und Futterresten
- gründliche Hochdruckreinigung aller Stallbereiche
- Reinigung von Futterleitungen, Spaltenbereichen und technischen Einrichtungen
- Vermeidung von Wasserverlusten an Tränkesystemen
2. Bauliche Sanierung
Dadurch werden Rückzugsorte und Brutstätten dauerhaft beseitigt.
- Befallene Dämmstoffe und beschädigte Sandwichpaneele sollten, wenn möglich entfernt und ersetzt werden.
- Öffnen befallener Paneelbereiche, Entfernung von durch Käfer besiedeltem Isoliermaterial
- Beseitigung von Korrosionsschäden und Rostschutz auf dem schadhaften Material
- Abdichtung aller Fugen, Anschlüsse und Hohlräume und damit Wiederherstellung eines geschlossenen Dämmverbundes
3. Chemische Bekämpfung
Während der Stallleerstandsphase können zugelassene Insektizide eingesetzt werden. Häufig verwendete Wirkstoffe stammen aus der Gruppe der Pyrethroide (oft mit verkapselten Pyrethroiden- die außer der Reichweite der Tiere an die Wand gestrichen werden und bei Kontakt wirken).
Die Anwendung hat entsprechend den geltenden Zulassungsbestimmungen und Herstellervorgaben zu erfolgen. Besondere Aufmerksamkeit ist auf Fugen, Wandanschlüsse, Trägerkonstruktionen und Hohlräume zu richten.
Die Anwendung hat entsprechend den geltenden Zulassungsbestimmungen und Herstellervorgaben zu erfolgen. Besondere Aufmerksamkeit ist auf Fugen, Wandanschlüsse, Trägerkonstruktionen und Hohlräume zu richten.
4. Monitoring
Nach der Sanierung ist eine regelmäßige Kontrolle erforderlich. Ein frühzeitiges Erkennen neuer Populationen ermöglicht eine gezielte Bekämpfung vor dem Entstehen größerer Schäden.