Alpenraumübergreifendes Wolfsmanagement nötig
Kärnten nimmt beim Wolfsmanagement europaweit eine Vorreiterrolle ein und hat mit dem Alm- und Weideschutzgesetz frühzeitig Maßnahmen gesetzt, um den Schutz der Weidetiere mit den europäischen Vorgaben in Einklang zu bringen. Die Risszahlen der letzten Jahre belegen, dass dieser Weg wichtig und richtig war, um die Beibehaltung der Alm- und Weidewirtschaft und der damit einhergehenden Pflege der Kulturlandschaft sicherzustellen. Nur durch ein aktives Wolfsmanagement mit gezielten Entnahmen konnten die Risszahlen von 2022 bis 2025 um 75 % reduziert werden. Die im letzten Jahr erfolgte Absenkung des Schutzstatus des Wolfes ist bis Jänner von den Mitgliedstaaten umzusetzen.
Wie dies erfolgen kann, skizziert der renommierte Rechtsexperte Prof. Dr. Roland Norer, Ordinarius für Öffentliches Recht und Recht des ländlichen Raumes an der Universität Luzern in seinem neuen Buch „Leben mit dem Wolf – Anleitung für ein Wolfsmanagement in Europa“. Norer erachtet ein Wolfsmanagement in Europa und insbesondere im Alpenraum für notwendig, sieht die unterschiedlich starken Ambitionen in den einzelnen Ländern aber kritisch: „Während insbesondere die Schweiz und auch Österreich rechtliche Wege eingeschlagen haben, um die unkontrollierte Ausbreitung von Wölfen in Europa einzudämmen, sind andere Länder säumig.“
Norer nennt beispielhaft Italien, das trotz anderslautender Ankündigung der Regierung und trotz steigender Wolfspopulation, die aktuell auf 3.000 bis 3.5000 Individuen geschätzt wird, bisher kein aktives Bestandsmanagement betreibe. Der Experte zeigt auf, dass in Italien aufgrund wildernder Hunde auch viele Wolfshybride entstanden seien. Norer hält dazu fest: "Eine aktuelle Studie belegt, dass bereits die Hälfte der italienischen Wölfe mit Hunden eingekreuzt sein könnte." Prof. Norer erwartet sich angesichts der neuen Fauna-Flora-Habitat-(FFH-)Richtlinie der EU und des darin gelockerten Schutzstatus des Wolfes, aber nicht nur in Italien, pragmatische Lösungen im Umgang mit dem großen Beutegreifer.
Wie dies erfolgen kann, skizziert der renommierte Rechtsexperte Prof. Dr. Roland Norer, Ordinarius für Öffentliches Recht und Recht des ländlichen Raumes an der Universität Luzern in seinem neuen Buch „Leben mit dem Wolf – Anleitung für ein Wolfsmanagement in Europa“. Norer erachtet ein Wolfsmanagement in Europa und insbesondere im Alpenraum für notwendig, sieht die unterschiedlich starken Ambitionen in den einzelnen Ländern aber kritisch: „Während insbesondere die Schweiz und auch Österreich rechtliche Wege eingeschlagen haben, um die unkontrollierte Ausbreitung von Wölfen in Europa einzudämmen, sind andere Länder säumig.“
Norer nennt beispielhaft Italien, das trotz anderslautender Ankündigung der Regierung und trotz steigender Wolfspopulation, die aktuell auf 3.000 bis 3.5000 Individuen geschätzt wird, bisher kein aktives Bestandsmanagement betreibe. Der Experte zeigt auf, dass in Italien aufgrund wildernder Hunde auch viele Wolfshybride entstanden seien. Norer hält dazu fest: "Eine aktuelle Studie belegt, dass bereits die Hälfte der italienischen Wölfe mit Hunden eingekreuzt sein könnte." Prof. Norer erwartet sich angesichts der neuen Fauna-Flora-Habitat-(FFH-)Richtlinie der EU und des darin gelockerten Schutzstatus des Wolfes, aber nicht nur in Italien, pragmatische Lösungen im Umgang mit dem großen Beutegreifer.
Wolf grenzüberschreitend betrachten
Für Landwirtschaftskammerpräsident Siegfried Huber sind die Erkenntnisse von Prof. Norer eine wissenschaftlich fundierte Bestätigung für den von Kärnten beschrittenen Weg eines aktiven Wolfsmanagements mit gezielten Entnahmen von Risiko- und Schadwölfen. „Auch wenn selbsternannte Tierschutz-Organisationen immer wieder versuchen, für Verunsicherung zu sorgen – der Kärntner Weg ist richtig und rechtlich völlig im Einklang mit dem bereits bisher geltenden EU-Recht und beispielgebend für ganz Europa.“ Mit der Absenkung des Schutzstatus des Wolfs habe die EU-Kommission eine längst überfällige Nachbesserung in ihren Richtlinien vorgenommen und damit die Kärntner Wolfsmanagementmaßnahmen als wichtig und richtig bestätigt. „Der Wolf ist kein vom Aussterben bedrohtes Tier mehr, ganz im Gegenteil: Er verbreitet sich unkontrolliert und kennt keine Grenzen, weder von bewirtschafteten Almen und Weiden noch von Staaten“, streicht Huber heraus.
Eine länderübergreifende Zusammenarbeit gibt es bereits zwischen den almwirtschaftlichen Organisationen. Josef Obweger, Obmann des Kärntner Almwirtschaftsvereines und der Almwirtschaft Österreich hebt hervor: „Das Thema Wolf spielt besonders in jenen Regionen, in denen die Almen noch flächendeckend bewirtschaftet werden, eine große Rolle. Die Almwirtschaft Österreich arbeitet daher bereits seit mehreren Jahren intensiv mit Südtirol, der Schweiz, dem Allgäu und Oberbayern zusammen“.
Gemeinsam wurde im Oktober 2025 im Europaparlament in Straßburg eine diesbezügliche gemeinsame Resolution an die EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall übergeben. Darin wird auch gefordert, dass der günstige Erhaltungszustand von Wölfen nicht einzelstaatlich, sondern alpenweit betrachtet werden muss. „Allein wenn man weiß, dass in Kärnten die Zahl der Almauftreiber in den letzten 25 Jahren um 36 % zurückgegangen und die Anzahl nachgewiesener Wölfe von 27 im Jahr 2022 auf 43 im Jahr 2025 angestiegen ist, muss man sich wohl eher um die Erhaltung der Alm- und Berglandwirtschaft Sorgen machen als um den günstigen Erhaltungszustand von Wölfen“, erläutert Obweger.
Eine länderübergreifende Zusammenarbeit gibt es bereits zwischen den almwirtschaftlichen Organisationen. Josef Obweger, Obmann des Kärntner Almwirtschaftsvereines und der Almwirtschaft Österreich hebt hervor: „Das Thema Wolf spielt besonders in jenen Regionen, in denen die Almen noch flächendeckend bewirtschaftet werden, eine große Rolle. Die Almwirtschaft Österreich arbeitet daher bereits seit mehreren Jahren intensiv mit Südtirol, der Schweiz, dem Allgäu und Oberbayern zusammen“.
Gemeinsam wurde im Oktober 2025 im Europaparlament in Straßburg eine diesbezügliche gemeinsame Resolution an die EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall übergeben. Darin wird auch gefordert, dass der günstige Erhaltungszustand von Wölfen nicht einzelstaatlich, sondern alpenweit betrachtet werden muss. „Allein wenn man weiß, dass in Kärnten die Zahl der Almauftreiber in den letzten 25 Jahren um 36 % zurückgegangen und die Anzahl nachgewiesener Wölfe von 27 im Jahr 2022 auf 43 im Jahr 2025 angestiegen ist, muss man sich wohl eher um die Erhaltung der Alm- und Berglandwirtschaft Sorgen machen als um den günstigen Erhaltungszustand von Wölfen“, erläutert Obweger.
Umdenken beim Erhaltungszustand nötig
„Ich war und bin von der Rechtskonformität des Kärntner Weges überzeugt. Es freut mich aber dennoch, dass ein so renommierter Rechtsexperte unser Vorgehen bestätigt“, betont Landeshauptmannstellvertreter Martin Gruber in Anknüpfung an die Ausführungen Professor Norers. Es vergehe kaum ein Monat, in dem nicht irgendein Auftragsgutachten einer NGO, das Vorgehen Kärntens anzweifelt. Es gebe auch zahlreiche – erfolglose – Versuche, rechtlich gegen die Wolfsverordnung und die Kärntner Behörden vorzugehen. „Für mich ist das alles nur mehr eine Form des Aktionismus, der von ideologischen Standpunkten getrieben ist, der keinen objektiven Blick auf die Gesamtsituation mehr zulässt – und der schon gar nicht an Lösungen interessiert ist.“
Für eine Lösung brauche es neben einem grenzüberschreitenden Management auch ein Umdenken beim Thema Erhaltungszustand. „Der Wolf hält sich nicht an administrative Grenzen und kann nicht innerhalb eines Bundeslandes beurteilt werden. Der Alpenraum müsste der Bezugsrahmen für den Erhaltungszustand der Wolfspopulation sein“, betonte Gruber. Dafür werde man sich in Brüssel gemeinsam stark machen und dafür auch Mitstreiter in den Nachbarländern suchen.
Für eine Lösung brauche es neben einem grenzüberschreitenden Management auch ein Umdenken beim Thema Erhaltungszustand. „Der Wolf hält sich nicht an administrative Grenzen und kann nicht innerhalb eines Bundeslandes beurteilt werden. Der Alpenraum müsste der Bezugsrahmen für den Erhaltungszustand der Wolfspopulation sein“, betonte Gruber. Dafür werde man sich in Brüssel gemeinsam stark machen und dafür auch Mitstreiter in den Nachbarländern suchen.
Wolfsgipfel für Alpenraum im Sommer geplant
Die Vertreter der Kärntner Land- und Almwirtschaft sehen in der Absenkung des Schutzstatus des Wolfes einen klaren Auftrag an alle EU-Mitgliedstaaten, ihre Wolfsmanagementmaßnahmen dahingehend anzupassen und nachzuschärfen. „Die EU hat mit der Schutzstatusabsenkung letztes Jahr die Grundlage bereitet, die Einführung aktiver Wolfsmanagementmaßnahmen ist nun der logische nächste Schritt“ schlussfolgern Huber und Gruber. Damit diese Maßnahmen ambitioniert und akkordiert gesetzt werden, soll heuer erstmals ein grenzüberschreitender Wolfsgipfel in Kärnten stattfinden. Huber und Gruber wollen dazu Vertreterinnen aus Land-, Alm- und Jagdwirtschaft sowie Politik aus dem Alpenraum einladen. „Wir wollen die bewährten und breit getragenen Maßnahmen Kärntens als Vorbild vorstellen und als Grundlage für ein wirksames überregionales Wolfsmanagement im gesamten Alpenraum positionieren“ erklärt LK-Präsident Huber abschließend.