Almwirtschaft unverzichtbar für Tourismus, Landwirtschaft und Lebensqualität
Knapp ein Fünftel der Landesfläche Kärntens machen bewirtschaftete Almen aus. Konkret werden 1800 Almen bewirtschaftet, knapp 3500 Betriebe treiben hier ihre Tiere – Rinder, Pferden, Schafe und Ziegen – auf. Die Kärntner Almen sind ein über Jahrhunderte gewachsenes Kulturgut und erfüllen viele wichtige Funktionen. LK-Präsident Siegfried Huber: „Die Leistungen der Almwirtschaft reichen weit über die Lebensmittelversorgung hinaus. Sie bilden die Grundlage für den Tourismus, reduzieren die Naturgefahren, stärken die kulturelle Identität sowie die regionale Wertschöpfung.“ Huber ergänzt: „Auf unsere Almbäuerinnen und Almbauern ist Verlass. Sie leisten Tag für Tag einen unverzichtbaren Beitrag für unser Land.“
Sicheres Miteinander
Damit die Almen auch heuer wieder all diese Leistungen erbringen können, braucht es ein verantwortungsvolles Miteinander von Landwirtschaft, Tourismus und Erholungssuchenden. Eine wichtige Grundlage dafür bilden die vom Landwirtschaftsministerium veröffentlichten 10 Verhaltensregeln (www.sichere-almen.at) für ein sicheres Miteinander von Mensch und Weidevieh auf Almen. Ein besonders wichtiger Aspekt ist dabei der richtige Umgang mit Hunden auf Weideflächen. „Es freut mich, dass mit der für heuer geplanten Einführung eines verpflichtenden Sachkundenachweises für die Haltung von Hunden künftig alle Hundehalterinnen und Hundehalter diese Verhaltensregeln als verpflichtenden Schulungsinhalt kennenlernen werden“, erklärt LK-Präsident Huber. Rinder, insbesondere Mutterkühe, verfügen über einen ausgeprägten Schutzinstinkt und können Hunde als Bedrohung für ihre Kälber wahrnehmen. Daher sei besondere Vorsicht geboten, so Huber.
Eine besonders stark frequentierte Alm in Kärnten ist die Villacher Alpe am Dobratsch, ein überaus beliebtes Wandergebiet und Ausflugsziel. Aus 9 umliegenden Dörfern treiben Landwirte jährlich 140 Rinder und 50 Pferde auf die sich in ihrem Besitz befindliche Gemeinschaftsalm auf. Sie werden dabei in ihrer Arbeit von 4 Hirten unterstützt. Almobmann Hubert Köffler weist darauf hin, dass die für viele Almbesucher „selbstverständliche“ offene Landschaft mit der einzigartigen Aussicht nur durch die traditionelle Almwirtschaft ermöglicht wird. Für ihn ist „am Berg durchaus für viele Platz, wenn Grundregeln eines Miteinanders eingehalten werden und ein entsprechender Respekt gegenüber den Almbewirtschaftern und dem Almvieh gegeben ist.“
Wichtige Investitionen
Wertvoller Lebensraum
Die durch die Beweidung kurzgehaltene Grasdecke dient zudem auch als Schutz vor Lawinen und Erosionen. Auch die Produkte von der Alm sind etwas Besonderes: Milch und Fleisch gealpter Tiere weisen einen hohen Gehalt an natürlichem Carotin auf, was etwa in der auffällig gelben Farbe von Almbutter zum Ausdruck kommt. Außerdem weisen Almprodukte ein besonders günstiges Fettsäuremuster (Verhältnis Omega 6 zu Omega 3) auf, das Entzündungsprozessen im Körper entgegenwirkt.