Wiener Wolfsromantik nicht auf dem Rücken der Kärntner Almwirtschaft
Hohes Konfliktpotenzial bestätigt – Sackgasse Herdenschutz
Striktes Wolfsmanagement unumgänglich
Im Jahr 2022 wurden in Kärnten 400 Nutztiere nachweislich von Wölfen gerissen, Almbäuerinnen und Almbauern hatten große Sorge um die zukünftige Bewirtschaftung ihrer Almen. Mit der Umsetzung der Wolfsverordnung und des Kärntner Alm- und Weideschutzgesetzes ging die Zahl der Risse signifikant zurück. Josef Obweger, Obmann des Kärntner Almwirtschaftsvereins und der Almwirtschaft Österreich, bezieht hier klar Stellung: „Mit der Umsetzung der Wolfsverordnung und des Kärntner Alm- und Weideschutzgesetzes konnten die Nutztierrisse in den letzten drei Jahren um ca. 75% reduziert werden, obwohl die Anzahl der nachgewiesenen Wölfe im gleichen Zeitraum zugenommen hat. Dies ist der praktische Beweis dafür, dass eine Bejagung von Wölfen, wie sie bei anderen Wildtieren ja auch üblich ist, die einzige flächendeckend wirksame Methode darstellt, unsere Nutztiere auf Almen einigermaßen zu schützen. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie die Situation auf unseren Almen aussehen würde, wenn nicht die Landespolitik mit einstimmigen Beschlüssen die gesetzlichen Möglichkeiten für eine Bejagung geschaffen hätte. Mir fehlt jedes Verständnis dafür, dass ausgerechnet Tierschutzorganisationen mit ihrem Aktionismus für den Schutz von Wölfen die Alm- und Weidehaltung in Frage stellen. Diese ist nämlich unbestritten jene Form der Tierhaltung, die unseren Nutztieren die höchstmögliche Stufe an Tierwohl bringt!“
Die Landwirtschaftskammer Kärnten und der Almwirtschaftsverein Kärnten fordern daher zum Schutz der Alm- und Weidetiere weiterhin ein striktes Wolfsmanagement, wie es derzeit mit der Risikowolfsverordnung und dem Alm- und Weideschutzgesetz der Fall ist. Nur so ist eine rasche und rechtssichere Entnahme von Problemwölfen möglich. Alles andere wäre verantwortungslos gegenüber den gealpten Tieren und den Almbäuerinnen und Almbauern, die unsere Kulturlandschaft erhalten, unsere Almen bewirtschaften und hochwertige Lebensmittel produzieren.