Medaillenregen für bäuerliche Marmeladen
Bereits zum sechsten Mal stellten sich Marmeladenproduzenten aus ganz Kärnten dem landesweiten Qualitätswettbewerb. Insgesamt wurden 54 Produkte in vier Kategorien prämiert: reinsortige Marmeladen, Mischmarmeladen, Gelees sowie Spezialitäten und Raritäten. Die Bandbreite reichte von klassischen Fruchtaufstrichen bis hin zu innovativen Chutneys und außergewöhnlichen Spezialprodukten. Eingereicht wurden die Produkte von Hobbyköchinnen und -köchen, bäuerlichen Direktvermarkterinnen und -vermarktern sowie landwirtschaftlichen Fachschulen, die großen Wert darauf legen, Schülerinnen und Schülern ein grundlegendes Verständnis für die Herstellung und Verarbeitung hochwertiger Lebensmittel zu vermitteln.
Strenge Bewertung
Das Fazit der Expertinnen und Experten fiel eindeutig aus: Das Niveau der Marmeladen von Kärntens bäuerlichen Produzenten ist beeindruckend hoch. Dieses hohe Niveau ist das Ergebnis vieler ineinandergreifender Faktoren. Eine zentrale Rolle spielen dabei Qualität und Reife der Früchte. Während Früchte aus dem Ausland oft unreif geerntet werden, liegt der Vorteil in der bäuerlichen Direktvermarktung darin, dass diese überwiegend vom eigenen Hof stammen, was Frische und Qualität zusätzlich gewährleistet.
Gleichzeitig wird es aber auch immer herausfordernder, eine konstant hohe Obstqualität zu erzielen, da der Obstanbau in Österreich durch die Auswirkungen der Klimaveränderungen zunehmend schwieriger wird. Umso bemerkenswerter ist die Beständigkeit vieler Betriebe: Unter den Preisträgern befanden sich auch mehrfach ausgezeichnete Produzenten, darunter der Biohof Paulitsch aus St. Stefan im Lavanttal, der bereits bei der ersten Marmeladenprämierung im Jahr 2012 erfolgreich vertreten war. Unter den Preisträgern glänzten auch einige Betriebe, die zum ersten Mal teilgenommen haben - wie zum Beispiel Benjamin Lach aus Eberndorf. Seine Heidelbeer-Zwetschkenmarmelade überzeugte in der Kategorie Mischmarmeladen und wurde sogar zum Kategoriesieger gekürt.
Applaus und Wertschätzung
Auf Kärntens Höfen wird mit hoher Professionalität, großer Sorgfalt und Verantwortung gearbeitet. Der Weg zu einer qualitativ hochwertigen Marmelade beginnt bereits beim Anbau der Früchte und setzt sich konsequent über alle Verarbeitungsschritte bis zum fertigen Produkt fort. Die Kärntner Bäuerinnen und Bauern beherrschen diesen Prozess in seiner gesamten Breite. Wir gratulieren allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern recht herzlich.
Neue Baum- und Kellerwarte
Im Schwerpunkt Kellerwart standen Theorie und Praxis der Herstellung von Fruchtsäften, Obstwein (Most) und Fruchtbrand im Fokus. Weitere Inhalte waren die Erzeugung von Fruchtlikören, Essig und Trockenobst sowie das fachgerechte Verkosten und Bewerten von Obstverarbeitungserzeugnissen.
Steigerung der Qualität
Den Abschluss des Obstbautages bildete ein Fachvortrag von Ing. Georg Innerhofer zum Thema "Qualitätssteigernde Maßnahmen bei der Herstellung von Marmeladen und Konfitüren". Innerhofer gilt als ausgewiesener Experte für Obstverarbeitung und Kellerwirtschaft. Er leitet diesen Arbeitsschwerpunkt inklusive Ausbildung und Versuchstätigkeit an der Fachschule Silberberg (Steiermark) und ist Autor mehrerer anerkannter Fachbücher zur Obstverarbeitung.
Ausgezeichnete Kärntner Marmeladeproduzenten:
Bezirk Völkermarkt: LFS Goldbrunnhof (Völkermarkt), Benjamin Lach (Eberndorf), Martin Kordesch (Eberndorf)
Bezirk St. Veit: LFS Althofen (Althofen), Rene Robitsch – Kärnten Taufrisch GmbH (Brückl), Rosa Springer (St. Salvator)
Bezirk Villach: Gertrude Innerhofer (Landskron), LFS Stiegerhof (Gödersdorf), Ingrid Jamnig (Finkenstein)
Bezirk Hermagor: Silvia und Heimo Oberauner (Kirchbach)
Bezirk Spittal: Martina und Johann Pleschberger (Berg im Drautal), Renate und Markus Schiffer (Gmünd), Madeline Rieckmann (Millstatt)
Die Kategoriesieger:
Den feierlichen Abschluss bildete die Kür der vier Kategoriesieger: jener Produkte, die in ihrer jeweiligen Kategorie besonders herausragten und die Jury nachhaltig überzeugten.
- Kategorie Reinsortige Marmeladen: Martina und Johann Pleschberger mit dem Produkt „Roter Pfirsich“
- Kategorie Mischmarmeladen: Benjamin Lach mit dem Produkt „Heidelzwetsch Fruchtaufstrich“
- Kategorie Gelees: Silvia und Heimo Oberrauner mit dem Produkt „Quitte Fruchtaufstrich“
- Kategorie Raritäten/Spezialitäten: Rene Robitsch mit dem Produkt „Zwiebel Chutney mit Speck“
Aufgefallen ist, ...
… dass die Familie Hinteregger aus St. Paul im Lavanttal nicht nur hervorragende Honigprodukte, sondern auch Spitzenqualität bei den Marmeladen produziert.
… dass die Familie Schiffer aus Gmünd zum ersten Mal dabei war und gleich für jedes eingereichte Produkt mit einer Medaille ausgezeichnet wurde.