Marktbericht Pflanzenbau Kärnten – April
Der Frühjahrsanbau ist in Kärnten voll im Gange. Begleitet wird er durch deutliche Niederschlagsdefizite im ganzen Land. So fehlen von Jahresbeginn über die Bezirke gesehen im Schnitt rund 56 mm Niederschlag. Das bedeutet eine Differenz zur Langzeitperiode 1991 bis 2020 von minus 37,4 % (siehe Tab.). Besonders der Märzregen hat ausgelassen. Auswirkungen auf das Wintergetreide sind noch schwer abzuschätzen, da frühzeitig angebaute Bestände doch vor dem Winter ein gutes Wurzelsystem ausgebildet haben und gut bestockt ins Frühjahr gestartet sind. Spät angebaute Bestände und das Sommergetreide sind da schlechter dran, die Bestockung fehlt, das Wurzelsystem ist noch schwach ausgebildet, und die Wasserreserven im Oberboden gehen langsam zu Ende. Die kühlen Märztemperaturen haben zudem das Frühjahrswachstum eingebremst. Das war angesichts der Trockenheit nicht von Nachteil.
Internationale Märkte
Die Weizenpreise halten sich an den Börsen unter der 200-Euro-Marke stabil. Die globale Produktionsschätzung wurde um 2 Mio. t auf 844 Mio. t Weizen erhöht. Das ist hauptsächlich auf eine höhere Produktion in der EU und in Russland zurückzuführen. Zugleich wurde die globale Verbrauchsprognose um 5 Mio. t auf 820 Mio. t reduziert. Zurückzuführen ist das vor allem auf einen geringeren Verbrauch für Lebensmittel, Saatgut und industrielle Zwecke in Indien. Die Nachfrage der Getreidemühlen und der Mischfutterhersteller ist stetig. Insbesondere Futtergetreide bleibt gefragt und stützt damit den Markt. COCERAL schätzt die heurige EU-Getreideernte gemischt ein. Für Weichweizen werden 2026 rund 128,8 Mio. t erwartet. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies 137,5 Mio. t bzw. einen Rückgang von fast 7 %.
Mit den Geschehnissen an der Straße von Hormus schwanken auch die Notierungen an den Börsen. Insgesamt sind die Energie- und Düngepreise in der Landwirtschaft ein großes Sorgenkind. Diesel und Düngerpreise belasten die Produktion. Ebenso ist die heurige Strategieänderung beim Anbau schwer einzuschätzen. Die Prognose geht dahin, dass der Sojaanbau erhöht wird.
Mit den Geschehnissen an der Straße von Hormus schwanken auch die Notierungen an den Börsen. Insgesamt sind die Energie- und Düngepreise in der Landwirtschaft ein großes Sorgenkind. Diesel und Düngerpreise belasten die Produktion. Ebenso ist die heurige Strategieänderung beim Anbau schwer einzuschätzen. Die Prognose geht dahin, dass der Sojaanbau erhöht wird.
Mais
COCERAL erwartet für die EU-27 eine leicht höhere Maiserzeugung von rund 60,6 Mio. t (2025: 59,2 Mio. t). Ob das aktuelle Preisniveau nachhaltig ist, wird wesentlich davon abhängen, wie sich die Erntebedingungen in den wichtigen EU-Anbauregionen in Rumänien, Ungarn und Frankreich in den kommenden Monaten entwickeln. Zudem befindet sich der aktuelle Pariser Trockenmaispreis (rund 204 Euro/t) auf dem höchsten Niveau seit Juli 2025. In Kärnten gibt es derzeit Kontraktangebote des Agrarhandels mit 145 bis 150 Euro pro t (Nassmais).
Sojabohnen
Während die Pflanzenöl- und Rapspreise derzeit den Rohölpreisen folgen, blickt man am Sojabohnenmarkt zwiegespalten auf die Situation. Hohe Energie- und Düngemittelpreise könnten weltweit mehr Landwirte dazu bewegen, Sojabohnen anzubauen. Dadurch könnte das Angebot spürbar steigen und Druck auf die Preise verursachen. Es wird empfohlen, eventuell Kontrakte abzuchecken (derzeit werden in Kärnten Kontrakte mit rund 420 Euro brutto pro t angeboten).
Dünger
Düngerpreise bleiben hoch, und es gibt wenig Aussicht auf eine Reduzierung der Preise. Selbst bei einem eintretenden Friedensabkommen und damit nachgebenden Energiepreisen könnte es lange dauern, bis die ausgefallenen Produktionsmengen ausgeglichen werden können. Für jene, die noch keinen Dünger vorbestellt haben, wird eine rasche Kontaktaufnahme mit dem Agrarhandel empfohlen. Lieferzeiten bis zu drei Wochen müssen einkalkuliert werden.