Kommentar: Lebensmittel – Lebensqualität
Lebensmittel zu verzehren ist für viele weit mehr als eine tägliche Routine. Es steht für Lebensqualität, für Gemeinschaft, für Kultur. Dennoch landen jährlich allein in Österreich rund 1 Mio. t des kostbaren Gutes im Müll. Beispiele dafür sind verpackte und nicht verpackte Esswaren oder Speisereste in privaten Haushalten und beim Außerhausverzehr, die noch uneingeschränkt genießbar gewesen wären. Das torpediert einerseits jeden Nachhaltigkeitsgedanken, und andererseits macht es aus einem mit erheblichem Arbeitsaufwand erzeugten und vermarkteten Produkt einen Wegwerfartikel. Die hierzulande bestehende Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln in großer Menge und Variation verstellt oft den Blick auf den Herstellungsprozess dahinter. Um die hohen Standards, zu denen die heimische Landwirtschaft produziert, wertzuschätzen, muss sich am Konsumverhalten grundsätzlich etwas ändern. Dazu gehört, sich mit Lebensmitteln und ihrer Entstehung eingehend zu befassen, ihnen also mehr Platz im Alltag einzuräumen. Viele bäuerliche Initiativen bieten die Möglichkeit dazu. Und eine umfassende Herkunftskennzeichnung wäre eine wesent-liche Grundlage dafür.