Kärntens Verbände fordern starke GAP für starke Höfe
Auf Einladung der Landwirtschaftskammer Kärnten trafen sich Obleute und Geschäftsführer der agrarischen Genossenschaften und Verbände auch heuer wieder mit den LK-Vorstandsmitgliedern zum traditionellen Verbände- und Genossenschaftsgespräch. Neben Agrarreferent LHStv. Martin Gruber war auch Johannes Fankhauser, Leiter der Sektion Landwirtschaft im BMLUK, der Einladung zum Verbändeabend gefolgt.
Verbände und Genossenschaften als verlässliche Partner
In seinen Grußworten unterstrich LK-Präsident Siegfried Huber, wie wichtig es ist, den Betrieben in Zeiten dynamischer Entwicklung auf den Märkten, Klimawandel und sich rasch ändernder politischer Rahmenbedingungen Orientierung zu geben. „Unsere Bäuerinnen und Bauern brauchen in diesen herausfordernden Zeiten verlässliche Partner an ihrer Seite. Die Verbände und Genossenschaften sind genau diese verlässlichen Partner“, betont Huber. Abschließend bedankte sich der LK-Präsident im Namen des gesamten Vorstandes bei den anwesenden Obleuten und Geschäftsführern der Verbände und Genossenschaften für die gute Zusammenarbeit.
Leistungen der Bäuerinnen und Bauern sind abzugelten
Agrarlandesrat LHStv. Martin Gruber dankte den Verbänden und Genossenschaften für ihren wichtigen Einsatz und ihre starke Unterstützung der bäuerlichen Betriebe in Kärnten. Anlässlich des Fokus der Veranstaltung auf die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik hielt LHStv. Gruber klar fest: „Bäuerinnen und Bauern erbringen tagtäglich unverzichtbare Leistungen für Versorgungssicherheit, Kulturlandschaft und Regionen. Die EU-Mittel, die sie dafür bekommen, sind daher aus meiner Sicht eine Leistungsabgeltung und keine klassische Förderung. Deshalb müssen die dafür notwendigen Gelder auch in Zukunft von der EU bereitgestellt werden.“ Die Kürzung von EU-Mitteln für die Landwirtschaft bzw. die im Raum stehende nationale Möglichkeit der Verschiebung von agrarspezifischen EU-Mitteln in andere Bereiche wäre für die heimische Landwirtschaft eine riesige Herausforderung, so Gruber.
EU-Kommission denkt Paradigmenwechsel an
Nach einem Überblick über die aktuellen Herausforderungen, welche der Krieg im Mittleren Osten und die derzeit laufenden Budgetverhandlungen für die Land- und Forstwirtschaft mit sich bringen, gab SC Johannes Fankhauser einen Einblick in die Vorschläge der EU-Kommission zum Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) und zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für 2028 bis 2034. Während sich die aktuelle GAP-Periode gerade mitten in ihrer Umsetzung befindet, werden bereits die Weichen für die Zukunft gestellt. Diese sehen auf der einen Seite Vereinfachungen und mehr Flexibilität vor, auf der anderen Seite soll die GAP mit anderen Bereichen in einem Fonds gebündelt werden. Kritisch zu sehen sind hierbei die möglichen Mittelkürzungen sowie die Verlagerung der Verantwortung auf nationale Ebenen, was zu Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der EU führen könnte.
Forderung nach starker Gemeinsamer Agrarpolitik
Angesichts der Herausforderungen und Unsicherheiten, welche der derzeit vorliegende Vorschlag für das EU-Budget und die Gemeinsame Agrarpolitik mit sich bringt, haben die Landwirtschaftskammer sowie die Verbände und Genossenschaften in Kärnten ein gemeinsames Forderungspapier an die Europäische Kommission übermittelt. Darin fordern sie eine starke, eigenständige, vollständig ausfinanzierte und inflationsangepasste Gemeinsame Agrarpolitik 2028–2034 samt Fortführung der bewährten Zwei-Säulen-Architektur.
Ehrung von Rudolf Grünanger
Im Rahmen des Verbändegesprächs wurde Dipl.-Ing. Rudolf Grünanger für seine Verdienste um die Belange der heimischen Land- und Forstwirtschaft mit dem Ehrenzeichen der LK Kärnten in Silber ausgezeichnet. Grünanger ist mit Ende April in den Ruhestand gegangen. „Ob als Landwirt, Geschäftsführer der Landwirtschaftlichen Genossenschaft Klagenfurt-St. Veit-Rosental eGen oder Obmann des Kärntner Agrarhandels – Rudolf Grünanger ist über Jahrzehnte in seiner vermittelnden Rolle zwischen Produktion und Handel mit Herzblut für die heimische Landwirtschaft eingestanden“, unterstrich LK-Präsident Huber anerkennend.