LK Kärnten: Mercosur-Deal auf dem Rücken der Bauern
Empörung und Unverständnis löst der heutige Abschluss des Mercosur-Handelsabkommens zwischen der EU und Südamerika bei Landwirten in ganz Europa aus. Der nun von den Staats- und Regierungschefs mehrheitlich beschlossene Vertrag gehe auch zu Lasten der bäuerlichen Familienbetriebe in Österreich, vor allem aber auch jener in Kärnten mit seiner kleinstrukturierten Landwirtschaft, warnt LK-Präsident Siegfried Huber. „Mit dem Abschluss dieses Handelsabkommens bekommt unsere kleinstrukturierte Landwirtschaft direkte Konkurrenz von einer Agrarindustrie, welche in der EU längst nicht mehr zugelassene Pflanzenschutzmittel und auch Wachstumshormone in der Rindermast einsetzt. Faire Wettbewerbsbedingungen werden durch den Abschluss des Mercosur-Deals mit Füßen getreten, denn von gleichwertigen Standards kann hier keine Rede sein“, kritisiert Huber. Kärntens oberster Bauernvertreter zeigt sich besonders von unserem südlichen Nachbarland Italien enttäuscht, das dem Deal entgegen seiner ursprünglichen Position nun doch zugestimmt hat.
Verbot von Substandard-Agrarimporten gefordert
Der LK-Präsident fordert, dass nun, da dieses Abkommen gegen die Stimme Österreichs geschlossen werde, alles unternommen werden müsse, um den Schaden für die Bäuerinnen und Bauern zu begrenzen. Dazu gehört für Huber ein Importverbot für Agrarerzeugnisse, die nicht den hierzulande geltenden Gesetzen und Standards entsprechen. Huber: „Das muss man sich einmal vor Augen halten: Einerseits erteilt man unseren Bauern immer mehr Auflagen hinsichtlich Pflanzenschutz und Tierwohl und quält sie mit immer mehr Bürokratie. Andererseits sollen nun Nahrungsmittel importiert werden, die unter dem Einsatz von Pestiziden und Hormone produziert wurden, die in der EU längst verboten sind. Und nach einer Reise um die halbe Welt landen diese Produkte zu Schleuderpreisen bei uns Supermarkt.“
Huber sieht die EU-Führung in der Verantwortung, hier rasch zu handeln. „Ohne weitere, umfassende Schutzmaßnahmen für die heimische Landwirtschaft wird die Versorgungssicherheit in Europa kurzfristigen Interessen der Industrie geopfert“, warnt der LK-Präsident abschließend.
Huber sieht die EU-Führung in der Verantwortung, hier rasch zu handeln. „Ohne weitere, umfassende Schutzmaßnahmen für die heimische Landwirtschaft wird die Versorgungssicherheit in Europa kurzfristigen Interessen der Industrie geopfert“, warnt der LK-Präsident abschließend.