Starke GAP bringt Mehrwert für Bauern, Konsumenten und Klima
Eine Studie des Joint Research Centers, der Forschungseinrichtung der EU-Kommission, ergibt, dass die GAP einen weitaus höheren gesellschaftlichen Mehrwert liefert, als es ihr Name vermuten lässt. Die „Scenar 2040“ genannte Studie kommt bei der Analyse von drei möglichen Zukunftsszenarien (siehe Kasten) für die GAP zu dem Ergebnis, dass bei einem Wegfall der Zahlungen die bäuerlichen Einkünfte massiv einbrechen und der Strukturwandel beschleunigt werden würde, da die Betriebe dann der Volatilität der Agrarmärkte noch stärker ausgeliefert wären.
Das führt in weiterer Folge zu Produktionseinbrüchen, wodurch die Lebensmittelpreise für Konsumenten sowie die Abhängigkeit von Importen quer über alle Produktgruppen steigen. Auch die Umwelt wäre Leidtragende dieser Entwicklungen, da die erhöhte Importabhängigkeit zu einer massiven Verlagerung der CO2-Emissionen in Drittstaaten mit deutlich geringeren Produktionsstandards führen würde. Die Beibehaltung einer gut dotierten GAP wäre somit aus wissenschaftlicher Sicht ein Gebot der Stunde.
Das führt in weiterer Folge zu Produktionseinbrüchen, wodurch die Lebensmittelpreise für Konsumenten sowie die Abhängigkeit von Importen quer über alle Produktgruppen steigen. Auch die Umwelt wäre Leidtragende dieser Entwicklungen, da die erhöhte Importabhängigkeit zu einer massiven Verlagerung der CO2-Emissionen in Drittstaaten mit deutlich geringeren Produktionsstandards führen würde. Die Beibehaltung einer gut dotierten GAP wäre somit aus wissenschaftlicher Sicht ein Gebot der Stunde.
Produktivität, Investitionen
Ein künftig stärkerer Fokus auf Produktivität und Investitionen würde zudem zu geringeren Lebensmittelpreisen für Konsumenten führen und die Selbstversorgung erhöhen. Eine Gefahr sieht die Studie in einer zu einseitigen Weiterentwicklung der GAP in Richtung Umwelt- und Klimaschutz, da dies zu deutlichen Emissionsverlagerungen in Drittstaaten und somit zu keinem tatsächlichen Mehrwert für die Umwelt führen würde.
Nachbesserung notwendig
„Die Studienergebnisse untermauern, was die Standesvertretung seit Vorstellung der Vorschläge für den Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) und die GAP ab 2028 fordert: Es bedarf einer deutlichen Erhöhung der GAP-Mittel, nicht nur zum Wohle der Landwirtschaft, sondern der gesamten Gesellschaft sowie der Umwelt!“, appelliert LK-Präsident Siegfried Huber. „Der vorliegende Vorschlag der EU-Kommission ist mit einer Reduktion des EU-Agrarbudgets von 20 % ein Schlag ins Gesicht für die hart arbeitende bäuerliche Bevölkerung. Die EU-Kommission ist nun gut beraten, die Studie ihrer eigenen Forschungseinrichtung ernst zu nehmen und ein starkes und eigenständiges Agrarbudget ab 2028 vorzulegen.“
Scenar 2040 – Szenarienstudie zur GAP
Diese Studie der Forschungseinrichtung der EU-Kommission (JRC) stellt zwei gegensätzliche theoretische GAP-Szenarien „Pro & Inv“ und „Env & Clim“ sowie ein hypothetisches Szenario „NoCAP“ und deren Auswirkungen einander gegenüber.
- Pro & Inv: Das Szenario Produktivität & Investition fokussiert die GAP-Zahlungen auf die Steigerung der Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit.
- Env & Clim: Das Szenario Umwelt & Klima lenkt die GAP-Zahlungen noch stärker auf umwelt- und klimabezogene Maßnahmen.
- NoCAP: Dieses Szenario „keine GAP“ simuliert eine gänzliche Abschaffung der Gemeinsamen Agrarpolitik.